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Islanders-Euphorie bekam einen Dämpfer

Weggang von Tavares schmerzt, Kühnhackl verstärkt die Offensive, Abwehr größte Baustelle

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Die nach der Verpflichtung von Meistercoach Barry Trotz allseits spürbare Euphorie bei den New Islanders hat einen Dämpfer bekommen. Grund ist der Abschied von Kapitän John Tavares. Er hatte das Angebot des Klubs für eine Vertragsverlängerung ausgeschlagen und wechselte als Free Agent zu den Toronto Maple Leafs. Auch der als Ersatz für den Topscorer ins Visier genommene Center Ryan O´Reilly gab den New Yorkern einen Korb und schloss sich den St. Louis Blues an. Besser lief es dagegen beim Werben um Tom Kuhnhackl. Der Landshuter verständigte sich mit dem Franchise aus Brooklyn auf eine Zusammenarbeit für ein Jahr.

Für die Islanders ist der Weggang ihres Kapitäns ein herber Verlust in der Offensive. Nach der regulären Saison 2017/18 hatte er 84 Punkte (37 Tore, 47 Vorlagen) auf dem Konto. Sieben Spielzeiten schloss Tavares als punktbester Spieler der Islanders ab. Nie war er in der internen Scorerwertung schlechter platziert als auf Rang zwei und nie schoss er weniger als 24 Tore. Alles in allem stehen für ihn 621 Zähler (272 Tore, 349 Assists) zu Buche. In den Playoffs kam der 27 Jahre alte Center in 24 Einsätzen auf 22 Punkte (11 Tore, 11 Assists). Ein Top-Scorer von dieser Güte lässt sich mit Sicherheit nicht mir nichts, dir nichts ersetzen.

 

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Die Hoffnungen der Islanders im Angriff ruhen jetzt vor allem auf Mathew Barzal. Er schloss die vergangene Saison mit 85 Punkten (22 Tore, 63 Assists) ab. Damit war der 21-Jährige nicht nur erfolgreichster Scorer im Team, sondern gewann außerdem die Calder Trophy für den besten Rookie. Allerdings muss er diese Leistung nun bestätigen und zeigen, dass er tatsächlich in die Fußstapfen von Tavares treten kann.

Mit Valtteri Filppula (zuletzt Philadelphia Flyers) und Leo Komarov (Toronto Maple Leafs) verpflichteten die Islanders bei der Free Agency zwei erfahrene Spieler für die Center-Position. Der 34-jährige Filppula bestritt für die Flyers, die Tampa Bay Lightning und die Detroit Red Wings 876 Begegnungen in der regulären Saison und erzielte 463 Punkte. In den Playoffs kamen 82 Zähler aus 158 Playoff-Partien. 2008 holte er mit den Red Wings den Stanley Cup. Der drei Jahre jüngere Komarov wirkte bei den Maple Leafs in 327 Hauptrunden-Partien sowie 15 Playoff-Matches mit und sammelte insgesamt 123 Zähler.

Nach drei Spielzeiten und zwei Triumphen im Stanley Cup hat Tom Kühnhackl seine Zelte bei den Pittsburgh Penguins abgebrochen. Mit dem 26-jährigen deutschen Nationalspielern erhalten die Islanders einen Angreifer, der das körperbetonte Spiel liebt und als Spezialist fürs Penalty-Killing gilt. Bei seinen 69 Spielen in der regulären Saison 2017/18 stand er durchschnittlich 2:08 Minuten in Unterzahl auf dem Eis. Von den Penguins-Stürmern wurde lediglich für Carl Hagelin und Carter Rowney mehr Einsatzzeit im Penalty-Killing notiert als für Kühnhackl.

Video: PIT@CBJ, Sp4: Kühnhackl findet den freien Puck

Der Linksaußen könnte bei den Islanders durchaus eine wichtigere Rolle einzunehmen als zuletzt in Pittsburgh, wo er meist in der vierten Reihe agierte. Dass er das Zeug dazu hat, bewies er im Herbst bei seinen wenigen Auftritten in der zweiten Angriffsformation an der Seite von Evgeni Malkin. Als einziges Manko bei Kühnhackl erwies in der abgelaufenen Serie die Punkteausbeute. Zwei Tore und sechs Vorlagen sind in der Statistik für ihn festgehalten. Insgesamt verzeichnete er 39 Punkte aus 168 Hauptrunden-Partien in seinen drei Jahren bei den Penguins. Vielleicht gelingt es ihm, sein Scoring unter der Regie von Coach Trotz auf eine höhere Stufe zu bringen.

Die größte Baustelle bei den Islanders ist zweifelsohne die Defensive. Mit 296 Gegentoren war das Team in der vergangenen Spielzeit die Schießbude der Liga schlechthin. Um den Startplatz im Tor zur neuen Saison kämpfen nach aktuellem Stand Thomas Greiss und Christopher Gibson. Es sei denn, die Islanders entschließen sich zur Verpflichtung eines weiteren Schlussmanns, der mehr sein soll als ein Backup für die beiden.

Wesentlich dringender ist der Handlungsbedarf jedoch bei den Verteidigern, trotz der Einigung mit Thomas Hickey auf einen neuen Vierjahresvertrag. Mit ihm, Nick Leddy und Johnny Boychuk verfügen die Islanders momentan nur über drei erfahrene Defensivspieler im Kader. Abhilfe schaffen könnte die Weiterbeschäftigung der Free Agents Brock Nelson, Calvin de Haan oder Dennis Seidenberg. Allerdings stünden ihre Namen nicht unbedingt für den von den Islanders angestrebten Umbau ihrer Mannschaft. Von daher dürfte sich General Manager Lou Lamoriello auch bei der Konkurrenz nach geeigneten Abwehrrecken umschauen und den betreffenden Vereinen einen Trade schmackhaft machen.

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