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Die Vegas Golden Knights haben Spiel 1 des Stanley Cup Finals 2026 am Dienstagabend im Lenovo Center mit 5:4 bei den Carolina Hurricanes gewonnen. Nach mehreren Führungs- und Momentum-Wechseln schrieb Tomas Hertl das letzte Kapitel in einem Eishockey-Krimi.

„Immer, wenn du einen Siegtreffer schießt, dann ist das eine gute Sache“, sagte Hertl. „Ich bin einfach stolz auf unsere Mannschaftsleistung und die von jedem einzelnen Spieler. Es geht nicht immer nur um Tore, sondern auch um die Details.“

Aufstellung: Lauzon kehrt bei Vegas zurück

Hurricanes-Trainer Rod Brind‘Amour vertraute auf dieselbe Aufstellung, die er schon beim 6:1 in Spiel 5 des Eastern Conference Finals gegen die Montreal Canadiens aufs Eis geschickt hatte. Im Tor startete Frederik Andersen.

Golden Knights-Headcoach John Tortorella tauschte nach dem 2:1 in Spiel 4 und den damit verbundenen Sweep im Western Conference Finale gegen die Colorado Avalanche einmal Personal: In der Verteidigung kehrte Jeremy Lauzon für Kaeden Korczak zurück. Den Start erhielt Carter Hart.

1. Drittel: Blitzstart der Hurricanes dank Ehlers

Angepeitscht von ohrenbetäubend lauten Fans in Raleigh brach Carolinas Stürmer Nikolaj Ehlers nach nur 25 Sekunden über den linken Flügel durch und entschied sich in einer 2-auf-1-Situation für den Schuss, der im rechten Eck zum 1:0 einschlug (1.).

VGK@CAR: Die Hurricanes legen einen fulminanten Start hin

Die Halle flippte bei über 110 Dezibel nun komplett aus und hatte kurz darauf den nächsten Torschrei schon auf den Lippen, als der aufgerückte Verteidiger Jaccob Slavin den linken Pfosten traf (2.).

„Unsere Zuschauer sind immer großartig“, so Brind’Amour. „Es war ein toller Start.“

Nach dieser Anfangsoffensive der Hurricanes setzte das erwartete Körperspiel ein - und wie: Beide Teams nahmen jede Position eines Gegenspielers nahe der Bande zum Anlass, um knüppelharte Checks zu fahren. Entsprechend wurde die Partie hitziger. Torabschlüsse gab es in dieser Phase eher weniger. Eine Ausnahme machte Carolinas Seth Jarvis mit einem Schuss von rechts, doch Harts Fanghand schnellte rechtzeitig nach oben (8.).

Vor allem von Vegas kam offensiv zu wenig. Viel zu selten kamen die Golden Knights zu ihrem gefürchteten Forecheck, stattdessen wurden sie permanent im eigenen Drittel unter Druck gesetzt und verloren die Scheibe meist früh im Aufbau.

Nach einem starken Steilpass von Jalen Chatfield kam Ehlers zu seinem nächsten Alleingang und blieb erneut eiskalt: Frei vor Hart legte er sich den Puck von der Vorhand auf die Rückhand und tunnelte den Torwart zum 2:0 (13.).

VGK@CAR Sp 1: Hertl erzielt spät den Führungstreffer, die Golden Knights gewinnen

Aus dem Nichts fiel das 1:2 für Vegas: Ein Distanzschuss von Shea Theodore wurde vom Knie von Eric Robinson ins eigene Tor gelenkt (14.). Erst mit dem dritten Torschuss der Partie gelang den Golden Knights der Anschluss.

„Es gab keinen Grund, dass wir sie wieder ins Spiel haben zurückkommen lassen“, ärgerte sich Brind’Amour.

Gerade als Vegas besser reinzukommen schien, verbuchten die Hurricanes den nächsten Hochkaräter: Nach weitem Pass von Slavin tauchte Logan Stankoven frei vor Hart auf, doch dieses Mal entschärfte der Goalie gekonnt (17.).

