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Die IIHF-Weltmeisterschaft 2026 fand am Sonntag mit dem 1:0-Sieg Finnlands im Finale gegen Gastgeber Schweiz ein dramatisches Ende. Das Turnier bot über die vergangenen Wochen unerwartete Enttäuschungen, große Überraschungen und Spitzenleistungen von einer Reihe von Spielern.

Norwegen schockt die Großen

Die Erfolgsgeschichte der WM ist sicherlich Norwegen. Der Außenseiter war eher ein Kandidat für den Kampf um den Klassenerhalt, setzte sich aber nicht nur in der Vorrunde überraschend stark durch. Nach Siegen gegen Slowenien, Italien, Dänemark, Schweden und Tschechien, ging es auf Platz zwei der Gruppe B ins Viertelfinale. Die Underdogs setzten sich dort auch gegen Lettland durch und schockten Kanada im Spiel um Bronze mit einem 3:2-Sieg in der Verlängerung.

Der Star der Mannschaft war Henrik Haukeland. Der Torhüter der Straubing Tigers wurde zum besten Torhüter des Turniers gewählt und führte seine Mannschaft mit einer Fangquote von 93,78 Prozent, 1,74 Gegentoren pro Spiel und drei Shutouts zur ersten Medaille bei einem großen IIHF-Turnier.

Schwacher Start sorgt für deutsche Enttäuschung

Für die deutsche Mannschaft war die WM eine Enttäuschung. Ohne die NHL-Stars Leon Draisaitl, Tim Stützle, JJ Peterka und Nico Sturm erwischte das Team von Trainer Harold Kreis einen schlechten Start mit vier Niederlagen in Folge. Besonders beim 0:2 gegen Lettland hätte mehr drin sein müssen. Ein schlechtes Powerplay und generell eine zu harmlose Offensive in den ersten Partien führten dazu, dass Deutschland nur auf Platz fünf der Gruppe A landete und damit das Viertelfinale verpasste. In den letzten drei Partien der Gruppenphase zeigte die Mannschaft immerhin, dass sie auch anders kann, indem sie in jedem dieser Spiele sechs Tore erzielte.

Österreich hat nichts mit dem Abstieg zu tun

Das österreichische Team verpasste das Viertelfinale ebenfalls, allerdings sollte man mit der Leistung dort recht zufrieden sein. Die Alpenrepublik ging mit dem Ziel Klassenerhalt in das Turnier und nahm diese Hürde mit Leichtigkeit. Nach Erfolgen gegen Großbritannien, Ungarn und Lettland in den ersten drei Spielen war bereits klar, dass das Mindestziel erreicht war.

Österreich spielte sogar am letzten Spieltag noch um den Einzug ins Viertelfinale. Allerdings waren die größeren Gegner doch noch zu stark. Nach einer 1:4-Niederlage im entscheidenden Spiel gegen die USA war das Ergebnis Platz sechs in Gruppe A. Das Turnier sollte für die Zukunft aber zuversichtlich stimmen. Es rücken jede Menge junge Spieler nach, die auf internationaler Bühne absolut konkurrenzfähig sind, selbst ohne die NHL-Spieler Marco Rossi, Marco Kasper und David Reinbacher.

Dramatisches Ende für die Gastgeber

Die Schweiz schien bei der WM im eigenen Land lange unschlagbar. 48 Tore und nur neun Gegentore waren die Spitzenwerte des Turniers, genau wie die Chancenverwertung von 15 Prozent und Erfolgsquoten von 35,5 Prozent im Powerplay und 96,3 Prozent in Unterzahl.

Die Eidgenossen gewannen vor dem Finale alle neun Spiele in regulärer Spielzeit. Im Finale verzweifelten sie aber an der finnischen Abwehr und an Torwart Justus Annunen. Das Endspiel ging ohne Tore in die Verlängerung. Nach 70:42 Minuten schoss Konsta Helenius die Finnen zu Gold. Für die Schweiz ist es bereits die dritte Silbermedaille in drei Jahren.

Josi räumt ab

Ein überragendes Turnier lieferte der Schweizer Abwehrchef und Kapitän Roman Josi. Er war mit zwölf Zählern (fünf Tore, sieben Assists) der punktbeste Verteidiger des Turniers und wurde schließlich als bester Verteidiger und wertvollster Spieler ausgezeichnet und ins All-Star Team der WM aufgenommen. Der Schweizer Torwart Leonardo Genoni und Stürmer Sven Andrighetto standen ebenfalls im All-Star Team, neben dem finnischen Abwehrspieler Henri Jokiharju und den Angreifern Aleksander Barkov (Finnland) und Macklin Celebrini (Kanada).

Andrighetto vor Celebrini

Eine besondere Augenweide war das Zusammenspiel der Schweizer Offensivkräfte Andrighetto und Denis Malgin. Die Teamkollegen der ZSC Lions schafften es an die Spitze der Scorerliste. Malgin lag mit 13 Punkten (fünf Tore, acht Assists) auf Platz drei, Andrighetto mit 15 Punkten (vier Tore, elf Assists) auf Rang eins vor Celebrini, der es auf 14 Zähler (sechs Tore, acht Assists) brachte. Trotzdem wurde Celebrini zum besten Stürmer gewählt.

Unerwartete Torjäger an der Spitze

In der Liste der Torschützen gab es eine weitere Überraschung. Ganz oben stand kein Kanadier, Finne oder Schweizer, sondern zwei Außenseiter. Der Lette Rudolfs Balcers und der Norweger Noah Steen, der im Spiel um Bronze das entscheidende Tor schoss, lieferten jeweils sieben Treffer.

Schwaches abschneiden von Spitzenteams

Durch die starken Leistungen von Norwegen und der Schweiz mussten sich einige große Nationen mit enttäuschenden Ergebnissen abfinden. Platz vier entspricht nicht dem Anspruch Kanadas. Schweden flog im Viertelfinale gegen die Schweiz raus, genau wie Tschechien gegen Finnland und die USA mit einem 0:4 gegen Kanada. Die Slowakei verpasste das Viertelfinale in Gruppe B sogar auf dem fünften Platz.

Großbritannien und Italien verabschieden sich

Auf dem jeweils letzten Platz ihrer Gruppen landeten Großbritannien und Italien. Sie steigen damit ab und treten nächstes Jahr in der Division I an. Stattdessen sind 2027 Kasachstan und die Ukraine mit von der Partie.

Vorfreude auf 2027

Im kommenden Jahr findet die WM ebenfalls im deutschsprachigen Raum statt. Nach dem Turnier in der Schweiz geht es nach Deutschland, wo die Spiele in Mannheim und Düsseldorf stattfinden werden.

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