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Barry Trotz & Isles stehen vor großen Herausforderungen

Analyse der Islanders: Nicht nur der Verlust von John Tavares beschäftigt die New Yorker in diesen Tagen

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Nachdem die Washington Capitals zum Stanley-Cup-Champion 2017/18 gekrönt wurden, der NHL Draft 2018 und die geschäftige Phase der Free Agency hinter uns liegen, wird NHL.com/de alle 31 Teams zu diesem Zeitpunkt der Offseason bewerten. Von den wichtigsten Ergänzungen bis hin zu den neuen Perspektivspielern und vielem mehr, werden wir den Zustand jeder Organisation analysieren.

Heute: New York Islanders

Die bisher wohl unruhigste Sommerpause aller 31 NHL-Teams verbrachten die New York Islanders. Und das längst nicht nur aufgrund des vielbeachteten und heiß diskutierten Abgangs ihres Teamkapitäns John Tavares als Unrestricted Free Agent in Richtung Toronto Maple Leafs. Insgesamt befindet sich die Organisation in einem großen Umbruch, nachdem die New Yorker zuletzt zwei Jahre in Serie die Stanley Cup Playoffs verpasst hatten.

 

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Bereits vor dem offiziell verkündeten Verlust von Tavares waren die Umwälzungen bei den Isles in vollem Gange. Der erfahrene Lou Lamoriello wurde im Mai zum kriselnden Franchise geholt, übernahm die Rolle als 'President of Hockey Operations'. In dieser Funktion ersetzte er, kaum im Amt, den bisherigen General Manager Garth Snow durch seine eigene Person, entband anschließend Cheftrainer Doug Weight von seinen Pflichten und konnte am 21. Juni Barry Trotz, den Meistertrainer der Washington Capitals, als dessen Nachfolger verpflichten. Der komplette Umbruch war damit, für jedermann klar ersichtlich, eingeläutet.

"Wir gewinnen mit ihm einen sehr erfahrenen Coach, der weiß was es braucht, damit ein Team erfolgreich spielt. Ich bin sehr glücklich, dass es uns gelungen ist ihn zu verpflichten. Das ist eine wirklich tolle Chance für uns", gab sich Lamoriello schon unmittelbar nach dem geglückten Trainer-Coup voller Optimismus.

Der Verlust von Teamkapitän Tavares zu Beginn der Free Agency, zerstörte dann zumindest kurzzeitig, die rund um Long Island gerade neu aufblühenden Illusionen vieler Fans, dass der Neuaufbau des Teams unter komplett neuer Führung eine einzige Erfolgsgeschichte sein könnte. Die kurz zuvor erst frisch entflammte Begeisterung bei der Anhängerschaft erhielt einen dramatischen Dämpfer durch den Verlust des langjährigen Spielführers.

So schwer der Abgang des 27-Jährigen sportlich und menschlich wiegen mag, es gibt inzwischen viele Hoffnung versprühende Aspekte, dass die angelaufene Kader-Umstrukturierung gelingen möge.

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Beispielsweise konnten mit dem 31-jährigen Leo Komarov, dem 34-jährigenValtteri Filppula, dem zuvor fünf Jahre in der KHL tätigen John Kovar oder auch dem Deutschen Tom Kuhnhackl, der nach zwei Stanley Cup-Titeln mit den Pittsburgh Penguins den Weg nach Brooklyn fand, recht erfahrene Kräfte zur Kader-Ergänzung verpflichtet werden, die zukünftig dem jungen Islanders-Team möglichst viel Stabilität verleihen sollen.

Durch einen Trade mit den Maple Leafs stieß Matt Martin nach zwei Jahren in Toronto neu zur Mannschaft, kehrte damit an seine alte Wirkungsstätte zurück, wo er bereits zuvor sechs Jahre lang die Schlittschuhe geschnürt und insgesamt 109 Zähler in 570 Spielen gesammelt hatte.

Natürlich kann all dies Drehen an den kleinen Stellschrauben den Verlust eines Tavares sicherlich nicht auf Anhieb völlig kompensieren, doch steht das Franchise durch diese Neuverpflichtungen wohl längst nicht so sehr auf verlorenem Posten, wie manch einer zunächst befürchtet hatte.

Trotz, mit seinen 56 Jahren ein sehr erfahrener NHL-Coach, der vor seinem Engagement in Washington bei den Nashville Predators über Jahre hinweg ebenfalls einen sehr beachtlichen Job abgeliefert hatte, wird dennoch maximal gefordert sein, das Team in möglichst wenigen Jahren zu einem Titelanwärter zu formen, so wie es ganz konkret das mittelfristige Ziel auf Long Island ist.

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"Lou und ich werden alles daran setzen, dass das hier wieder ein echtes Siegerteam wird. Wir verfügen über die notwendige Erfahrung, wissen was es konkret bedarf um Erfolg zu haben", gab sich auch der neue Coach entsprechend tatendurstig. "Wir arbeiten hier an einem ganz konkreten Plan, an dessen Ende wir in einigen Jahren den Stanley Cup gewinnen wollen. Wir werden damit Erfolg haben, denke ich", kommentierte der selbstbewusste Trotz weiter.

Für die zuletzt häufig umstrittene Torhüterposition haben sich die Verantwortlichen, nach dem Abgang von Jaroslav Halak in Richtung Boston Bruins, zunächst für den, bei den Buffalo Sabres aussortierten Robin Lehner entschieden. Ob Lehner, der nach insgesamt drei Jahren in Buffalo in der Vorsaison eine arg enttäuschende Fangquote von lediglich 90,8% erreichte, in New York jedoch einen neuen NHL-Vertrag erhielt, auf Dauer tatsächlich die richtige Wahl war, um das Team mit den meisten Gegentoren der Liga, in der Tabelle wieder weiter nach oben zu führen, ist zumindest zweifelhaft.

Des Weiteren steht dem Team als Alternative im Kasten noch Thomas Greiss zur Verfügung, der in der Vorsaison jedoch, ob berechtigt oder nicht sei dahingestellt, öfters für die schwachen Defensivleistungen des Isles mitverantwortlich gemacht wurde. Die Besetzung der Torhüterposition scheint in jedem Falle ein Knackpunkt der New Yorker zu bleiben.

 

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Neben Tavares und Halak verließen Calvin De Haan und Nikolay Kulemin die Islanders. De Haan zog es weiter zu den Carolina Hurricanes, Kulemin zurück nach Hause in die KHL.

Die Erwartungshaltung gegenüber den schon länger vorhandenen Talenten in der Organisation, darunter äußerst vielversprechende Nachwuchsakteure wie etwa Joshua Ho-Sang oder Kieffer Bellows, wird in den nächsten Monaten deutlich ansteigen. Sie werden vermutlich mit ihren erbrachten Leistungen darüber mitentscheiden, in welchen Tabellenregionen die New Yorker in der anstehenden Saison 2018/19 vordringen können.

Dies können die frisch im NHL Draft 2018 ausgewählten Spieler wie Oliver Wahlstrom (Pick #11) Noah Dobson (#12), Bode Wilde (#41), Ruslan Iskhakov (#43), Jakub Skarek (#72), so zufrieden man bei den Islanders mit den neu hinzugewonnen Jungspunden auch war, natürlich noch nicht auf Anhieb leisten. Ihnen gegenüber muss deutlich mehr Geduld aufgebracht werden.

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