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Am 18. April fällt der Startschuss für die Stanley Cup Playoffs 2026. Auf dem östlichen Ast des Turnierbaums sind mit den Buffalo Sabres, Boston Bruins, Pittsburgh Penguins und Philadelphia Flyers vier Teams dabei, die den Cut in der Vorsaison nicht geschafft hatten. NHL.com/de liefert Euch eine Vorschau auf die vier Serien in der Eastern Conference…

Buffalo Sabres (1. Atlantic Division) – Boston Bruins (1. Wildcard)
Saison-Serie: 1:3
 
Die längste Playoff-Durststrecke in der NHL ist Geschichte! Die Buffalo Sabres (50-23-9) verpassten die Postseason 14 Jahre in Folge und kommen 15 Jahre nach der letzten Teilnahme endlich wieder in diesen Genuss. Dies ist insbesondere deshalb so überraschend, weil Buffalo eigentlich sehr schlecht in die reguläre Saison 2025/26 gestartet ist: Bis zum 20. November hatten die Sabres in 20 Spielen gerade einmal 18 Punkte angesammelt und waren mit einem 7-9-4-Record das Schlusslicht in der Atlantic Division. Seitdem aber holte in der gesamten Liga kein Klub so viele Punkte wie die Sabres: In 62 Spielen hat das Team von den Niagarafällen eine 43-14-5-Bilanz und buchte 91 Zähler auf das Punktekonto. Beachtlich ist insbesondere die Steigerung der Offensive (von 2,85 auf 3,65 Tore/Spiel), Defensive (von 3,55 auf 2,73 Gegentore/Spiel) und im Powerplay (von 16,4 auf 20,5 Prozent). Buffalos Ausnahmespieler ist Tage Thompson, der bei der letzten Playoff-Qualifikation der Sabres gerade einmal 13 Jahre alt war. Der Punkt-pro-Partie-Spieler führt die teaminterne Scorerliste mit 40 Toren und 41 Assists (40-41-81) an. Insgesamt zehn Spieler sammelten mindestens 40 Scorerpunkte, darunter auch Abwehrchef Rasmus Dahlin (77 Spiele, 19-55-74), der zu den sechs punktbesten Verteidigern in der gesamten NHL zählt. Die Begeisterung in Buffalo ist riesig, und das Ende des Playoff-Fluchs dürfte neue Kräfte freisetzen. Allerdings verfügen die Sabres über recht wenig Playoff-Erfahrung.

BUF@CHI: Thompson schlägt im dritten Drittel wieder zu

Ganz anders ist das bei den Boston Bruins (45-27-10), die sich in neun der letzten zehn Jahre für die Stanley Cup Playoffs qualifizieren konnten und sich nach einem Jahr Abstinenz unter dem neuen, deutschen Trainer Marco Sturm direkt mit einer 100-Punkte-Saison zurückmelden. In seiner Debüt-Saison als NHL-Headcoach vermittelte der 47-jährige Dingolfinger seiner Mannschaft ein Defensivsystem, das voll aufging und in das alle fünf Spieler auf dem Eis voll einzahlen. Bei 5-gegen-5 kassierte Boston nur 150 Gegentreffer (6.) und hat mit Torwart Jeremy Swayman (55 Spiele, 54 Starts, 31 Siege, 2,71 Gegentore/Spiel, 90,8 Prozent Fangquote, zwei Shutouts) einen Unterschiedsspieler zwischen den Pfosten. Führten die Bruins nach dem ersten Drittel gewannen sie 69 Prozent ihrer Spiele, führten sie nach dem zweiten Drittel waren es sogar 84,6 Prozent. Die Offensive wird angeführt von Scharfschütze David Pastrnak, der eine 100-Punkte-Saison spielte (77 Spiele, 29-71-100). Die größte Überraschung ist aber Center Morgan Geekie (81 Spiele, 39-29-68), der mit zwölf Powerplay-Toren und sechs Siegtreffern als Spielentscheider hervortrat. Mit Lukas Reichel hofft ein deutscher Stürmer auf seine ersten Playoff-Spiele. Zuletzt wurde der 23-jährige Nürnberger aber zum Farmteam Providence Bruins in die AHL geschickt. Dass mit James Hagens (19; NHL Draft 2025, 1. Runde, 7. Stelle) ein Top-Talent seinen Platz übernahm und in der NHL debütierte, kann ein schlechtes Zeichen sein, muss aber nicht. In jedem Fall kann Boston mit seiner Erfahrung und strukturierten Defensive Schaden anrichten.

