Die Montreal Canadiens (49-24-10) werden gecoacht von einer Lightning-Legende: Martin St. Louis war absoluter Kult-Spieler bei Tampa, gewann mit ihnen den Stanley Cup 2004 und räumte als aktiver Spieler die Hart Trophy, den Ted Lindsay Award, zweimal die Art Ross und dreimal die Lady Byng Trophy ab, wirkte als Kapitän und Assistenzkapitän und hält bis heute Franchise-Rekorde wie Assists, Punkte und Unterzahl-Tore. Die Liebe zu den Lightning aber wird in dieser Serie ruhen, denn St. Louis lässt eine Armada an Talenten los: Kapitän Nick Suzuki (26 Jahre alt; 82 Spiele, 29-72-101), Flügelflitzer Cole Caufield (25; 81 Spiele, 51-37-88), Offensivverteidiger Lane Hutson (22; 82 Spiele, 12-66-78), Power Forward Juraj Slafkovsky (22; 82 Spiele, 30-43-73) und Zaubermaus Ivan Demidov (20; 82 Spiele, 19-43-62) begeistern nicht nur die euphorisierten Fans im Bell Centre, sondern machen Montreal zur siebtbesten NHL-Offensive (3,4 Tore/Spiel). Mit ihrer Unbekümmertheit und ihrem enormen Tempo könnten die Canadiens für Furore in den Playoffs sorgen. Ein Fragezeichen aber steht hinter der Defensive (3,06 Gegentore/Spiel, T-16.) und dem Goaltending, denn Starter Jakub Dobes (43 Spiele, 42 Starts, 29 Siege, 2,78 Gegentore/Spiel, 90,1 Prozent Fangquote) kann auf nur auf die Erfahrung aus 144 Playoff-Minuten bauen. Mit Verteidiger-Talent David Reinbacher (zwei Spiele, 0-1-1) hofft ein Österreicher auf erste Playoff-Einsätze.
Carolina Hurricanes (1. Metropolitan Division) – Ottawa Senators (2. Wildcard)
Saison-Serie: 2:1
Die Carolina Hurricanes (53-22-7) sind Dauergast in den Playoffs und nehmen zum achten Mal in Folge teil. Beim Team aus Raleigh ist die Mannschaft der Star. Im Verbund produzieren die Hurricanes die zweitmeisten Torschüsse (33,7 pro Spiel) und lassen die wenigsten zu (26,2 pro Spiel). Die Special Teams sind mit kumuliert 105,4 Prozent (24,9 im Powerplay plus 80,5 Prozent im Penalty Killing) gut. Die Scoring-Last verteilt sich auf mehrere Schultern, 13 Spieler trafen zweistellig, deren sieben erzielten mindestens 20 Tore. Unter den Stürmern ragten Sebastian Aho (79 Spiele, 27-53-80), Nikolaj Ehlers (82 Spiele, 26-45-71) und Andrei Svechnikov (79 Spiele, 31-39-70) heraus. Tiefe ist vorhanden, doch Jahr für Jahr stellt sich die Frage, ob Carolina genug Superstar-Power hat, um weit zu kommen. In der Defensive (2,88 Gegentore/Spiel, T-5.) räumen viele große und schwere Verteidiger auf. Im Tor hatten Frederik Andersen und Pyotr Kochetkov mit Verletzungen zu kämpfen, sodass Brandon Bussi (39 Starts, 31 Siege, 2,47 Gegentore/Spiel, 89,5 Prozent Fangquote, zwei Shutouts) zu seinem Playoff-Debüt kommen sollte. Das beste Team aus der Eastern Conference genießt bis ins Stanley Cup Finale Heimrecht, was zum großen Trumpf werden könnte: Mit einer 29-10-2-Bilanz und 60 Punkten ist Carolina das beste Heim-Team der gesamten Liga.
Die Ottawa Senators (44-27-11) sind auf dem Papier zwar das vermeintlich leichteste Los, doch die kanadischen Hauptstädter befinden sich seit Wochen in bestechender Form und sind gerade deshalb brandgefährlich: Seit dem 13. Januar holten die Senators 71,1 Prozent der möglichen Punkte (38 Spiele, 24-8-6, 54 Punkte) und sind in diesem Zeitraum die drittbeste NHL-Mannschaft. Insbesondere in der Defensive konnte sich Ottawa straffen (von 3,36 auf 2,55 Gegentore/Spiel im beschriebenen Zeitraum), was umso beeindruckender ist, wenn man bedenkt, dass zahlreiche wichtige Verteidiger ausgefallen sind. In der gesamten Saison setzten die Senators 13 verschiedene Blueliner ein, kein einziger kam auf die maximale Anzahl von 82 Spielen. Abwehrchef Thomas Chabot (57 Spiele, 7-24-31) feierte erst kurz vor dem Ende der regulären Saison sein Comeback. Im Sturm verfügt Ottawa über viel Tiefe, 13 Spieler kamen über 30, sieben über 40 und fünf über 50 Scorerpunkte. Zu letzterer Kategorie zählen der deutsche Top-Scorer Tim Stützle (80 Spiele, 34-49-83), der längst zum Gesicht der gesamten Franchise geworden ist. Mit Brady Tkachuk (60 Spiele, 22-37-59) verfügen die Senators zudem über einen Power Forward aus der Kategorie „Playoff Monster“. Spielt sich Torwart Linus Ullmark (49 Starts, 28 Siege, 2,73 Gegentore/Spiel, 89,1 Prozent Fangquote, drei Shutouts) in einen Rausch, kann er nicht nur Spiele, sondern ganze Serien stehlen. Ottawa spielt seit Wochen Playoff-Hockey, um eine Aufholjagd zur zweiten Playoff-Teilnahme in Folge zu schaffen und dürfte ein enorm unbequemer Außenseiter sein.