Staal wächst in entscheidender Phase über sich hinaus
Jahrelang war Staal in Carolina Teil einer der besten Mannschaften der NHL und ihr Anführer. Trotzdem wartete am Ende der Playoffs immer die Enttäuschung. Im Mai kam dann doch der Erfolg im Conference Finale und der Einzug ins Stanley Cup Finale 2026. In den ersten drei Spielen der Serie sah es aber danach aus, als würden sich die Hurricanes an den Golden Knights die Zähne ausbeißen.
An Staal lag das jedoch nicht. Der Stürmer der dritten Reihe, der nicht für seine Offensive, sondern für seine starke Abwehrarbeit bekannt ist, entwickelte sich in der entscheidenden Serie zum Torjäger. In den vorherigen drei Runden hatte er in 13 Spielen fünf Punkte (zwei Tore, drei Assists) erzielt. Gegen Vegas traf er in jedem der ersten drei Spiele. Die Wende in der Serie kam in Spiel 4, als Staal zwei Tore zum 5:3-Sieg der Hurricanes beisteuerte. In Spiel 5, als Carolina erstmals die Führung in der Serie übernahm, erzielte er sein sechstes Tor und seinen siebten Punkt des Finales.
„Er war super“, lobte Eric seinen Bruder. „Er war das ganze Jahr über super. Ich denke, er weiß einfach, was für eine Chance sie hatten und er wollte sichergehen, dass er in jedem Wechsel alles gibt. Er verdient die ganze Anerkennung, er ist ein unglaublicher Spieler.“
Mit einem dominanten Auftritt beim 3:0 in Spiel 6 sorgten die Hurricanes am Sonntag endlich für Gewissheit. Das Team holte die Meisterschaft zum zweiten Mal in der Franchise-Geschichte, nach dem ersten Erfolg 2006. Fast genauso lange musste Staal auf seinen zweiten Titel warten.
Die Leistung des Kapitäns im Finale war historisch. Nie zuvor lagen für einen Spieler 17 Jahre zwischen zwei Stanley Cups. Erst ein Mal zuvor erzielte ein Kapitän sechs Tore im Finale. Mit seiner Serie von fünf Spielen mit jeweils mindestens einem Tor egalisierte Staal den NHL-Rekord. Das führte dazu, dass er zum wertvollsten Spieler der Playoffs gewählt und mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichnet wurde. Das alleine war ein weiterer Rekord, denn mit 37 Jahren und 277 Tagen ist er der älteste Spieler, der die Trophäe jemals gewann.
„Ich spreche die ganze Zeit über Jordan Staal und jetzt konnten alle es endlich sehen“, freute sich Trainer Brind'Amour. „Genau das habe ich gemeint. Ich meine, er ist der wertvollste Spieler für unser Team und wir sind im Moment das beste Team der Welt, dafür verdient er Anerkennung. Wir sind acht Jahre lang drangeblieben, Jordan ist hier seit 14 Jahren. Ich habe schon als Assistenztrainer gesehen, wie hart er arbeitet. Das ist jetzt eine Genugtuung. Ich weiß nicht, wo wir ohne ihn wären. Ich bringe ihn in jedem Spiel, in jedem Wechsel, gegen die besten Spieler und wir gewinnen.“