Tampa Bay Lightning (2. Atlantic Division) – Montreal Canadiens (3. Atlantic Division)
Saison-Serie: 2:2 (es gewann immer das Heim-Team)
 
Die Tampa Bay Lightning (50-26-6) qualifizierten sich zum achten Mal in Folge für die Playoffs, erreichten in dieser Zeit dreimal das Stanley Cup Finale und gewannen zwei Stanley Cups (2020 und 2021). Die viertbeste Offensive der Liga (3,49 Tore/Spiel) verfügt mit Nikita Kucherov (76 Spiele, 44-86-130) und Jake Guentzel (81 Spiele, 38-50-88) über Superstar-Power. Hinzu kommen sechs Spieler mit mindestens 50 Scorerpunkten. In der drittbesten Defensive der Liga (2,79 Gegentore/Spiel), die lange ohne Abwehrchef Victor Hedman (33 Spiele, 1-16-17) auskommen musste, sprangen Verteidiger ein, die zuvor wohl nur wenige auf dem Radar hatten: Darren Raddysh (73 Spiele, 22-48-70; +21) glänzte mit seinem Zwei-Wege-Spiel, der Schweizer J.J. Moser (79 Spiele, 7-22-29; +41, 61 Checks, 91 Blocks) brachte Härte ins Spiel und räumte gnadenlos auf. Das Tor hütet mit Andrei Vasilevskiy (58 Starts, 39 Siege, 2,31 Gegentore/Spiel, 91,2 Prozent Fangquote, zwei Shutouts) ein Weltklasse-Goalie und zweifacher Stanley Cup Champion. Nicht ohne Grund hatte Tampa mit 82,6 Prozent das drittbeste Penalty Killing. Trainer Jon Cooper gilt als einer der besten Trainer der Welt.

CBJ@TBL: Moser zieht nach einem gewonnenem Faceoff sofort ab und trifft

Die Montreal Canadiens (49-24-10) werden gecoacht von einer Lightning-Legende: Martin St. Louis war absoluter Kult-Spieler bei Tampa, gewann mit ihnen den Stanley Cup 2004 und räumte als aktiver Spieler die Hart Trophy, den Ted Lindsay Award, zweimal die Art Ross und dreimal die Lady Byng Trophy ab, wirkte als Kapitän und Assistenzkapitän und hält bis heute Franchise-Rekorde wie Assists, Punkte und Unterzahl-Tore. Die Liebe zu den Lightning aber wird in dieser Serie ruhen, denn St. Louis lässt eine Armada an Talenten los: Kapitän Nick Suzuki (26 Jahre alt; 82 Spiele, 29-72-101), Flügelflitzer Cole Caufield (25; 81 Spiele, 51-37-88), Offensivverteidiger Lane Hutson (22; 82 Spiele, 12-66-78), Power Forward Juraj Slafkovsky (22; 82 Spiele, 30-43-73) und Zaubermaus Ivan Demidov (20; 82 Spiele, 19-43-62) begeistern nicht nur die euphorisierten Fans im Bell Centre, sondern machen Montreal zur siebtbesten NHL-Offensive (3,4 Tore/Spiel). Mit ihrer Unbekümmertheit und ihrem enormen Tempo könnten die Canadiens für Furore in den Playoffs sorgen. Ein Fragezeichen aber steht hinter der Defensive (3,06 Gegentore/Spiel, T-16.) und dem Goaltending, denn Starter Jakub Dobes (43 Spiele, 42 Starts, 29 Siege, 2,78 Gegentore/Spiel, 90,1 Prozent Fangquote) kann auf nur auf die Erfahrung aus 144 Playoff-Minuten bauen. Mit Verteidiger-Talent David Reinbacher (zwei Spiele, 0-1-1) hofft ein Österreicher auf erste Playoff-Einsätze.

Carolina Hurricanes (1. Metropolitan Division) – Ottawa Senators (2. Wildcard)
Saison-Serie: 2:1
 
Die Carolina Hurricanes (53-22-7) sind Dauergast in den Playoffs und nehmen zum achten Mal in Folge teil. Beim Team aus Raleigh ist die Mannschaft der Star. Im Verbund produzieren die Hurricanes die zweitmeisten Torschüsse (33,7 pro Spiel) und lassen die wenigsten zu (26,2 pro Spiel). Die Special Teams sind mit kumuliert 105,4 Prozent (24,9 im Powerplay plus 80,5 Prozent im Penalty Killing) gut. Die Scoring-Last verteilt sich auf mehrere Schultern, 13 Spieler trafen zweistellig, deren sieben erzielten mindestens 20 Tore. Unter den Stürmern ragten Sebastian Aho (79 Spiele, 27-53-80), Nikolaj Ehlers (82 Spiele, 26-45-71) und Andrei Svechnikov (79 Spiele, 31-39-70) heraus. Tiefe ist vorhanden, doch Jahr für Jahr stellt sich die Frage, ob Carolina genug Superstar-Power hat, um weit zu kommen. In der Defensive (2,88 Gegentore/Spiel, T-5.) räumen viele große und schwere Verteidiger auf. Im Tor hatten Frederik Andersen und Pyotr Kochetkov mit Verletzungen zu kämpfen, sodass Brandon Bussi (39 Starts, 31 Siege, 2,47 Gegentore/Spiel, 89,5 Prozent Fangquote, zwei Shutouts) zu seinem Playoff-Debüt kommen sollte. Das beste Team aus der Eastern Conference genießt bis ins Stanley Cup Finale Heimrecht, was zum großen Trumpf werden könnte: Mit einer 29-10-2-Bilanz und 60 Punkten ist Carolina das beste Heim-Team der gesamten Liga.

