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Die Montreal Canadiens stehen unmittelbar vor der Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs 2021. Allerdings haben sie es zweimal hintereinander verpasst, den letzten Schritt zu gehen. Das Playoff-Rennen in der Scotia North Division ist daher weiter offen. Hoffnung machen sich die Calgary Flames und Vancouver Canucks, die noch Rest-Chancen haben.

Horror-Start für Montreal
Zwei Tage, zwei Spiele, null Punkte und 3:10 Tore. Montreal tritt nach dem 1:5 am Mittwoch bei den Ottawa Senators sowie dem 2:5 am Donnerstag bei den Toronto Maple Leafs auf der Stelle. Das große Ziel, die Qualifikation für die Playoffs, bleibt somit auf der To-do-Liste.
In der Scotiabank Arena in Toronto bekamen die Canadiens gegen ihren potenziellen Gegner in der ersten Playoff-Runde die Grenzen aufgezeigt. Gerade einmal 16 Sekunden waren gespielt, da stand es schon 1:0 für die Maple Leafs: Alex Galchenyuk überraschte Torhüter Cayden Primeau mit einem Rückhandschuss aus dem Getümmel. Kurz darauf verlor Montreal den Puck in der eigenen Zone. Jake Muzzin schoss, Primeau ließ nach vorne abklatschen, wo John Tavares den Rebound zum 2:0 (4.) verwertete.
Es kam noch schlimmer für die Canadiens: Pierre Engvall brach über den linken Flügel durch und traf ins Torwarteck (11.). Später war es Mitch Marner, der den Goalie umkurvte wie eine Slalomstange und nach dieser spektakulären Bewegung den Zwischenstand auf 4:0 stellte (18.).
"Sie sind über uns hergefallen. Wir hatten einen langsamen Start, während sie aus der Kabine geschossen sind. Wir haben ihnen ein paar Tore geschenkt", ärgerte sich Canadiens-Verteidiger Ben Chiarot. "Ab diesem Punkt war der Berg, den wir hätten besteigen müssen, zu hoch. Vor allem in einer Back-to-Back-Situation ist das nicht leicht."

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Torwartwechsel zur Pause
Nach dem Horror-Start (9:15 Schüsse im ersten Drittel) reagierte Montreals Trainer Dominique Ducharme und tauschte zur Drittelpause den Keeper: Für Starter Primeau, der vier Gegentore bei 15 Schüssen kassierte (73,3 Prozent Fangquote), kam Backup Jake Allen.
"Ich habe mich in der Kabine schnell unter vier Augen mit ihm unterhalten", sagte Allen. "Für ihn war es ein Schlagloch auf seinem Weg. Ich kann nur sagen, was für ein toller Torwart und was für ein guter Bursche er ist. Eines Tages, wenn es gilt, das Erbe von Carey Price anzutreten, wird die Stunde von Cayden schlagen. In dieser Liga muss man auch verlieren lernen, insbesondere als Goalie. Ich bin mir sicher, dass er sich das zu Herzen nehmen wird, das machen alle jungen Torhüter. Aber er wird weitermachen und bereit sein, denn wir werden ihn brauchen."
Auch Chiarot nahm den 21-jährigen Schlussmann in Schutz: "Es war nicht Primeaus Schuld, sondern unsere. Wir waren vor ihm zu schwach und keinerlei Hilfe. Mit einem jungen Torwart zwischen den Pfosten müssen wir von der ersten Minute an da sein und ihn seinen Rhythmus finden lassen."
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Caufield und Lehkonen bringen Canadiens auf die Anzeigetafel
In der Folge konnte Montreal mit Allen zwischen den Pfosten (19 Saves, 95 Prozent Fangquote) der Offensivwucht der Maple Leafs zwar ein wenig mehr entgegensetzen, blieb aber selbst über weite Strecken zu ungefährlich (5:10 Schüsse im zweiten, 7:10 Schüsse im dritten Drittel). Immerhin: Cole Caufield, Erstrunden-Pick beim NHL Draft 2019 (15. Stelle), erzielte nach feinem Querpass von Corey Perry das 1:4 (34.).
Kurz nach Beginn des Schlussdrittels reagierte Artturi Lehkonen am schnellsten auf einen Abpraller und verkürzte auf 2:4 (44.). Eine Aufholjagd blieb allerdings aus. Auch weil NHL-Top-Torjäger Auston Matthews seinen 40. Saisontreffer markierte und damit gleichzeitig den 5:2-Endstand herstellte (56.).

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Anspruchsvolles Restprogramm
Die Canadiens (24-20-9) werden sich in den letzten Zügen der regulären Saison noch strecken müssen, um Platz vier zu verteidigen. Der Vorsprung auf die Flames (22-26-3) beträgt zehn Punkte, doch Calgary hat zwei Spiele weniger absolviert. Auf die Canucks (20-25-3) sind es sogar 16 Zähler, aber Vancouver hat im Vergleich mit Montreal fünf Partien in der Hinterhand.
Wann also gehen die Canadiens über die Ziellinie? Das Restprogramm klingt wenig vielversprechend: In den verbleibenden drei Partien treffen sie erneut erneut auf Scotia-North-Spitzenreiter Toronto sowie zweimal auf die zweitplatzierten Edmonton Oilers.
Ob Phillip Danault mitwirken wird, ist offen. Der Stürmer zog sich Mitte des erstens Drittels eine Verletzung zu und kehrte nicht wieder zurück. Es wäre der nächste Rückschlag für Montreal auf dem Weg in die Playoffs.