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Hart Memorial Trophy statt Playoffs für McDavid

Connor McDavid könnte der erste Spieler seit Mario Lemieux 1987/88 sein, der als MVP mit seinem Team die Playoffs verpasst.

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Wayne Gretzky über Connor McDavid: "Der beste Spieler der in den letzten 30 Jahren in die Liga gekommen ist. Der Beste seit Sidney Crosby und Mario Lemieux." Eben jener Lemieux vollbrachte es als Letzter in der NHL die Hart Memorial Trophy für den besten Spieler der Saison zu gewinnen, obwohl sein Team es nicht in die Stanley Cup Playoffs schaffte.

In der Spielzeit 1987/88 lief Lemieux das erste Jahr als Kapitän der Pittsburgh Penguins auf und verbuchte in 77 Partien 70 Tore und 98 Assists. In der sehr engen Patrick Division reichte diese herausragende Leistung nur für den sechsten und letzten Rang. Mit 81 Zählern lagen die Penguins aber nur sieben Punkte hinter den erstplatzierten New York Islanders. Am Verpassen der Schlussrunde konnte auch Lemieux nichts ändern, obwohl er doch mit Abstand der beste Scorer war und selbst Wayne Gretzky um 19 Punkte überbot.

Video: CBJ@EDM: McDavid per Rückhand zu seinem 40.

Gretzky konnte die Hart Memorial Trophy zwischen 1980 und 1989 neunmal gewinnen, darunter bis 1987 achtmal hintereinander, unterbrochen wurde seine Dominanz nur durch Lemieux.

McDavid steht noch am Anfang seiner Karriere, wurde aber bereits vergangene Saison als MVP ausgezeichnet. Auch in diesem Jahr ist der junge Kanadier einer der heißesten Anwärter auf den Titel, obwohl seine Edmonton Oilers nicht um den Stanley Cup kämpfen werden. Der 21-jährige Center konnte in den bisherigen 80 Begegnungen bereits 41 Treffer erzielen und 62 weitere vorbereiten. Mit diesen Werten liegt er in der ligaweiten Rangliste auf Rang eins, fünf Punkte vor Nikita Kucherov.

Neben der offensichtlichen Offensivstärke des Kapitäns der Oilers sind auch seine Fähigkeiten in der Rückwärtsbewegung hervorzuheben. Eine Plus-Minus-Bilanz von +18 in einem Team mit einer Tordifferenz von -45 ist herausragend und unterstreicht die Vielseitigkeit des 185cm großen und 89kg schweren Centers.

 

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Mit seinen 21 Jahren besitzt der in Richmond Hill geborene McDavid eine herausragende Spielintelligenz und paart diese mit Geschwindigkeit, genialer Puckbehandlung und einer beeindruckenden Treffsicherheit. McDavid ist bereits seit seiner zweiten NHL-Saison Führungsspieler seiner Mannschaft, doch konnte der Superstar die Oilers nicht in die Stanley Cup Playoffs 2018 führen.

Es stellt sich die Frage, ob die fantastische Leistung als Einzelspieler ausreicht, um zum zweiten Mal in Folge als MVP in die Geschichtsbücher einzuziehen. Der Erfolg in einer Mannschaftssportart ist noch immer am Abschneiden des Teams zu messen und hier konnte Edmonton mit McDavid nicht überzeugen. Nur 74 Zähler nach 80 Partien, Rang 25 in der Liga und bereits seit Wochen keine Chance auf den Einzug in die Stanley Cup Playoffs sprechen eine deutliche Sprache.

Die Oilers wären ohne die Punkte von McDavid sicher abgeschlagen Letzter, ist der Center doch an 45% der Oilers-Tore beteiligt. "Es ist Connor. Er kann immer einen Gang hochschalten und das ist es, was ihn zu einem solchen Ausnahmetalent macht. Aus dem Nichts beschließt er, die Partie an sich zu reißen." schwärmt McDavids Mannschaftskamerad Drake Caggiula.

Video: CBJ@EDM: McDavid bedient RNH beim 100. Punkt

Auch wenn die Oilers als Mannschaft nicht überzeugen konnten, wäre McDavid ein würdiger Kandidat für die Hart Memorial Trophy, macht er doch auch seinen Trainer, Todd McLellan, fast sprachlos: "Mir gehen tatsächlich die Antworten - die kreativen Antworten aus, um ihn zu beschreiben. Er hat eine gute Chance auf den Scoring-Titel und seine Teamkollegen unterstützen ihn. Ich hoffe er holt ihn sich und punktet weiter so wie bisher. Das Herausragende an ihm als Kapitän ist, dass er immer das Team vor seine eigenen Bedürfnisse stellt.

McDavid denkt bereits an einen neuen Angriff auf die Stanley Cup Playoffs im nächstes Jahr: "Es ist wichtig die Saison als Team solide abzuschließen und individuell wollen die Jungs sich gut fühlen und etwas Dampf für die nächste Saison aufbauen, wenn es in die Sommerpause geht."

Eine weitere Eigenschaft eines möglichen MVP, der auch nach Rückschlägen direkt nach vorne schaut.

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