Stanley Cup Final: Carolina Hurricanes v Vegas Golden Knights - Game Six

Es war ein besonderer Moment, als Kapitän Jordan Staal für die Carolina Hurricanes am Sonntag den Stanley Cup in die Höhe stemmte. Der 37-jährige wuchs im Stanley Cup Finale 2026 gegen die Vegas Golden Knights über sich hinaus, gewann die Conne Smythe Trophy als wertvollster Spieler der Stanley Cup Playoffs und durfte nach 17 Jahren Pause zum zweiten Mal in seiner Karriere den Cup anheben. Staal gewann die Meisterschaft früh in seiner Karriere und arbeitete fast eineinhalb Jahrzehnte daran, diesen Moment mit den Hurricanes zu wiederholen. Nach sechs Spielen und vier Siegen gegen die Golden Knights wurde er für seine jahrelange hartnäckige Arbeit belohnt.

„Er ist unglaublich“, schwärmte Jordan Martinook. „Er ist ein erstklassiger Center. Ich bin so froh, dass er diese Anerkennung kriegt. Niemand spricht über ihn, aber er sollte jedes Jahr die Selke Trophy kriegen. Patrice Bergeron hatte da jahrelang etwas dagegen. Aber wenn man mit irgendeinem Center spricht, der in diesen Playoffs gegen ihn spielen musste, würden sie alle sagen, dass sie es hassen, gegen Jordan Staal zu spielen.“

In seinem 14. Jahr bei den Hurricanes wird der Hurricanes-Kapitän Playoff-MVP

Früher Erfolg mit legendären Penguins

Staal wurde in der ersten Runde des NHL Draft 2006 mit dem zweiten Pick gewählt und wurde Teil eines legendären Teams der Pittsburgh Penguins. 2009 gewannen sie den Stanley Cup. Die Mannschaft war gespickt mit Veteranen wie Sergei Gonchar, Bill Guerin, Petr Sykora oder Miroslav Satan und wurde angeführt von dem jungen Trio aus Sidney Crosby, Evgeni Malkin und Kris Letang. Im Tor stand kein Geringerer als Marc-Andre Fleury.

In dieser starken Mannschaft war Staal mit nur 20 Jahren der drittbeste Scorer der regulären Saison. Er erzielte 49 Punkte (22 Tore, 27 Assists) und legte in den Stanley Cup Playoffs weitere neun Zähler (vier Tore, fünf Assists) nach. Für ihn kam damit bereits in seinem dritten Jahr in der NHL einer der Höhepunkte seiner Karriere, den viele Spieler nie erleben.

„Diese Momente vergehen so schnell“, sagte Jordans älterer Bruder Eric, der am Sonntag bei Jordans zweitem Cup-Sieg in der Arena war. Der langjährige NHL-Spieler weiß wovon er spricht, denn er gewann den Cup selbst 2006 in seiner zweiten NHL-Saison. Damals war er der Spitzenstürmer der Hurricanes und holte die Meisterschaft mit Rod Brind'Amour, Carolinas heutigem Trainer, als Kapitän.

Stanley Cup Final: Carolina Hurricanes v Vegas Golden Knights - Game Six

„Es ist etwas besonderes, das weiß man, wenn man früh in seiner Karriere gewinnt“, fuhr Eric fort. „Aber es ist wirklich schwierig. Ich weiß, wie viel Mühe und Zeit darin steckt. Die ganzen Momente, die niemand sieht, die man in dieses Ziel steckt. Dann zu sehen, dass er dafür belohnt wird und diese Anerkennung kriegt, das ist echt cool.“

Entwicklung zum Führungsspieler in Carolina

Drei Jahre nach dem Titelgewinn endete Staals Zeit in Pittsburgh. Die Penguins gaben ihn 2012 in einem Transfer an die Hurricanes ab. Seitdem hatte er immer wieder mit Verletzungen, wie einem gebrochenen Bein und mehreren Gehirnerschütterungen, zu kämpfen. Trotzdem wurde er als ein fähiger defensiver Center und Führungsspieler bekannt.

Trotz seiner Verletzungen erwies sich Staal als äußerst konstanter Spieler, der seine Beiträge zur Offensive leistet und den gegnerischen Spitzenstürmern mit seiner harten Arbeit und seinem Körpereinsatz ein Dorn im Auge ist. In der Saison 2017/18 übernahm er gemeinsam mit Justin Faulk das Amt des Kapitäns von seinem Bruder Eric, der das Team damals verließ. Seit 2019 ist er der alleinige Kapitän der Mannschaft.

