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Neue Erfahrung für Nico Hischier zum Saisonende

Es gilt die Spielzeit ordentlich abzuschließen, wenn er seine Verletzung auskuriert hat

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Mit dem Schweizer Nico Hischier wurde beim NHL Draft 2017 von den New Jersey Devils zum ersten Mal in der Geschichte ein deutschsprachiger Spieler an der Nummer 1 ausgewählt. NHL.com/de wird auch in seiner zweiten NHL-Saison 2018/19 im vierzehntägigen Rhythmus in der Rubrik "Tracking Hischier" verschiedene Bereiche der beginnenden Karriere des jungen Centers besonders unter die Lupe nehmen.

Am 2. März im Spiel gegen die Boston Bruins passierte es, dass sich Nico Hischier zum zweiten Mal in dieser Saison ernsthafter verletzte und seitdem hat er wegen der Blessur am Oberkörper keine Partie mehr bestritten. Wie lange er ausfällt ist nicht bekannt, doch bislang wurde der junge Schweizer von den New Jersey Devils nicht auf die Verletztenliste gesetzt, was darauf hindeutet, dass er in Kürze wieder zur Verfügung stehen könnte. Die Partie am Mittwoch bei den Edmonton Oilers könnte aber zu früh kommen.

Dabei befindet sich Hischier in einer ungewohnten und neuen Situation mit der Mannschaft. In der vergangenen Saison, seiner ersten in der NHL, kämpften die Devils bis zum Ende der regulären Saison um den Einzug in die Stanley Cup Playoffs, den sie letztendlich auch auf dem zweiten Wildcard-Platz rangierend, erreichten. In diesem Jahr sieht es etwas anders aus, denn New Jersey muss sich seit längerem mit dem Gedanken anfreunden, dass es mit dem Eishockey in Newark westlich vom Hudson River Mitte April nicht weitergehen wird.

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Es besteht wenig Zweifel daran, dass sich Hischier zu einem Top-Spieler der NHL entwickelt und dazu gehört es eben auch, beide Seiten des Sports, Erfolg und Misserfolg, zu erleben und mit solchen Situationen umzugehen. Insbesondere sich in schwierigen Momenten trotzdem zu motivieren und sein Bestes abzurufen.

Während das trotz bester Bezahlung nicht jeder schafft, weiß Hischier genau, was von ihm erwartet wird und überzeugt in vielerlei Hinsicht. Trotz des Ausfalls von Top-Torjäger und Reihenkollege Taylor Hall, der seit dem 1. Januar auf der Verletztenliste steht, war er vor seinem eigenen Ausfall auf dem Weg, seine Saison-Leistung aus dem Vorjahr von 52 Punkten (20 Tore, 32 Assists) in 82 Spielen zu übertrumpfen, woran Hall sicher einen großen Anteil hatte.

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Egal, ob er das nach seiner Rückkehr noch schafft oder nicht, die noch fehlenden acht Punkte zu holen, sein Punkteschnitt hat sich trotzdem bereits deutlich verbessert. Durch seine 44 Punkte (17 Tore, 27 Assist) in 62 Spielen kommt er auf ein Ergebnis von 0,71 Zähler pro Spiel im Vergleich zu 0,63 aus der abgelaufenen Saison. Und das weitgehend ohne den Unterstützer Hall.

In welchem Dilemma die Devils auch ohne Hischier stecken, zeigt die Tatsache, dass sie seitdem vier Spiele verloren haben und am Dienstag bei den Calgary Flames trotz einer 4:3-Führung nach zwei Dritteln gehörig unter die Räder kamen. Es war natürlich ein herber Rückschlag für das Team von New Jersey, die Saison ordentlich zu Ende zu bringen.

 

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"Zu dieser Zeit des Jahres, egal ob du in den Playoffs oder außerhalb rangierst, steigt die Intensität der Spiele, ist mehr Kampf erforderlich", betonte Devils-Kapitän Andy Greene. "Jeder spielt derzeit extrem hart. Es spielt keine Rolle, ob du ein Playoff-Team bist oder nicht. Es ist eine Lektion, die wir lernen müssen."

Greene stieß sauer auf, dass er und seine Mitspieler im dritten Drittel sechs Tore kassierten und die Partie am Ende mit 4:9 verloren. Sicher eine bittere Lernstunde auch für Hischier, der das Spiel tatenlos von außen mit ansehen musste. Zumindest war er deshalb von der weiteren Kritik ausgenommen.

 

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"Es war inakzeptabel von jedem in dieser Kabine", wetterte Greene. "Wir können das nicht tun. Es spielt keine Rolle, wer im Kader steht oder wer nicht dabei ist, wir müssen bis zum letzten Pfiff alles füreinander geben."

Obwohl Hischier sicher gerne auf dem Eis gestanden wäre, um seinen Kameraden irgendwie zu helfen und beizustehen anstatt dem Debakel untätig zuzusehen, kann es sehr lehrreich sein, solche Spiele nicht selbst zu erleben, sondern Rückschlüsse daraus zu ziehen, was man sieht.

Das Ziel der Devils und Hischier muss jetzt sein, die reguläre Saison vernünftig abzuschließen und noch das eine oder andere Erfolgserlebnis zu feiern. Gut, dass es schon am Mittwoch bei den Edmonton Oilers die nächste Herausforderung und eine Chance auf Rehabilitation gibt. Für Hischier selbst kommt diese wohl zu früh, aber er muss sich so oder so bestimmt nicht rechtfertigen, weder für seine Leistung, noch für seine Einstellung.

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