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Nach einer Leistung in der regulären Saison, die wohl weniger Aufmerksamkeit bekam, als sie verdient gehabt hätte, stürmten die Carolina Hurricanes durch die Stanley Cup Playoffs 2026. Sie brauchten nur 13 Spiele, um gegen die Ottawa Senators, Philadelphia Flyers und Montreal Canadiens durch die ersten drei Runden zu kommen. Mit einem 6:1-Heimsieg am Freitag gegen Montreal machte Carolina den Einzug ins Stanley Cup Finale perfekt und trifft dort ab Dienstag (8 p.m. ET; Mi. 2 Uhr MESZ) auf die Vegas Golden Knights.

Der Kader der vergangenen Saison blieb größtenteils intakt. General Manager Eric Tulsky verstärkte das Team aber mit ein paar wertvollen Neuzugängen. Mit einer herausragenden Mannschaftsleistung dominierten die Hurricanes die reguläre Saison und wurden in den Playoffs sogar noch besser.

Carolina besiegt Montreal in fünf Spielen und gewinnt die Eastern Conference

Tulsky fängt zwei große Fische

Die Erfolgsgeschichte der Hurricanes begann lange vor dieser Saison. Vor acht Spielzeiten, um genau zu sein. Damals, am 8. Mai 2018, machten sie Rod Brind'Amour zu ihrem Trainer. Er beendete die Durststrecke von neun Jahren ohne Teilnahme an den Playoffs gleich in seiner ersten Saison und führte das Team ins Conference Finale. In den acht Jahren unter Brind'Amour erreichte Carolina immer die Playoffs und gewann immer mindestens eine Serie. Allerdings schaffte es das Team kein einziges Mal ins Stanley Cup Finale, dreimal war im Conference Finale Schluss.

Tulsky war daher im Sommer auf der Suche, um der Mannschaft das gewisse Etwas zu geben, das den entscheidenden Schritt ermöglicht. Fündig wurde er mit einer Free-Agent-Verpflichtung und einem Transfer.

Am 1. Juli einigte sich Tulsky auf einen Trade mit den New York Rangers. Von ihnen kam Verteidiger K'Andre Miller im Austausch für Scott Morrow und je einen Pick in der ersten und zweiten Runde des NHL Draft 2026. Miller erzielte in der regulären Saison 37 Punkte (acht Tore, 29 Assists) in 72 Spielen für die Hurricanes, die zweitmeisten Punkte unter den Verteidigern der Mannschaft.

Nur zwei Tage später verstärkte der GM auch die Offensive. Nikolaj Ehlers war der gefragteste Free Agent des Sommers und er entschied sich für Carolina. In der regulären Saison war der Außenstürmer mit 71 Punkten (26 Tore, 45 Assists) der zweitbeste Scorer der Hurricanes.

Auf Sky Sport: Ehlers entscheidet das Spiel mit seinem zweiten Tor des Spiels

Spitzenklasse vom ersten bis zum letzten Tag

Aufgrund ihrer guten Bilanz unter Brind'Amour gingen die Hurricanes als einer der Playoff-Favoriten in die Saison. Am 9. Oktober gewannen sie ihr Auftaktspiel mit 6:3 gegen die New Jersey Devils. Sie ließen vier weitere Siege folgen. Die starke Form hielten sie die gesamte Saison über und holten am Ende den ersten Platz in der Metropolitan Division und der Eastern Conference. Mit 113 Punkten (53-22-7) waren sie das zweitbeste Team der gesamten NHL.

Das größere Kunststück war aber, dass sie vom ersten Tag der regulären Saison bis zum letzten Tag, 192 Tage lang, immer auf einem Playoff-Platz standen. In so einer langen Saison gelang das zuvor nur neun anderen Mannschaften in der NHL-Geschichte. Sieben dieser neun Teams gewannen daraufhin auch den Stanley Cup.

Der starke Auftritt ließ GM Tulsky zur Trade Deadline ruhig schlafen. Während andere Manager nach Transfers suchten, um ihr Team zu verbessern, vertraute man in Carolina auf die vorhandene Mannschaft. Lediglich ein kleinerer Trade, durch den Nicolas Deslauriers für einen Pick in der siebten Runde kam, wurde durchgeführt.

Konkurrenzlos durch die Playoffs

Dass die Hurricanes gut sind, zeigte bereits die reguläre Saison. In den Playoffs legten sie aber noch einige Prozent drauf, sodass die Ergebnisse der ersten drei Runden einen Klassenunterschied zeigten.

Zum Auftakt ging es gegen Tim Stützle und die Ottawa Senators. Obwohl deren Torwart Linus Ullmark eine absolut erstklassige Serie ablieferte, machte Carolina kurzen Prozess, gewann vier Spiele am Stück und entschied die Serie mit einem Sweep.

In der zweiten Runde war das Schicksal der Philadelphia Flyers kaum besser. Sie kamen zwei Mal in die Verlängerung und schafften es in Spiel 2 der Serie tatsächlich, die Hurricanes erstmals in diesen Playoffs in Rückstand zu bringen. Trotzdem setzte es vier Niederlagen in vier Partien und Carolina fuhr den zweiten Sweep ein. Aufgrund des Tempos, dass die Hurricanes vorlegten, mussten sie nach der zweiten Runde elf Tage warten, bis die anderen Mannschaften ihre Serien ausgetragen hatten, ein Rekord.

Nach dieser langen Pause ging es im Eastern Conference Finale gegen die Montreal Canadiens und im ersten Spiel konnte man tatsächlich erstmals an den Hurricanes zweifeln. Sie unterlagen den Canadiens mit 2:6. Es wurde aber schnell klar, dass das wohl nur der Rost aus der langen Pause war, den das Team abschütteln musste. Die nächsten beiden Spiele gewann Carolina wieder mit einer dominanten Spielweise und einem klaren Übergewicht an Torschüssen und Chancen in der Verlängerung. In Spiel 4 fuhr Torwart Frederik Andersen, der in jedem Playoff-Spiel zwischen den Pfosten stand und überragend spielte, seinen dritten Shutout der Playoffs ein. Am Freitag sorgte Brind'Amours Mannschaft mit einem 6:1 für klare Verhältnisse und löste das Ticket fürs Finale.

PHI@CAR, Sp1: Andersen ist nicht zu bezwingen und führt die Hurricanes zum Sieg

Andersens geniale Form macht Mut für das Finale gegen Vegas. Dazu kommt ein beeindruckender Lauf der zweiten Reihe, bestehend aus Taylor Hall, Jackson Blake und Logan Stankoven. Hall ist mit 16 Punkten (fünf Tore, elf Assists) Carolinas Topscorer, gefolgt von Blake mit 15 Zählern (fünf Tore, zehn Assists) und Stankoven, dem besten Torjäger, mit zwölf Punkten (neun Tore, drei Assists). In der Serie gegen Montreal kamen auch die erste und die dritte Reihe in Fahrt. Ehlers brachte es beispielsweise auf fünf Punkte (zwei Tore, drei Assists) in fünf Spielen. Wie dominant diese Mannschaft ist, zeigen die Torschüsse. Mit 438:289 haben sie ein Plus von 149 Schüssen in 13 Spielen vorzuweisen.

Vegas wird im Finale ein harter Brocken. Doch nach all dieser Dominanz, die Carolina seit 9. Oktober 2025 über die gesamte Saison und durch die ganzen Playoffs demonstrierte, ist es nur schwer vorstellbar, dass die Hurricanes in einer Best-of-7-Serie schlagbar sind.

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