Dallas Stars

Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32-in-32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2024/25 unter die Lupe. Die zweiteilige Bestandsaufnahme besteht aus einer Analyse und einem Beitrag mit drei zentralen Fragen, mit denen sich die Mannschaften auseinandersetzen müssen.

In dieser Ausgabe: Drei Fragen bei den Dallas Stars

Ist Rantanen das fehlende Puzzlestück?

Dreimal Western Conference Finale in Folge - viel fehlt Dallas nicht, um über das letzte Hindernis bis ins Stanley Cup Finale zu kommen. In den Stanley Cup Playoffs 2025 hatten die Stars auch starke Gegner (Erste Runde: 4:3 gegen die Colorado Avalanche; Zweite Runde: 4:2 gegen die Winnipeg Jets; Western Conference Finale: 1:4 gegen die Edmonton Oilers), doch es schien wie schon in den Jahren zuvor, dass ein bestimmtes Puzzlestück noch fehlt.

Dieses könnte Mikko Rantanen sein. Oder anders gesagt: Ein eingespielter Mikko Rantanen, der schon das ganze Jahr in derselben Organisation ist, sich in Texas hat einleben und noch mehr Chemie mit seinen Mitspielern aufbauen können. In der Vorsaison wurde der 28-jährige Finne zweimal getradet, schnürte also seine Schlittschuhe für drei verschiedene Klubs (Colorado Avalanche, Carolina Hurricanes, Dallas Stars). Jetzt dürfte diesbezüglich mehr Ruhe einkehren, bis dem Flügelstürmer zu noch besseren Leistungen anspornen könnte.

DAL@WPG, Sp1: Rantanen vollendet seinen lupenreinen Hattrick im Powerplay

Was für einen Einschlag der schlussstarke Linksschütze schon in der relativ kurzen Zeit bei den Stars hatte, ist beeindruckend: Rantanen sammelte in 20 Spielen für Dallas der regulären Saison 18 Scorerpunkte (5-13-18) und ließ in den Playoffs in 18 Partien 22 Punkte (9-13-22) folgen, darunter neue NHL-Rekorde mit zwei Hattricks und fünf Drei-Punkte-Spielen.

Zwar verabschiedete sich über den Sommer mit Mikael Granlund (18 Playoff-Spiele, 5-5-10) ein kongenialer Reihenkollege in Richtung Anaheim Ducks, was die sogenannte „Finnische Mafia“ sprengte. Doch hatte Rantanen auch eine sehr gute Chemie mit Center Roope Hintz (17 Playoff-Spiele, 6-6-12), mit dem er in der kommenden Saison 2025/26 ein festes Duo bilden dürfte. Als dritter Mann könnte Linksaußen Jason Robertson die Top-Sturmreihe komplettieren, der den Einstieg in die Playoffs 2025 verletzungsbedingt verpasst hatte (elf Spiele, 4-2-6).

Eine Linie mit Robertson (26; 1,91 Meter, 91 Kilogramm), Hintz (28; 1,91, 96) und Rantanen (28; 1,93, 98) würde alles mitbringen, was es für eine produktive Reihe braucht: Torgefahr, Spielintelligenz, präzise Pässe, Schnelligkeit und Physis.

Allerdings: Um Robertson ranken sich schon den ganzen Sommer über Trade-Gerüchte. Diese dürften nicht abebben, bevor er seinen 2026 auslaufenden Vertrag nicht verlängert. Bis dahin dürfte diese Personalie heiß bleiben - eine weitere Parallele zu Rantanen, der weder in Colorado noch in Carolina einen neuen Vertrag unterschrieben hatte, ehe dies in Dallas gelang.

Wer schnappt sich den letzten Top-6-Platz?

Hinter einer möglichen Robertson/Hintz/Rantanen-Formation brauchen die Stars eine zweite Scoring-Line. Doch wie könnte sich diese zusammensetzen? Nachdem eine Routinier-Reihe mit Kapitän Jamie Benn (36), Vorjahres-Top-Scorer Matt Duchene (34) und Tyler Seguin (33) in den Playoffs 2025 nicht wie erhofft funktioniert hatte, dürfte dies vorerst keine Option für die neue Saison sein. Duos könnten Duchene und Seguin sowie Wyatt Johnston und Benn bilden. Bliebe also jeweils eine offene Stelle. Um diese konkurrieren Oskar Back (25), Sam Steel (27) und Mavrik Bourque (23).

Back und Steel würden die spielerische Klasse mitbringen, um sich dort einzufügen. Jedoch waren beide zuvor eher in Bottom-Six-Rollen aktiv. Bourque erhielt in den Playoffs 2025 von allen drei Kandidaten die wenigsten Einsätze, hat aber wohl das größte Entwicklungspotenzial, einen unglaublichen Hockey-IQ, ihm wäre mit entsprechenden Reihenpartnern durchaus eine 20-Tore-Saison zuzutrauen.

Erlebe noch einmal alle Tore aus der letzten Saison der Spieler der Dallas Stars für 2025/26

Bleibt Oettinger auf großer Bühne konstant?

Jake Oettinger zählt mit Sicherheit zu den aktuell fünf besten Goalies in der NHL. Der 26-jährige US-Amerikaner spielte sowohl in der regulären Saison (58 Spiele, 36-18-4, 2,59 Gegentore/Spiel, 90,9 Prozent Fangquote, zwei Shutouts) als auch in den Playoffs (18 Spiele, 9-8-0, 2,82 Gegentore/Spiel, 90,5 Prozent Fangquote) über weite Strecken konstant.

Das galt allerdings nicht für das Western Conference Finale selbst. Hier stürzten Oettingers Zahlen doch merklich ab. In den fünf Partien kam er auf 3,93 Gegentore/Spiel und 85,3 Prozent Fangquote. Im Elimination Game wurde er nach zwei Schüssen auf sein Tor und zwei Gegentoren sogar gezogen. Ex-Trainer Pete DeBoer kritisierte den Schlussmann öffentlich - und musste danach seinen Hut nehmen.

Was bleibt ist die Hoffnung, dass Oettinger, der noch langfristig bis 2033 unter Vertrag steht und als Franchise-Goalie in die Geschichte der Stars eingehen soll, selbst auf allerhöchstem Niveau zum Unterschiedsspieler wird.

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