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32 Teams kämpften in der NHL über 82 Saisonspiele dafür, sich für die Stanley Cup Playoffs zu qualifizieren. 16 Mannschaften sind an diesem Vorhaben gescheitert. Mit dem Abschluss der regulären Saison ist für sie die Spielzeit 2025/26 beendet. Für einige Teams war dies zu erwarten, für andere ist es ein Debakel. Umso wichtiger ist es, das Scheitern zu analysieren. NHL.com/de fasst die Situation der 16 Teams zusammen, die sich nicht für die Playoffs qualifiziert haben.

Die Teams aus der Eastern Conference

Detroit Red Wings: Die Durststrecke nimmt kein Ende. Zum zehnten Mal in Folge haben die Red Wings die Playoffs verpasst. Ende Januar standen Moritz Seider & Co gemeinsam mit den Carolina Hurricanes noch an der Spitze der Eastern Conference, ehe der Absturz erfolgte. Die Verträge einiger Routiniers wie Patrick Kane und David Perron laufen zwar aus. Doch die absoluten Schlüsselspieler wie Kapitän Dylan Larkin, Lucas Raymond und Alex DeBrincat bleiben der Mannschaft erhalten. Detroit ist auch kommende Saison ein Playoff-Kandidat.

DET@BUF: Raymond verwertet Powerplay zum 2:0

Florida Panthers: Was für eine Enttäuschung! Nachdem die Panthers in den vergangenen zwei Spielzeiten den Stanley Cup gewannen, finden die Playoffs diesmal ohne sie statt. Der Hauptgrund: das Verletzungspech. Kapitän Aleksander Barkov verpasste die komplette Saison, auch Matthew Tkachuk, Sam Reinhart oder Brad Marchand fehlten vielfach. Keine Mannschaft kann so etwas kompensieren. Die lange Offseason wird der Mannschaft guttun. Mit voller Star-Power sind die Panthers kommende Saison wieder ein Top-Team. 

Toronto Maple Leafs: Erstmals seit 2016 verpassten die Maple Leafs die Playoffs. In Toronto schmerzt dies besonders, weil die Erwartungshaltung in der Metropole groß ist. Der Weggang von Mitch Marner im vergangenen Jahr zu den Vegas Golden Knights ließ sich nicht auffangen. Auston Matthews und William Nylander waren von Verletzungen betroffen, John Tavares zudem weniger effektiv als sonst. Ende März wurde General Manger Brad Treliving entlassen. Aufgrund des mangelnden Draft-Kapitals stehen die Maple Leafs an einem Scheideweg: Sie können mit Trades oder Free Agents noch einmal voll angreifen – oder einen langwierigen Neuaufbau anpeilen.

Washington Capitals: Bis zum Jahreswechsel schienen die Capitals eine ordentliche Saison zu spielen. Doch ein schwacher Januar, mangelnde Effektivität in der Offensive und Verletzungspech machten der Mannschaft die Saison zunichte. In der Offseason wird sich entscheiden, ob Kapitän Alex Ovechkin seine Karriere fortsetzt. Was Hoffnung macht: Die Defensive ist gut besetzt. Zudem stehen für den NHL Draft 2026 zwei Erstrunden-Picks zur Verfügung.  

Columbus Blue Jackets: Die Blue Jackets verpassten zum sechsten Mal hintereinander die Stanley Cup Playoffs. Trotzdem ist bei dieser Mannschaft nicht alles schlecht. Statistisch bewegen sie sich in den relevanten Kategorien meist im Mittelfeld der Liga. Die Playoffs wurden vorwiegend verpasst, weil zu viele enge Spiele verloren wurden. Seitdem Trainer Rick Bowness am 12. Januar den Dienst antrat, zeigt die Entwicklung steil nach oben. Warum sollte es nicht so weitergehen?  

New York Islanders: Obwohl die Playoffs zum zweiten Mal in Folge verpasst wurden, können die Islanders positiv in die Zukunft blichen. Über weite Strecken der Saison spielten sie oberhalb der Erwartungen. Am 18. März standen die Islanders mit 83 Punkte auf Platz drei der Metropolitan Division, ehe der Einbruch erfolgte. Der Trainerwechsel von Patrick Roy auf Pete DeBoer blieb zwar zunächst wirkungslos. Aber: DeBoer ist ein absoluter Top-Trainer und kann die Zukunft dieser Mannschaft gestalten, die mit dem letztjährigen Nummer-1-Pick Matthew Schaefer das Gesicht der Zukunft im Kader hat.

TOR@NYI:Schaefer versenkt den Puck und stellt damit Leetchs NHL-Torerekord von 23 ein.

New Jersey Devils: Sämtliche Leistungsträger blieben bei den Devils unterhalb der Erwartungen. Torwart Jacob Markstrom war nicht der gewohnte Rückhalt, Timo Meier nicht so effektiv wie sonst, Jack Hughes war zudem vom Verletzungspech geplagt. General Manager Tom Fitzgerald wurde am 6. April entlassen, Sunny Mehta tritt dessen Nachfolge an. Dieser weiß, wie eine Erfolgsmannschaft funktioniert. Mehta verbrachte die letzten sechs Spielzeiten bei den Panthers, davon die letzten drei als stellvertretender General Manager und Leiter der Analyseabteilung.

