GettyImages-2262688491

Kanada hat das Finale der Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 erreicht. Die Nordamerikaner setzten sich mit 3:2 (0:1, 1:1, 2:0) gegen Finnland durch. Der Favorit tat sich zeitweise schwer, ließ unter anderem in Überzahl ein Gegentor zu, setzte sich am Ende allerdings durch.

Aufstellung: Kanada ohne Crosby

Kanada musste verletzungsbedingt auf Sidney Crosby verzichten. Der Superstar der Pittsburgh Penguins zog sich im Viertelfinale gegen Tschechien eine Unterkörperverletzung zu. Die Parade-Reihe bildeten Macklin Celebrini, Connor McDavid und Nathan MacKinnon. Nick Suzuki ersetzte Crosby als Center der dritten Reihe. Zum Spielbeginn stand allerdings Sam Bennett beim Bully, der zusammen mit Brandon Hagel und Brad Marchand in einer Angriffsformation agierte.

Die erste Reihe von Finnland bestand aus Sebastian Aho, Artturi Lehkonen und Mikko Rantanen. Das Tor der Finnen hütete Juuse Saros. Für Kanada stand Jordan Binnington zwischen den Pfosten. Mit Eric Furlatt und Dan O'Rourke leiteten zwei kanadische Schiedsrichter aus der NHL das Spiel.

1. Drittel: Finnland nutzt zweites Powerplay direkt nach dem Bully

Celebrini war der auffälligste Spieler der Anfangsphase. Er harmonierte stark mit seinem Nebenmann McDavid. Nach drei Minuten erspielten sich die Kanadier die erste Top-Gelegenheit, indem McDavid den Puck von Celebrini zugespielt bekam und die Scheibe nach vorne brachte, ehe er einen Querpass auf den freistehenden Celebrini spielte. Der 19-Jährige schoss per Direktabnahme auf das Tor, scheiterte aber an Torwart Saros.

Nach knapp zehn Minuten kassierte Kanada die erste Strafe, weil sich ein Mann zu viel auf dem Eis befand. Bennett ging zwei Minuten auf die Bank. Finnland zog daraus kein Kapital und brachte nur einen Torschuss zustande. Dennoch übernahmen die Finnen vermehrt die Spielkontrolle, hatten in den ersten zwölf Minuten ein Torschussverhältnis von 7:3 und gewannen sieben der ersten neun Bullys.

In der 17. Minute musste Bennett erneut auf die Strafbank, in diesem Fall wegen Torhüterbehinderung. Diesmal nutzte Finnland das Powerplay: Aho gewann das Bully, sodass der Puck bei Rantanen landete. Dieser zog direkt ab und traf zum 1:0. Bennett verbrachte dadurch nur drei Sekunden Spielzeit auf der Bank.

2. Drittel: Finnland trifft in Unterzahl, Kanada gelingt Anschlusstreffer

Die Kanadier gingen hochmotiviert in den zweiten Spielabschnitt. Nach drei Minuten wurde Aho auf die Strafbank geschickt, sodass Kanada erstmals in Überzahl agieren durfte. Celebrini übernahm im Überzahlspiel den Part von Crosby. Nur 23 Sekunden später gab es Grund zum Jubeln – allerdings für Finnland.

Nach einem Puckgewinn spielte Joel Armia zu Erik Haula, der den Konter eiskalt abschloss. Er lief alleine auf Torwart Binnington zu und brachte die Scheibe hoch im Tor unter – 2:0 für Finnland nach 24 Minuten Spielzeit. Ausgerechnet Kanada, das bis dahin mit einer Erfolgsquote von 41,67 Prozent das beste Überzahlspiel hatte, ließ einen Shorthander zu.

Im weiteren Spielverlauf des Drittels konnte Kanada ihr Powerplay nutzen. Cale Makar zog aus der Distanz ab, Sam Reinhart (35.) fälschte den Puck unhaltbar ins Tor ab. Der Anschlusstreffer war verdient und Konsequenz einer langen Druckphase. Es war für Kanada bereits der elfte Torschuss im zweiten Drittel.

Zum Ende des Spielabschnitts sprach das Torschussverhältnis mit 22:11 für Kanada. Finnland schoss in diesem Drittel nur dreimal auf das Tor – und führte dennoch 2:1.

Therodore CAN goal vs FIN celebration

3. Drittel: Kanada dreht das Spiel

Kanada drängte auf den Ausgleich, doch auch Finnland setzte offensive Nadelstiche. In der 43. Minute kam Artturi Lehkonen freistehend zum Abschluss, doch der Schuss war zu ungenau.

Die Kanadier blieben dominant, McDavid und Celebrini (44.) brachten zwei ordentliche Schüsse auf das Tor. Finnland konterte in Person von Anton Lundell (45.), der den Puck allerdings nicht an dem Goalie Binnington vorbeibrachte.

Saros erwies sich als sicherer Rückhalt und parierte unter anderem einen starken Distanzschuss von Devon Toews (50.). Eine Minute später allerdings war er chancenlos, als Shea Theodore (51.) den Puck aus mittlerer Distanz ins obere rechte Eck knallte.

2:35 Minuten vor Spielende, direkt nachdem Nathan MacKinnon aus kurzer Distanz an Saros gescheitert war, wurde der finnische Niko Mikkola wegen hohen Stocks auf die Strafbank gesetzt. Zwei Sekunden vor Ende des Powerplays erzielte MacKinnon aus spitzem Winkel das 3:2. Das Tor wurde auf Antrag der Finnen wegen eines möglichen Abseits per Video überprüft, blieb aber nach intensivem Studium der Aufnahmen bestehen. Eine hauchdünne Entscheidung, die Finnland noch eine Strafzeit einbrachte.

Finnland blieben 35,2 Sekunden in Unterzahl, um sich mit dem Ausgleich in die Verlängerung zu retten. Sie nahmen den Torwart vom Eis, Aho kam noch einmal zum Abschluss. Doch Kanada brachte den Sieg über die Zeit. Das Torschussverhältnis von 39:17 unterstrich, dass der Spielausgang verdient war.

Nathan MacKinnon #29 of Team Canada celebrates scoring a goal in the third period during the Men's Semifinals Playoff match between Canada and Finland on day fourteen of the Milano Cortina 2026 Winter Olympic games at Milano Santagiulia Ice Hockey Arena on February 20, 2026 in Milan, Italy. (Photo by Elsa/Getty Images)

Finale: Kanada gegen USA oder Slowakei
Kanada trifft im Finale (14:10 Uhr) am Sonntag auf die USA oder auf die Slowakei. Das Halbfinale zwischen diesen beiden Nationen findet heute um 21:10 Uhr statt. Finnland wird bereits am morgigen Samstag (20:40 Uhr) im kleinen Finale um Bronze spielen.

Verwandte Inhalte