32-in-32 Chicago Blackhawks breakdown for DE

Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Die Analyse der Chicago Blackhawks

Nur einmal in den letzten neun Jahren schafften es die Chicago Blackhawks in die Stanley Cup Playoffs: 2020 unter angepassten Bedingungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie. Die Goldene Ära ging in Chicago wohl bereits nach dem Stanley Cup Sieg 2015 zu Ende. Spätestens ab 2017, also seit fast zehn Jahren, wurde ein Umbruch eingeleitet, der trotz diverser Talente noch keine Früchte tragen möchte. Auch in der abgelaufenen Saison 2025/26 schlossen die Blackhawks (29-39-14) als Vorletzter in der gesamten NHL mit 18 Punkten Rückstand auf einen Playoff-Platz ab. Jetzt sollen vor allem zwei Neuzugänge emotionalisieren und frischen Wind bringen, um die nächste Entwicklungsstufe zu zünden.

Sieh dir die fünf schönsten Tore der Blackhawks aus der Saison 2025/26 an

Die wichtigsten Kaderveränderungen

Der Königstransfer der Blackhawks war zweifelsohne die Rückholaktion von Patrick Kane. Am 23. Juli 2026 unterschrieb Chicagos Kult-Spieler als Unrestrictred Free Agent (UFA) einen Zweijahresvertrag mit einem Gesamtvolumen von 16 Millionen US-Dollar (im Schnitt 8,0 Millionen pro Jahr). Der 37-jährige Flügelstürmer hatte in den letzten drei Jahren die Schlittschuhe für die Detroit Red Wings geschnürt. Davor gewann er mit den Blackhawks, die ihn im NHL Draft 2007 an allererster Stelle ausgewählt hatten, fast alles, was es zu gewinnen gibt: drei Stanley Cups (2010, 2013, 2015), eine Conn Smythe Trophy (Playoff-MVP 2013), eine Hart Trophy (wertvollster Spieler, 2016), einen Ted Lindsay Award (MVP, 2016) und eine Calder Trophy (Top-Rookie, 2008).

Via Trade akquirierte Chicago mit Bowen Byram von den Buffalo Sabres einen der begehrtesten verfügbaren (Offensiv-)Verteidiger. Der flinke Blueliner kam zusammen mit Power Forward Jordan Greenway im Austausch für zwei Erstrunden-Picks und Abwehrmann Louis Crevier von den Niagarafällen in die Windy City und unterschrieb für sechs Jahre und 75 Millionen US-Dollar (12,5 Mio. p.a.).

Außerdem fügten die Blackhawks ihrem Kader mit Verteidiger Ian Cole (37, Utah Mammoth) und Stürmer Cole Smith (30, Vegas Golden Knights) weitere Erfahrung hinzu. Die Verträge mit Abwehrspieler Matt Grzelcyk (UFA) sowie den Angreifern Sam Lafferty (Florida Panthers) und Ilya Mikheyev (Tampa Bay Lightning) wurden nicht verlängert.

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Schlüsselspieler

Top-Talent Connor Bedard soll die Original-Six-Franchise in den nächsten Jahren tragen. Nachdem sein Vertrag in diesem Sommer ausgelaufen war, unterschrieb der First-Overall-Pick aus dem NHL Draft 2023 einen neuen Kontrakt über fünf Jahre und 75 Millionen US-Dollar (im Schnitt 15 Mio. p.a.). Bitter: Der 21-jährige Stürmer wird die ersten Wochen der neuen Saison 2026/27 nach einer Schulter-OP verletzt verpassen. Seit seinem NHL-Debüt führt der Kanadier die Top-Scorer-Wertung in Chicago ausnahmslos an, obwohl er in seinen drei Jahren in der besten Liga der Welt verletzungsbedingt nur einmal über die volle Distanz von 82 Spielen gehen konnte. 2025/26 schloss er nach 69 Spielen mit 75 Scorerpunkten (30-45-75) ab. 

