5 für 5: Tolle 5 Tore aus Meiers 5. NHL-Saison

Timo Meier zählt zu den besten Power Forwards in der NHL. Der 24-jährige Schweizer spielt seit drei Jahren eine Hauptrolle bei den San Jose Sharks und wird auch in der anstehenden Saison 2021/22 zu den Leistungsträgern im Sturm zählen. Nach zwei Jahren ohne Stanley Cup Playoffs ist der Hunger auch bei Meier riesengroß.

Ein gefährliches Komplettpaket
Der in Herisau geborene Meier landete in jeden seiner vollen vier NHL-Saisons unter den Top-4-Torjägern bei den Sharks. Seine beste Spielzeit hatte er 2018/19, als er mit 66 Punkten (30 Tore, 36 Assists) sogar Top-Scorer in San Jose wurde. Mit gerade einmal 24 Jahren zählt der 1,84 Meter große und 98 Kilogramm schwere Linksschütze bereits zu den ultimativen Top-Stürmern seiner Mannschaft und wird auch regelmäßig im Powerplay eingesetzt.
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Insbesondere sein Paket aus Physis, Instinkt und Zug zum Tor machen Meier zu einem wertvollen Puzzlestück für jede Reihe. "Ich bin ein Power Forward und gehe gerne mit der Scheibe vors Tor", erklärt Meier sein Spiel. "Auch ohne Scheibe bin ich ein physischer Spieler, der gerne den Puck schießt."
Für die neue Saison will sich der Angreifer insbesondere in der Defensivzone steigern: "Da kann ich noch einiges besser machen und verantwortungsbewusster mit der Scheibe umgehen. Das Spiel ohne Puck ist immer etwas, wo ich noch einen Schritt nach vorne machen möchte, um noch mehr Verantwortung zu bekommen."

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Meier: "Wir müssen aus den Fehlern lernen"
Sich in der Defensive zu steigern, ist das Ziel aller Sharks-Spieler. Immerhin stellte San Jose in der Vorsaison die zweitschlechteste Defensive (3,5 Gegentore/Spiel, wie die Buffalo Sabres). Und das, obwohl klangvolle Namen wie Erik Karlsson, Brent Burns oder Marc-Edouard Vlasic auf dem Aufstellungsbogen standen.
"Der Teamgeist ist entscheidend und muss besser werden. Jeder muss seine beste Leistung abrufen können und das konstant. Das haben wir über die letzten beiden Jahre nicht gemacht", analysiert Meier. "Es ist wichtig, dass wir als Team zusammenkommen. Wir müssen aus den Fehlern lernen und zeigen, dass wir besser sind als das, was wir gezeigt haben. Das Wichtigste wird sein, dass wir in jedem Spiel alles geben. Wenn unser Talent dazu kommt - denn wir haben viele Elite-Spieler -, wir diesen Kampfgeist zeigen und hart spielen, dann kommt auch unser Können irgendwann zur Erscheinung. Der Ansporn ist groß. Wir haben Ziele mit unserer Organisation und wollen zurück in die Erfolgsspur kommen."

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Mehr Verantwortung in den Top-6-Lines
Das Ziel ist die Rückkehr in die Stanley Cup Playoffs, die San Jose in den letzten beiden Jahren verpasst hatte. Bei dieser Mission möchte Meier selbst eine gute Einstellung vorleben: "Ich liebe die Herausforderung, Verantwortung zu übernehmen und will auch auf und neben dem Eis den Unterschied machen. Ich versuche immer das Beste für das Team zu geben und mit gutem Beispiel und der richtigen Einstellung voranzugehen. Das ist etwas, was ich schon immer machen wollte. Ich möchte, dass man weiß, was man bekommt, wenn man mich aufs Eis schickt."
Sharks-Trainer Bob Boughner dürfte den Schweizer in der ersten oder zweiten Sturmreihe aufstellen. Eine gute Chemie hat Meier mit allen Mitspielern: "Ich versuche immer ein Spieler zu sein, der mit allen spielen kann. Ich habe eine gute Chemie mit Logan Couture und Tomas Hertl, also guten Centern, die auch defensiv sehr verantwortungsbewusst sind."
Eishockey in Kalifornien: Mit Flipflops zum Training
In diesen Tagen stimmt sich Meier in Nordkalifornien auf die neue Saison ein und genießt die Zeit in San Jose. "Es ist immer schön, wenn man nach einem langen Sommer zurückkommt, wieder alle Jungs sieht und auch neben dem Eis was zusammen machen kann. In Kalifornien Eishockey zu spielen ist cool: Es ist eine sehr schöne Umgebung, die Temperaturen sind warm, und du kannst mit Flipflops ins Training gehen, wenn es in der Schweiz schon schneit. Ich lege mich nach dem Training auch gerne mal in die Sonne, um mich zu erholen. Das genieße ich extrem."
Gleichzeitig hat Meier aber auch Sehnsucht nach der Heimat: "Ich vermisse natürlich Familie und Freunde. Aber auch die extrem schöne Landschaft, die Berge und das Essen: Wir haben sehr gutes Brot in der Schweiz und natürlich auch Käse."

SJS@LAK: Hertl bedient Meier zum 2:0 im 2. Drittel

Mit Sharks-Hockey zurück in die Stanley Cup Playoffs?
Am 16. Oktober starten die Sharks mit einem Heimspiel gegen die Winnipeg Jets in die neue Saison 2021/22. Danach geht es direkt auf einen Roadtrip in den Osten mit Auswärtsspielen in Montreal, Ottawa, Toronto, Boston und Nashville. Dabei möchte San Jose einen Fehlstart wie in den letzten beiden Jahren unbedingt verhindern.
Mit Biss, Aggressivität, harten Checks und schönen Toren steht Meier exemplarisch für das Sharks-Hockey, das einst so gefürchtet und erfolgreich war. Führt der am drittfrühesten gedraftete Schweizer in der NHL (2015 in der 1. Runde an 9. Stelle, nur Nico Hischier und Nino Niederreiter wurden früher ausgewählt) San Jose zurück in die Playoffs? "Die Vorfreude auf diese Saison ist groß", betont Meier.