Colorado Avalanche, Gabriel Landeskog, Brent Burns

Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2025/26 unter die Lupe. Die zweiteilige Bestandsaufnahme besteht aus einer Analyse und einem Beitrag mit drei zentralen Fragen, mit denen sich die Mannschaften auseinandersetzen müssen.

In dieser Ausgabe: Drei Fragen bei den Colorado Avalanche

1. Wer unterstützt die Stars beim Scoren?

Über die Qualitäten von Superstar Nathan MacKinnon, Cale Makar und Martin Necas gibt es keine Diskussionen. MacKinnon ist der perfekte Vollstrecker und Vorbereiter in Personalunion. In der vergangenen Saison schaffte er mit 32 Toren und 84 Vorlagen in 79 Spielen zum dritten Mal in Folge einen dreistelligen Wert bei den Scorerpunkten. Makar war mit 30 Toren und 62 Vorlagen in 80 Spielen für einen Verteidiger das Maß aller Dinge und sicherte sich zum zweiten Mal die Norris Trophy für den besten Defender. Und auch Necas überzeugte in Denver, nachdem er im Trade, der Mikko Rantanen nach Carolina schickte, von den Hurricanes in die Rocky Mountains wechselte. In 30 Spielen kam er auf elf Tore und 17 Assists.

Und danach? Lediglich Brock Nelson durchbrach die Marke von 50 Scorerpunkten in der vergangenen Saison, wobei er das Gros der Punkte noch im Trikot der New York Islanders erzielte. Die Spieler hinter den Stars müssen eine Schippe drauflegen, wenn die Avalanche wieder eine erfolgreiche Saison hinlegen wollen. Hoffen dürfen Fans und Verantwortliche tatsächlich auf den Kapitän. Gabriel Landeskog meldete sich in den vergangenen Playoffs mit einem Tor und drei Vorlagen in fünf Partien gegen die Dallas Stars in guter Form zurück. Knüpft er daran an, hat Trainer Jared Bednar eine Sorgenfalte weniger auf der Stirn.

Valeri Nichushkin könnte ebenfalls für viel Unterstützung sorgen – wenn er endlich mal eine komplette Saison absolvieren könnte. Auch von den Sturmreihen drei und vier darf gerne etwas mehr kommen. Ross Colton hat in Tampa Bay schon die 20-Tore-Marke durchbrochen. In der Ball Arena hätte niemand etwas dagegen, wenn er an diese Leistung anknüpfen würde, erst recht nicht, da er mit vier Millionen US-Dollar pro Jahr den Salary Cap der Franchise belastet. Ja, wenn MacKinnon, Makar und Necas etwas mehr Support bekommen, hat Colorado auch in der bevorstehenden Saison eine der besten Angriffsreihen in der Liga. Doch dafür muss vieles passen.

2. Macht es Brent Burns wie einst Ray Bourque?

Ray Bourque war einst einer der besten Verteidiger seiner Generation. Den Großteil seiner Karriere verbrachte er bei den Boston Bruins. Den Stanley Cup allerdings gewann er am Ende seiner Karriere 2001 – im Trikot der Avalanche. Brent Burns hat vielleicht nicht ganz den Stellenwert in dieser Zeit, wie dereinst Bourque. Doch fast 1500 Spiele in der regulären Saison für Minnesota, San Jose und Carolina mit über 900 Scorerpunkten sprechen eine deutliche Sprache. Mittlerweile ist der Kanadier 40 Jahre alt. Und doch hat er in den vergangenen vier Spielzeiten keine einzige Partie versäumt. Allerdings hat seine offensive Produktion in den vergangenen drei Saisons kontinuierlich abgenommen.

Jetzt unternimmt er in Denver noch einen Anlauf. Denn der Gewinn des Stanley Cups ist ihm bislang verwehrt geblieben. Ob der Plan aufgeht? Colorado ist sicherlich ein Anwärter auf einen der Playoffplätze in der Western Conference. In der sehr starken Central Division haben in den vergangenen Jahren aber Winnipeg und Dallas vermehrt den Ton angegeben. Burns kann mit seiner Erfahrung im dritten Verteidigerpärchen zu einem wertvollen Baustein werden und einer ohnehin schon erstklassig besetzten Abwehr noch mehr Tiefe verleihen. Ob das alleine allerdings zum ersehnten Titel reicht?

CAR@NYI R1, Sp3: Burns trifft zuerst

3. Was ist von den Keepern zu erwarten?

Die vergangenen Jahre haben einmal mehr gezeigt, dass man es in den Playoffs sehr weit schafft, wenn man einen guten Torwart zwischen den Pfosten hat, und der auch noch in der entscheidenden Phase zu Top-Form aufläuft. In Denver sah man nicht mehr, dass das Alexandar Georgiev sein könnte, geschweige denn Justus Annunen. Mitten in der Saison entschied man sich einen neuen Weg einzuschlagen. Nachdem Mackenzie Blackwood und Scott Wedgewood die Position im Tor übernommen hatten, lautete 35-16-4 die Bilanz der Avalanche.

Blackwood ist die Nummer eins. Und das quasi schon per Gehalt. 5,25 Millionen Dollar bekommt er pro Saison bis 2030. Immerhin: Seine Fangquote von 91,2 Prozent in der vergangenen Saison kann sich sehen lassen und macht Hoffnung, zumal Blackwood die Spielzeit 24/25 bei den San Jose Sharks startete. Dazu kamen noch ein Gegentorschnitt von 2,33 pro Spiel und drei Shutouts. Jetzt muss er von Anfang an in Colorado beweisen, dass die Avalanche mit dem auch finanziellen Bekenntnis zu ihm die richtige Entscheidung getroffen haben.

Als verlässlicher Backup hat sich Scott Wedgewood erwiesen. Mit einem Gegentorschnitt von 1,99 Toren pro Partie und einer Fangquote von 91,7 Prozent bei seinen 19 Auftritten im Trikot der Avalanche musste er sich vor Blackwood nicht verstecken. Zweimal hielt er seinen Kasten sauber. Wedgewood geht außerdem in die letzte Saison seines aktuellen Vertrags, was ja immer noch zusätzlich Motivation freisetzt.

Die beiden haben nicht die großen Namen wie zum Beispiel ein Connor Hellebuyck, Sergei Bobrovsky oder Andrei Vasilevskiy, aber womöglich schaffen sie es im Verbund, sich zu Höchstleistungen zu pushen und in den Playoffs dann der nötige Rückhalt für das Team zu sein. Egal, wer von beiden dann zwischen den Pfosten steht.

Blackwood Game 6

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