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Die Bruins spielen sich in die Elite

Boston überzeugt dank einem eingeschworenen Kreis an Schlüsselspielern, die bereits beim letzten Erfolg dabei waren

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Autor

"Sie verdienen Anerkennung. Egal, wen sie aufs Eis bringen, sie haben einfach keine Schwächen", musste Rod Brind'Amour, Trainer der Carolina Hurricanes, am Freitag zugeben. Sein Team hatte zuvor das vierte Spiel des Eastern Conference Finales gegen die Boston Bruins verloren und war mit 4:0 in der Serie ausgeschieden.

So groß die Enttäuschung bei den Hurricanes war, so groß war auf der anderen Seite die Freude bei den Bruins. Sie stehen im Stanley Cup Finale und treffen dort auf den Sieger aus dem Duell der Western Conference zwischen den San Jose Sharks und den St. Louis Blues, in dem es nach vier Partien 2:2 steht. Für einige der Bruins ist die Finalteilnahme zwar nach wie vor ein besonderes Erlebnis, aber längst nichts Neues mehr.

 

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"Wir haben das gesamte Jahr als Einheit gespielt und das haben wir hier wieder gezeigt", lobte Stürmer Patrice Bergeron den Zusammenhalt bei den Bruins. "Unsere Tiefe hat uns diese Siege eingebracht und dafür war diese Serie ein perfektes Beispiel. Jeder hat jeden Abend seinen Beitrag geleistet und das hat meiner Meinung nach einen riesigen Unterschied gemacht."

Die Bruins standen zuletzt 2013 im Finale, das sie in sechs Spielen gegen die Chicago Blackhawks verloren. 2011 lief es besser, damals besiegten sie die Vancouver Canucks in einer engen Serie nach sieben Spielen. Der Kern der Mannschaft, die Schlüsselspieler und Anführer, waren bereits bei dem Triumph über die Canucks dabei.

Verteidiger und Kapitän Zdeno Chara, Stürmer Patrice Bergeron, Brad Marchand, David Krejci und Torwart Tuukka Rask standen allesamt bereits 2011 im Kader der Bruins und sind in dieser Saison die Spieler, die maßgeblich für den Erfolg der Mannschaft verantwortlich sind. In Boston ist über Jahre eine Mannschaft gemeinsam gewachsen, der aktuell kaum ein Team etwas entgegenzusetzen hat.

 

"Je älter man wird, desto mehr schätzt man das, weil man realisiert, wie schwer es ist so weit zu kommen", erklärte Bergeron. "Man muss dankbar sein und in der Gegenwart bleiben. Wir sind praktisch zusammen groß geworden, wir sind schon so lange zusammen. Es macht Spaß zum Kern dieser Gruppe zu gehören, zu den Anführern, die so viel zusammen durchgemacht haben, so viele Höhen und Tiefen erlebt haben."

Mit diesem eingeschworenen Kreis an Veteranen und der dritten Finalteilnahme innerhalb von neun Jahren bewegen sich die Bruins in einem elitären Kreis und verlocken zu Vergleichen mit einigen der erfolgreichsten Mannschaften der vergangenen Jahre.

 

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In Nordamerika wird gerne von Dynasties gesprochen, von Dynastien innerhalb einer Mannschaft, die sie über Jahre hinweg prägen und zum Erfolg führen. Prominente Beispiele dafür sind etwa die Pittsburgh Penguins, die mit Sidney Crosby und Evgeni Malkin drei Stanley Cups in neun Jahren holten. Bei den Chicago Blackhawks schnappten sich Patrick Kane, Jonathan Toews, Brent Seabrook und Duncan Keith die berühmte Silberschale drei Mal in sechs Jahren. Bergeron und seine Kollegen wollen es diesen Teams nun nachmachen. Das soll vor allem über eine geschlossene Mannschaftsleistung funktionieren.

"Wir hatten vom ersten Tag an ein besonderes Team", schwärmte Bergeron nach dem vierten Sieg gegen Carolina. "Jeder muss ein Teil des Erfolgs sein und seinen Teil leisten. Das haben wir geschafft und das ist der einzige Weg, um in den Playoffs weiterzukommen. Wir haben noch viel Arbeit vor uns, aber das ist heute ein überragendes Gefühl."

Die Bruins hatten im Conference Finale keine leichte Aufgabe, immerhin eliminierten die Hurricanes in der ersten Runde mit den Washington Capitals den Meister der vergangenen Saison. In der zweiten Runde folgte ein Sweep, also ein Sieg in vier Spielen, gegen die New York Islanders, die beste Defensive der regulären Saison. Umso beeindruckender, dass die Bruins kein Spiel gegen Carolina abgeben mussten und nur fünf Tore kassierten. Das verdanken sie neben einer starken Abwehrleistung einem perfekt aufgelegten Rask im Tor. Der Finne stellt in den Playoffs mit 94,2 Prozent Fangquote und 1,84 Gegentoren pro Spiel schier unmenschliche Werte.

"Das bedeutet so viel", freute sich Rask nach seinem Shutout im vierten Spiel. "Es ist so schwierig in den Playoffs weiterzukommen und erst recht, bis ins Finale zu kommen... Das muss man einfach genießen, aber uns muss auch klar sein, das wir noch viel Arbeit vor uns haben. Wir haben in den vergangenen Jahren hier etwas Besonderes aufgebaut. Wir haben eine großartige Mannschaft. Ich bin wirklich glücklich, Teil dieses Teams zu sein."

Mit der beeindrucken Art und Weise ihres Durchmarsches, haben sich die Bruins nicht nur in einen Rausch, sondern definitiv in eine Favoritenrolle gespielt. Die Spieler der Bruins mahnen zwar zur Vorsicht und Konzentration, doch mit ihrem konsequenten Mannschaftsspiel und den Spitzenleistungen ihrer Veteranen, dürfte der Stanley Cup zum Greifen nahe sein.

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