VGK@CAR Sp 1: Hertl erzielt spät den Führungstreffer, die Golden Knights gewinnen

Eigentlich hätte die Finalserie um den Stanley Cup für die Carolina Hurricanes kaum besser beginnen können. Die 18.738 Zuschauer sorgten im heimischen Lenovo Center für eine euphorische Stimmung. Gerade einmal 25 Sekunden waren gespielt, als Nikolaj Ehlers mit einem starken Alleingang für den Führungstreffer zum 1:0 sorgte. Dies war das drittschnellste Führungstor in der Geschichte der Finalserie. Die Arena verwandelte sich endgültig in ein Tollhaus, als Ehlers in der 13. Minute mit dem 2:0 nachlegte. 

Nach einem tollen Auftakt den Gegner ins Spiel gebracht

Umso bitterer, dass die Partie nach diesem euphorischen Beginn aus der Hand gegeben wurde. „Wir hatten einen tollen Start, das Publikum war großartig wie immer“, sagte Trainer Rod Brind’Amour später über diese Phase. „Es war ein toller Auftakt, und dann passierte es: Wir leisteten uns einen ziemlich üblen Puckverlust. Wir haben den Gegner dadurch wieder ins Spiel gebracht, obwohl es dafür eigentlich überhaupt keinen Grund gab.“

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Nachdem Shea Theodore nur eine Minute später den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielt hatte, verloren die Hurricanes vermehrt ihr Konzept. Center Jordan Staal musste daher sogar zugeben, dass die Niederlage verdient war: „Ich denke, sie waren einfach ein kleines bisschen besser als wir. Sie haben ihren Gameplan umgesetzt, ihr Forechecking durchgezogen und viel in unserer Zone gespielt. Sie haben ihre Chancen genutzt, wenn sie da waren.“

Der Flügelstürmer Nikolaj Ehlers stimmte zu: „Das ist ein gutes Team, gegen das wir spielen. Wenn sie ihre Chancen bekommen, machen sie die Tore. Das hat man heute gesehen. Und wir haben zu viele Fehler gemacht.“ Nachdem die Hurricanes im zweiten Spielabschnitt mit 2:3 in Rückstand gerieten, fanden sie noch zweimal ins Spiel zurück. Staal gelang in der 33. Minute der Ausgleich zum 3:3, Shayne Gostisbehere glich in der 52. Minute zum 4:4 aus. Doch dreieinhalb Minuten vor Spielende mussten sie den entscheidenden Gegentreffer durch Tomas Hertl zum 4:5 hinnehmen.

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Gostisbehere nimmt entscheidendes Gegentor auf seine Kappe

Gostisbehere nahm die Schuld für das 4:5 auf sich, weil er nicht eng genug am Torschützen dran war: „Ich habe mir ausgerechnet in dem Moment eine kleine Verschnaufpause gegönnt. Dann habe ich sofort versucht, zu dem Spieler hinzugehen. Aber ja, so schnell kann das eben gehen. Das geht definitiv auf meine Kappe.“ Als Brind’Amour auf dieses Statement angesprochen wurde, sagte er: „So etwas geht natürlich nicht. Das sind genau jene Fehler, die wir uns heute Abend geleistet haben und die man schlichtweg nicht machen darf.“

Doch es wäre zu einfach, die Niederlage lediglich mit einem unaufmerksamen Moment eines einzigen Spielers zu erklären. Brind’Amour war bewusst, dass mehrere Aspekte im Spiel seiner Mannschaft schiefgelaufen waren. Er gab zu, dass die Verteidigung teilweise unorganisiert zu sein schien: „Sie haben uns unter Druck gesetzt. Und wir sind damit nicht besonders gut umgegangen. Manchmal allerdings war gar kein Druck da, und trotzdem haben wir ein paar schlechte Entscheidungen mit dem Puck getroffen. Das haben sie ausgenutzt.“

Auf der anderen Seite der Eisfläche schmerzte es den Trainer besonders, dass die Powerplays nicht genutzt wurden. „Man muss die Situationen zu Ende bringen. Du musst die Plays machen, wenn du die Möglichkeit dazu hast. Da waren wir nicht genug.“

Top-Reihe um Sebastian Aho blieb wirkungslos

Ebenfalls bitter: Die Top-Reihe mit Sebastian Aho, Seth Jarvis und Andrei Svechnikov blieb wirkungslos und ohne Scorer-Punkt. „Nun ja, sie hatten im dritten Drittel ein gutes Shift“, gab sich der Trainer diplomatisch, fügte dann aber hinzu: „Jeder muss gut spielen, wenn man in dieser Phase erfolgreich sein will. Unsere besten Leute müssen auf dem Spielberichtsbogen auftauchen, sie müssen punkten. Das ist absolut notwendig, wenn wir dorthin gelangen wollen, wo wir hinwollen.“

Auch Jarvis gab zu: „Wir hatten unsere Möglichkeiten. Und wir müssen sie jetzt mehr denn je nutzen. Aber wir dürfen nicht in der Vergangenheit hängen bleiben oder bei den vergebenen Chancen. Es geht um den nächsten Wechsel und den nächsten Schuss.“

Überhaupt muss sich der Blick der Hurricanes nun schnell nach vorne richten. „Das ist eine großartige Mannschaft, aber wir sind absolut auf Augenhöhe mit ihnen“, sagte der Trainer. „Wir haben ein paar Fehler gemacht, die wir nun versuchen müssen abzustellen. Wir müssen im Abschluss noch präziser werden. Man kann diese Trophäe nicht gewinnen, wenn man sich solche Fehler und solche Mängel in der Ausführung leistet.“

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Erfahrung aus dem Conference Final stimmt positiv

Was den Hurricanes dafür Mut machen dürfte: Sie verloren auch Spiel 1 im Eastern Conference Final gegen die Montreal Canadiens (2:6), ehe sie die darauffolgenden vier Partien alle für sich entschieden. „Wir haben riesiges Vertrauen in diese Mannschaft“, stellt Jarvis daher klar. „Wir sind schon einmal nach einer Niederlage wieder zurückgekommen. Wir hatten heute Abend das Gefühl, dass wir ganz nah dran waren. Wir müssen jetzt nur ein paar Dinge korrigieren und dann den Blick wieder nach vorne richten.“

Spiel 2 in der Finalserie findet am Donnerstag (8:00 PM ET, Freitag um 2:00 deutscher Zeit) erneut im Lenovo Center von Carolina statt. Möglicherweise gelingt es den Hurricanes dann, nicht nur in der Anfangsphase für ein Spektakel zu sorgen, sondern über die kompletten 60 Minuten zu funktionieren.

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