Die Haupt-Scoringlast sollen Bedard, Rückkehrer Kane, Tyler Bertuzzi und Frank Nazar tragen. Chicago verspricht sich außerdem mehr offensive Produktivität von Spielern wie Teuvo Teravainen oder Ryan Donato. In der Verteidigung dürfte Neuzugang Byram, Talent Artyom Levshunov und Alex Vlasic eine wichtige Achse bilden. Im Tor ist Spencer Knight als Nummer 1 eingeplant, die Backup-Rolle soll Arvid Soderblom mit Leben füllen. Als Nummer 3 bringt sich mit Drew Comesso ein Torhüter-Talent in Stellung.

Spieler aus dem DACH-Raum

Weder im NHL noch im AHL steht aktuell ein Deutscher, Österreicher oder Schweizer. Allerdings hält Chicago die Rechte am deutschen Zwei-Wege-Verteidiger Julius Sumpf, der im NHL Draft 2025 in der 4. Runde an 98. Stelle ausgewählt wurde. Der 21-jährige Münchner wird zunächst weiter die NCAA-Laufbahn am Providence College einschlagen.

Stärken

Mit Kane haben die Blackhawks einen Flügelstürmer gefunden, der dauerhaft neben Center Bedard

Patrick Kane wird seine erfolgreiche Karriere bei den Blackhawks fortsetzen

auflaufen könnte und diesen mit seiner Erfahrung bei der Entwicklung unterstützt. Zusammen mit Bertuzzi, der neben seinen Offensivqualitäten auch eine gewisse Härte mit reinbringt, verfügt Chicago über eine gefährliche Top-Sturmreihe, die der zuletzt zweitschlechtesten Liga-Offensive (2,56 Tore/Spiel, 31.) neues Leben einhauchen könnte. Hier dürfte auch Byram mit seinem Tempo, seinen Pässen und seiner Spielstärke einen wichtigen Teil beitragen.

Verbesserungspotenziale

Die Blackhawks benötigen dringend mehr Scoring Touch aus der Tiefe, also Secondary Scoring. Hier ruht die Hoffnung auch auf die Entwicklung von zahlreichen Eigengewächsen. Kane und Byram sollen außerdem das schwächelnde Powerplay (16,9 Prozent Erfolgsquote, 29.) beleben. In der Defensive sollen sich die Verpflichtungen von Byram und Cole auszahlen. Immerhin war Chicagos Abwehr mit 3,29 Gegentoren/Spiel (27.) nicht gerade sattelfest.

Vielversprechende Talente

Das sportlich schwache Abschneiden in den letzten Jahren hat zahlreiche Talente in die Organisation gespült. Soforthilfen sind die Stürmer Anton Frondell (19; NHL Draft 2025, 1. Runde, 3. Stelle), Roman Kantserov (21; NHL Draft 2023, 2. Runde, 44. Stelle) und Sacha Boisvert (20; NHL Draft 2024, 1. Runde, 18. Stelle). Vor allem Frondell wird in seiner ersten vollen NHL-Saison ein großer Einschlag prophezeit. Der Schwede verfügt über einen harten und präzisen Schuss sowie einen ausgeprägten Torriecher.

Zunächst beim AHL-Farmteam Rockford IceHogs dürften sich Marek Vanacker (20; NHL Draft 2024, 1. Runde, 27. Stelle) und A.J. Spellacy (20; NHL Draft 2024, 3. Runde, 72. Stelle) für höhere Aufgaben empfehlen. Perspektivisch könnten Vaclav Nestrasil (19; NHL Draft 2025, 1. Runde, 25. Stelle), Mason West (19; NHL Draft 2025, 1. Runde, 29. Stelle), Xavier Villeneuve (18; NHL Draft 2026, 2. Runde, 34. Stelle) und Ryan Roobroeck (18; NHL Draft 2026, 2. Runde, 35. Stelle) zu echten Verstärkungen reifen.

Playoff-Chancen

Ja, Chicago hat sich im Sommer mit Kane und Byram prominent verstärkt, doch der anfängliche Ausfall von Bedard wiegt schwer. Insbesondere gegen die starken Konkurrenten in der Central Division dürften die Blackhawks einen schweren Stand haben. Der Umbruch wird vorangetrieben, die Mannschaft dürfte besser abschneiden als zuletzt, doch die Stanley Cup Playoffs liegen nach wie vor in weiter Ferne.

CHI@MIN: Bedard verdoppelt die Führung per Rückhand im zweiten Drittel

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