Die Ottawa Senators (44-27-11) sind auf dem Papier zwar das vermeintlich leichteste Los, doch die kanadischen Hauptstädter befinden sich seit Wochen in bestechender Form und sind gerade deshalb brandgefährlich: Seit dem 13. Januar holten die Senators 71,1 Prozent der möglichen Punkte (38 Spiele, 24-8-6, 54 Punkte) und sind in diesem Zeitraum die drittbeste NHL-Mannschaft. Insbesondere in der Defensive konnte sich Ottawa straffen (von 3,36 auf 2,55 Gegentore/Spiel im beschriebenen Zeitraum), was umso beeindruckender ist, wenn man bedenkt, dass zahlreiche wichtige Verteidiger ausgefallen sind. In der gesamten Saison setzten die Senators 13 verschiedene Blueliner ein, kein einziger kam auf die maximale Anzahl von 82 Spielen. Abwehrchef Thomas Chabot (57 Spiele, 7-24-31) feierte erst kurz vor dem Ende der regulären Saison sein Comeback. Im Sturm verfügt Ottawa über viel Tiefe, 13 Spieler kamen über 30, sieben über 40 und fünf über 50 Scorerpunkte. Zu letzterer Kategorie zählen der deutsche Top-Scorer Tim Stützle (80 Spiele, 34-49-83), der längst zum Gesicht der gesamten Franchise geworden ist. Mit Brady Tkachuk (60 Spiele, 22-37-59) verfügen die Senators zudem über einen Power Forward aus der Kategorie „Playoff Monster“. Spielt sich Torwart Linus Ullmark (49 Starts, 28 Siege, 2,73 Gegentore/Spiel, 89,1 Prozent Fangquote, drei Shutouts) in einen Rausch, kann er nicht nur Spiele, sondern ganze Serien stehlen. Ottawa spielt seit Wochen Playoff-Hockey, um eine Aufholjagd zur zweiten Playoff-Teilnahme in Folge zu schaffen und dürfte ein enorm unbequemer Außenseiter sein.

TBL@OTT: Tim Stützle trifft und liefert zwei Assists beim 6:2-Erfolg der Senators

Pittsburgh Penguins (2. Metropolitan Division) – Philadelphia Flyers (3. Metropolitan Division)
Saison-Serie: 2:2
 
Nach drei Jahren ohne Playoffs war eher davon auszugehen, dass die Pittsburgh Penguins (41-25-16) einen Rebuild vorantreiben, doch stattdessen will es ein erfahrener Kern noch einmal wissen und geht als Division-Zweiter in die Stanley Cup Playoffs 2026. Es dürfte ein gewaltiger Schuss Extra-Motivation sein, denn es könnte die letzte Endrunde von Veteranen wie Sidney Crosby (38 Jahre alt; 68 Spiele, 29-45-74), Evgeni Malkin (39; 56 Spiele, 19-42-61), Kris Letang (38; 74 Spiele, 3-31-34) und Erik Karlsson (35; 75 Spiele, 15-51-66) sein. Verantwortung tragen längst auch andere, weshalb Pittsburgh es schaffte, als drittbeste Offensive der gesamten Liga (3,54 Tore/Spiel) abzuschließen. Hier sind Anthony Mantha (81 Spiele, 33-31-64), Bryan Rust (72 Spiele, 29-36-65) und Rickard Rakell (60 Spiele, 24-24-48) zu nennen, die allesamt mindestens 24 Treffer beisteuerten. Als guter Griff erwies sich Nachkauf Egor Chinakov (43 Spiele, 18-18-36; zuvor Columbus Blue Jackets). Fraglich ist, ob die Penguins dem noch einmal höheren Tempo und der höheren Intensität in den Playoffs gewachsen sind. Die Erfahrung spricht dagegen klar für die Stahlstädter.

Die Philadelphia Flyers (43-27-12) sind mindestens genauso überraschend vertreten wie Lokalrivale Pittsburgh, sie konnten sich erstmals seit sechs Jahren wieder für die Playoffs qualifizieren und werden direkt mit einer Pennsylvania-Derby-Serie in der Ersten Runde gegen die Penguins belohnt. Philadelphia kommt durchaus über Härte (1882 Checks, 4.), Leidenschaft (1237 Blocks, 8.) und das Kollektiv zum Erfolg. Das belegen auch nur 25,5 zugelassene Torschüsse pro Partie (4.). Torwart Dan Vladar (52 Spiele, 51 Starts, 29 Siege, 2,42 Gegentore/Spiel, 90,6 Prozent Fangquote) spielt eine starke Saison. Im Sturm sammelten Travis Konecny (77 Spiele, 27-41-68), Trevor Zegras (81 Spiele, 26-41-67), Christian Dvorak (80 Spiele, 18-33-51), Owen Tippett (28-23-51) und Matvei Michkov (81 Spiele, 20-31-51) jeweils über 50 Scorerpunkte. Allerdings fehlt es an Secondary Scoring. Die Flyers werden also aus einer gesicherten Defensive heraus agieren und schnelle Konterangriffe starten wollen.

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