Geisser Hershey Bears

Jede Woche blickt NHL.com/de auf bemerkenswerte Leistungen der deutschsprachigen, bereits gedrafteten Spieler und sich abzeichnende Entwicklungen in der AHL, der ECHL und im Junioren-Eishockey zurück. Diese Woche umfasst das Geschehen von Samstag, 16. April bis einschließlich der Spiele am Freitag, 22. April.

Nach Akira Schmid (Utica Comets), Leon Gawanke (Manitoba Moose) und Sven Bärtschi (Henderson Silver Knights), die mit ihren Teams bereits in der Vorwoche den Einzug in die Calder Cup Playoffs der American Hockey League (AHL) perfekt gemacht hatten, haben auch Tobias Geisser und Julian Napravnik mit ihren Hershey Bears am Freitag nachgezogen. Sie profitierten von einer Niederlage der Hartford Wolf Pack und besiegten selbst die direkten Konkurrenten Lehigh Valley Phantoms entscheidend in der Verlängerung mit 4:3. Damit ist das Teilnehmerfeld in der Atlantic Division mit fünf Mannschaften bereits eine Woche vor dem Ende der regulären Saison komplett.
Ebenfalls bereits klar sind die sieben Qualifikanten in der Pacific Division. Hierunter die Henderson Silver Knights als Sechstplatzierte. Die Silver Knights konnten zuletzt sieben Partien hintereinander punkten und dabei sechs Siege einfahren. Außer Gefecht ist derzeit leider deren Schweizer Stürmer Sven Bärtschi, der laut Presseberichten seit längerem mit einer Rückkehr in seine Heimat im Sommer liebäugelt.
Während der Schweizer Verteidiger Tim Berni als einziger Spieler aus dem DACH-Raum mit den Cleveland Monsters als abgeschlagene Letzte der North Division bereits sicher ausgeschieden ist, kämpfen die anderen noch um den Einzug. Berni konnte in der abgelaufenen Woche immerhin einen 4:3-Erfolg gegen den Tabellenersten Utica feiern und zum Siegtor in der Verlängerung einen Assist beisteuern. Die beiden anderen Partien gegen die Comets (3:4) und Laval Rocket (2:4) gingen allerdings verloren.
In den Partien gegen Utica stand Bernis Landsmann Akira Schmid beim Gegner zwischen den Pfosten und wehrte insgesamt 52 Torschüsse bei siegen Gegentoren zu einer Fangquote von 88,1 Prozent ab. In der dritten Begegnung der Comets gegen die Rochester Americans hütete der von den New Jersey Devils am Mittwoch zurückgeschickte Nico Daws das Tor und verbuchte beim 3:2-Sieg nach Verlängerung 26 Saves. Der Deutsch-Kanadier kam so auf eine Fangquote von 92,9 Prozent.
Das erste Gegentor in diesem Spiel gegen Daws besorgte kein Geringerer als JJ Peterka in der 14. Minute zum 1:0. Beim 3:2-Sieg nach Shootout gegen die Springfield Thunderbirds am Dienstag steuerte der deutsche Stürmer einen Treffer im Penaltyschießen bei. Für die Americans ist jeder Punkt wichtig und das Team feierte mit zwei Siegen und fünf Punkten in drei Spielen eine durchaus erfolgreiche Woche, die sie mit einer Punktequote von 0,562 auf den wichtigen fünften Platz in der North Division brachte.

Gawanke1

Das Nachsehen haben deswegen derzeit die Toronto Marlies mit dem deutschen Stürmer Marc Michaelis. Sie verloren zu Beginn der Woche zwei Spiele gegen die Syracuse Crunch (1:5) und bei den Bellevile Senators (4:5), ehe sie am Freitag mit einem 5:1 bei den Laval Rocket wieder etwas Boden gutmachten. Trotzdem nehmen die Marlies derzeit mit einer Punktequote von 0,559 den undankbaren sechsten Platz in der North ein, der ein Verpassen der Playoffs bedeuten würde. Michaelis blieb übrigens in den drei Partien ohne Punkt.
Keinen Punkt konnte auch Leon Gawanke für die Moose in zwei Back-to-back-Spielen gegen die Rockford IceHogs am Samstag und Sonntag (3:2; 1:5) verbuchen. Beim Gegner griff ab Dienstag wieder der von den Chicago Blackhawks zurückgeschickte Lukas Reichel ein. Der deutsche Stürmer steuerte zum 4:3-Sieg bei den Chicago Wolves einen Assist bei und ging beim 2:5 gegen die Grand Rapid Griffins am Mittwoch leer aus. Die IceHogs als Vierter der Central Division (0,560) stehen trotzdem kurz vor der Qualifikation zu den Playoffs. Es fehlen in den verbleibenden fünf Spielen nur noch zwei Punkte oder ein Ausrutscher der Konkurrenz.
Der Abstand zu den Verfolgern Iowa Wild und Texas Stars, die beide 0,514 vorzuweisen haben und sich um den einen weiteren freien Platz streiten, ist nämlich weiter angewachsen. Die IceHogs wären schon durch, hätten die Wild mit dem österreichischen Stürmer Marco Rossi am Freitag nicht mit 0:1 gegen die Stars verloren. Das bedeutete einen Rückschlag für Iowa, die zuvor bei den Milwaukee Admirals mit 5:4 OT und gegen Grand Rapid mit 5:2 siegen konnten. Rossi steuerte zum letztgenannten Erfolg ein Tor zum 2:0 in der 34. Minute bei. Bereits ein Sieg der Wild im heutigen "Rückspiel" gegen Texas wäre das Playoff-Ticket für Rockford und so gut wie die Vorentscheidung für Iowa, weil Texas danach nur noch eine Partie in Manitoba zu absolvieren hat.
Bereits in den Playoffs der Ontario Hockey League befindet sich Brian Zanetti mit den Peterborough Petes. Der Schweizer Verteidiger baute im letzten Spiel der regulären Saison, einem 6:3-Sieg gegen die Kingston Frontenacs, mit einem Assist seine Saisonbilanz auf vier Tore und 22 Assists in 56 Spielen aus. Im ersten Playoff-Spiel gegen die Hamilton Bulldogs konnte Zanetti sogar den ersten Treffer der Petes in der 37. Minute im Powerplay erzielen. Leider stand es zu diesem Zeitpunkt schon 0:3 und die Petes verloren am Ende mit 2:5. Am Montag mit Spiel 2 in Hamilton und am Mittwoch und Donnerstag mit Spiel 3 und 4 in Peterborough geht die Best-of-Seven-Viertelfinal-Serie weiter.