„Dieser Save war wichtig“, unterstrich Verteidiger Brayden McNabb. „Wir haben zu viele Alleingange zugelassen. Daran sind wir selbst schuld. Solche Paraden brauchst du in diesem Moment, er macht das großartig.“

2. Drittel: Eiskalte Dusche von Barbashev

Die Pausenansprache von Tortorella muss gesessen haben, denn die Golden Knights antworteten nur 30 Sekunden nach Wiederbeginn: Jack Eichel spielte Ivan Barbashev von der Grundlinie im linken Faceoff-Kreis an, Barbashev fackelte nicht lange und jagte den Puck in den kurzen Winkel zum 2:2 (21.).

VGK@CAR: Golden Knights gleichen Rückstand aus, Barbashev erzielt seinen 6. Playoff-Treffer

Nach dieser eiskalten Dusche für Carolina waren die Karten plötzlich komplett neu gemischt: Vegas bekam Oberwasser und drehte das Spiel: Mitch Marner spielte von hinter dem Tor einen kurzen Pass in den Slot, wo William Karlsson freistehend aus der Nahdistanz auf 3:2 stellte (25.). „Wir vertrauen einfach auf unseren Plan“, sagte Karlsson.

Der schnelle Doppelschlag war ein Wirkungstreffer für die Hurricanes, die fortan wenig zu Stande brachten. Erst ein erfolgreiches Penalty Killing holte Carolina zurück ins Spiel und gleichzeitig seine lautstarken Fans vereint hinter sich. Die Hausherren wurden wieder griffiger, zeigten mehr Härte und belohnten sich dafür postwendend: Eric Staal straf mit einem abgefälschten Schuss aus dem hohen Slot zum 3:3 unter die Latte (33.). 

Fortan wogte die Partie wieder ausgeglichener hin und her. Dabei gelang es beiden Teams immer besser, die Scheibe schnell und konsequent aus der eigenen Zone zu spielen, um sich dem gegnerischen Forechecking zu entziehen.

3. Drittel: Hertl wird zum Helden des Abends

Auch im dritten Abschnitt spielte der Start eine wichtige Rolle. Nach 81 Sekunden zog Theodore von der blauen Linie ab, und Brett Howden lenkte den Schuss vor dem linken Pfosten gekonnt zum 4:3 für die Golden Knights ins Ziel (42.).

Dies sollte nicht die letzte Parallele bleiben, denn wieder saugten die Hurricanes nach einem PK neue Energie und glichen kurz darauf aus: Die Scheibe rutschte zu Shayne Gostisbehere, der sie aus halblinker Position ins linke Eck beförderte - 4:4 (52.).

In Raleigh stand plötzlich die gesamte Halle auf und peitschte die eigene Mannschaft mit lauten Sprechchören nach vorne.  „Es war so laut in der Halle“, bestätigte Theodore. „Es macht Spaß, in dieser Atmosphäre zu spielen. Wir haben uns daran gewöhnt und zu unserem Spiel zurückgefunden.“

Gerade als Carolina drückte, schlug Vegas ein letztes Mal zu: Aus dem Slot traf der Tscheche in den rechten Winkel zum 5:4-Endstand (57.).

VGK@CAR: Sissons bedient Hertl mit einem grandiosen Pass

„Ich habe mich einfach freigelaufen, er (Colton Sissons) spielt einen unglaublichen Pass, da war es leicht für mich, zu treffen“, beschrieb Hertl die Szene.

„Du weißt nie, was passiert wird“, so Tortorella. „Ich sage das schon die gesamten Playoffs: Es ist eine Liga, in der du einen Weg finden musst. Wir haben heute einen Weg gefunden.“

Die Golden Knights gehen in der Best-of-7-Serie damit mit 1:0 in Führung. Spiel 2 ist am Donnerstag (8 p.m. ET; Freitag, 2 Uhr MESZ) erneut im Lenovo Center in Raleigh.

„Es waren ein paar Details, die es uns am Ende gekostet haben“, bilanzierte Jarvis. „Wir hatten das Gefühl, dass wir heute voll da waren, aber wir müssen ein paar Dinge bereinigen und machen weiter.“

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