NJD@MTL: Meier zur Führung der Devils im 1. Drittel

New York Rangers: Bereits zehn Spiele vor Saisonende hatten die Rangers ihre theoretische Chance auf die Playoffs verspielt. Kurios: Zum Jahreswechsel befanden sie sich noch in Schlagdistanz zu den Playoff-Rängen. Was dann allerdings folgte, war ein totaler Einbruch und ein daraus resultierender Ausverkauf. Carson Soucy (New York Islanders), Artemi Panarin (Los Angeles Kings) und Sam Carrick (Buffalo Sabres) wurden weggetradet. Ein Umbruch steht bevor. Beim NHL Draft 2026 zieht New York zweimal in der 1. Runde, einmal in der 2. Runde sowie viermal in der 3. Runde.

Die Teams aus der Western Conference

Nashville Predators: Roman Josi & Co. sind vor allem an dem schwachen Saisonstart gescheitert. Nach 22 Partien hatten sie lediglich sechs Siege errungen. Dies ließ sich nicht mehr aufholen, zumal die Predators zu viele Gegentore kassierten. Die Leistungsträger wie Josi, Filip Forsberg und Steven Stamkos sind vertraglich weiter an das Team gebunden. Nach dem Rücktritt von Barry Trotz wird aber ein neuer General Manager benötigt.

NSH@LAK: Josi wartet auf den Puck und schließt direkt zum Augleich ab

St. Louis Blues: Auch die Blues erlebten einen Fehlstart mit nur drei Siegen aus den ersten zwölf Spielen. Im weiteren Saisonverlauf folgten weitere Leistungseinbrüche. Die Offensive war eine Schwachstelle. In sämtlichen relevanten Statistiken landeten die Blues auf den hinteren Plätzen. Dennoch gibt es für die Mannschaft rund um den Schweizer Pius Suter Grund für Optimismus, weil sie nach der Olympia-Pause in einer starken Form waren und zudem einen jungen Kader mit viel Talent besitzen.

STL@ANA: Suter hat das leere Tor vor sich und baut die Führung aus

Winnipeg Jets: Schwacher Saisonstart, starker Endspurt - doch am Ende hat es nicht gereicht. Die Jets lagen am 8. Januar auf dem letzten Platz der gesamten NHL. Die Verletzung von Torwart Connor Hellebuyck brachte die Mannschaft völlig aus dem Rhythmus. Auch der Schweizer Nino Niederreiter war vom Verletzungspech geplagt. Was Hoffnung macht: Qualität ist im Kader vorhanden. In der vorherigen Saison gewann Winnipeg noch die Presidents‘ Trophy. Schlüsselspieler wie Mark Scheifele oder Kyle Connor bleiben der Mannschaft weiter erhalten. 

Chicago Blackhawks: Mit Jahrhundert-Talent Connor Bedard wollen die Blackhawks in eine erfolgreiche Zukunft starten. Das Problem: Es fehlt dieser Mannschaft an Scoring-Tiefe. Nur Bedard und Tyler Bertuzzi sind echte Punkte-Garanten. Und doch könnte die Zukunft sehr positiv sein. Mit 24,96 Jahren verfügt Chicago über die jüngste Mannschaft der NHL mit einem großen Pool an Top-Talenten. Der 20-jährige Artyom Levshunov beispielsweise hat das Potenzial, einer der besten Verteidiger der Liga zu werden.  

San Jose Sharks: Auch wenn die Sharks zum siebten Mal hintereinander die Playoffs verpasst haben, ist die zurückliegende Spielzeit ein großer Schritt nach vorne gewesen. Waren sie in den vorherigen zwei Spielzeiten das punktschwächste Team der NHL, kämpften sie diesmal bis zum 80. Saisonspiel um den Einzug in die Postseason. Der 19-jährige Macklin Celebrini zählt zu den besten Scorern der Liga und ist das Gesicht dieser Franchise. Wenn die Defensive besser funktioniert, ist den Sharks zukünftig vieles zuzutrauen.

SJS@WPG: Celebrini feiert Punkterekord

Seattle Kraken: Die Mannschaft rund um den deutschen Torwart Philipp Grubauer befand sich lange in Schlagdistanz zu den Playoff-Plätzen. Doch die sechs Niederlagen am Stück zwischen dem 28. März und dem 7. April machten die Hoffnung zunichte. Dafür aber wurde die Saison genutzt, um mehrere Rookies in den Kader einzubauen. Der junge Torwart Nikke Kokko oder auch Center Berkly Catton könnten die Zukunft dieser Franchise prägen. 

Calgary Flames: Im eishockeyverrückten Calgary gab es zuletzt wenig Grund zur Freude. Zum vierten Mal in Folge wurden die Playoffs verpasst. Die große Schwäche war die Offensive. Lagen die Flames erst einmal zurück, fehlte es meist auch an Comeback-Qualität. Doch die Flames befinden sich im Umbruch, haben mit Dustin Wolf und Devin Cooley ein gutes Torwart-Duo und zudem viele junge Spieler sowie ordentlich Draft-Kapital in der Hinterhand.  

Vancouver Canucks: Es lässt sich nicht viel Positives vermelden, wenn eine Mannschaft mit Abstand die wenigsten Punkte der NHL holt. Oder etwa doch? Schlüsselspieler wie Star-Verteidiger Quinn Hughes oder Torjäger Kiefer Sherwood wurden weggetradet, um einen Umbruch zu vollziehen. Dieser wird beim NHL Draft 2026 beginnen. Mit zwei Erstrunden- und zwei Zweitrunden-Picks sowie guten Chancen auf den First-Overall-Pick lässt sich der Kern der zukünftigen Mannschaft bilden.

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