„Er ist unser Fels in der Brandung“, lobte Stürmer Marc Jankowski. „Wir folgen ihm. Er ist unser Anführer und ist nicht umsonst auch unser Kapitän. Das beweist er jeden Tag, vom ersten Tag im Trainings Camp an. Wir folgen ihm, er ist unser Anführer und es ist so eine große Ehre, dass er die Conn Smythe Trophy gewonnen hat.“

Staal bekommt den Cup von Commissioner Bettman

Enttäuschungen in den Playoffs

Mittlerweile arbeitete Staal seit 14 Jahren daran, mit den Hurricanes das zu schaffen, was ihm früh in seiner Karriere mit den legendären Penguins gelang. Ein Wendepunkt kam für Carolina im Mai 2018, als sie Brind'Amour zu ihrem Trainer machten.

Nachdem Carolina in Staals ersten sechs Jahren nie die Playoffs erreicht hatte, kam das Team in Brind'Amours erstem Jahr sofort ins Conference Finale. Die Hurricanes sollten auch in den folgenden Jahren immer die K.o.-Phase erreichen und immer mindestens eine Serie gewinnen. Allerdings war stets spätestens im Conference Finale Schluss. Diese Strähne endete nun auf die beste nur mögliche Art und Weise.

„Wir haben acht Jahre lang an die Tür geklopft“, erinnerte Brind'Amour. „Wir sind immer näher gekommen, aber es ist die Trophäe, die am schwierigsten zu gewinnen ist. Deshalb ist es so etwas Besonderes. Daran werden sich die Jungs ihr Leben lang erinnern.“

Stanley Cup Final: Carolina Hurricanes v Vegas Golden Knights - Game Six

Staal wächst in entscheidender Phase über sich hinaus

Jahrelang war Staal in Carolina Teil einer der besten Mannschaften der NHL und ihr Anführer. Trotzdem wartete am Ende der Playoffs immer die Enttäuschung. Im Mai kam dann doch der Erfolg im Conference Finale und der Einzug ins Stanley Cup Finale 2026. In den ersten drei Spielen der Serie sah es aber danach aus, als würden sich die Hurricanes an den Golden Knights die Zähne ausbeißen.

An Staal lag das jedoch nicht. Der Stürmer der dritten Reihe, der nicht für seine Offensive, sondern für seine starke Abwehrarbeit bekannt ist, entwickelte sich in der entscheidenden Serie zum Torjäger. In den vorherigen drei Runden hatte er in 13 Spielen fünf Punkte (zwei Tore, drei Assists) erzielt. Gegen Vegas traf er in jedem der ersten drei Spiele. Die Wende in der Serie kam in Spiel 4, als Staal zwei Tore zum 5:3-Sieg der Hurricanes beisteuerte. In Spiel 5, als Carolina erstmals die Führung in der Serie übernahm, erzielte er sein sechstes Tor und seinen siebten Punkt des Finales.

„Er war super“, lobte Eric seinen Bruder. „Er war das ganze Jahr über super. Ich denke, er weiß einfach, was für eine Chance sie hatten und er wollte sichergehen, dass er in jedem Wechsel alles gibt. Er verdient die ganze Anerkennung, er ist ein unglaublicher Spieler.“

Mit einem dominanten Auftritt beim 3:0 in Spiel 6 sorgten die Hurricanes am Sonntag endlich für Gewissheit. Das Team holte die Meisterschaft zum zweiten Mal in der Franchise-Geschichte, nach dem ersten Erfolg 2006. Fast genauso lange musste Staal auf seinen zweiten Titel warten.

Die Leistung des Kapitäns im Finale war historisch. Nie zuvor lagen für einen Spieler 17 Jahre zwischen zwei Stanley Cups. Erst ein Mal zuvor erzielte ein Kapitän sechs Tore im Finale. Mit seiner Serie von fünf Spielen mit jeweils mindestens einem Tor egalisierte Staal den NHL-Rekord. Das führte dazu, dass er zum wertvollsten Spieler der Playoffs gewählt und mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichnet wurde. Das alleine war ein weiterer Rekord, denn mit 37 Jahren und 277 Tagen ist er der älteste Spieler, der die Trophäe jemals gewann.

„Ich spreche die ganze Zeit über Jordan Staal und jetzt konnten alle es endlich sehen“, freute sich Trainer Brind'Amour. „Genau das habe ich gemeint. Ich meine, er ist der wertvollste Spieler für unser Team und wir sind im Moment das beste Team der Welt, dafür verdient er Anerkennung. Wir sind acht Jahre lang drangeblieben, Jordan ist hier seit 14 Jahren. Ich habe schon als Assistenztrainer gesehen, wie hart er arbeitet. Das ist jetzt eine Genugtuung. Ich weiß nicht, wo wir ohne ihn wären. Ich bringe ihn in jedem Spiel, in jedem Wechsel, gegen die besten Spieler und wir gewinnen.“

Verwandte Inhalte