Verteidiger
Carolina spielt klinisch in der Defensive, verteidigt mit großen Körpern und langen Schlägern, halten den Gegner aus der Box vor dem Tor konsequent fern und lassen kaum etwas zu. Das belegen beeindruckende Statistiken wie 1,62 Gegentore/Spiel (1.) und 22,3 zugelassene Torschüsse/Spiel (T-1.). Das i-Tüpfelchen eines schier undurchdringbaren Bollwerks ist das Penalty Killing mit einer Erfolgsquote von 92,5 Prozent (2.). Die Hurricanes-Defensive konzentriert sich allen voran aufs Verteidigen. Die Abwehrspieler haben nur einen Anteil von 7,1 Prozent an den eigenen Playoff-Toren (14.; 3-23-26). Dafür brennt hinten nahezu nichts an: K’Andre Miller (0-8-8; +14, 27 Checks, 18 Blocks) und Sean Walker (0-2-2; +13, 42 Checks, 21 Blocks) kommen kumuliert auf eine Plus-Minus-Bilanz von +27, 69 Checks und 39 Blocks und sind damit das personifizierte Bollwerk. Jaccob Slavin (0-2-2; 28 Blocks) und Jalen Chatfield (1-4-5; +2, 19 Blocks) sowie Shayne Gostisbehere (2-4-6; +4, zehn Checks, acht Blocks) und Alexander Nikishin (0-1-1; +2, 14 Checks, sieben Blocks) bilden zwei weitere bockstarke Tandems, gegen das kein Gegner gerne spielt.
Vegas stellt mit 2,38 Gegentoren/Spiel die drittbeste Playoff-Defensive, ließ aber immerhin 29,8 gegnerische Torschüsse/Spiel zu und hat ein gutes PK (87,5 Prozent). Hier gibt es ebenso eine Parallele zu Carolina, denn auch die Blueliner der Golden Knights denken „Defensive zuerst“ und trugen nur zu 10,3 Prozent zu den eigenen Treffern bei (T-12.). Wirklich viel Torgefahr geht eigentlich nur von Shea Theodore (4-7-11; +8, ein PPG, ein GWG) aus. Er bildet ein Tandem mit Defensivverteidiger Brayden McNabb (1-3-4; +7, 33 Checks, 31 Blocks), der neben Angreifer Reilly Smith einer von zwei verbliebenen „Vegas-Born“-Spielern sind, die im ursprünglichen Expansion Draft 2017 ausgewählt wurden. Noah Hanifin (0-6-6; +3, 15 Checks, 30 Blocks) und Rasmus Andersson (0-5-5; +4, 26 Blocks) blockten zahlreiche Schüsse, statt offensiv zu glänzen. Dylan Coughlan (1-2-3; +8) und Kaeden Korczak (0-3-3; +1, 23 Checks) bilden das dritte Abwehr-Paar.
Torhüter
Hurricanes-Goalie Frederik Andersen spielt schier übermenschliche Playoffs: In 13 Spielen hielt er zwölf Siege fest mit einem Gegentorschnitt von 1,41, einer Fangquote von 93,1 Prozent und drei Shutouts. Alle diese Zahlen bedeuten Bestwerte. Den 36-jährigen Dänen zeichnet eine stoische Ruhe aus. Der 1,92 Meter große und 104 Kilogramm schwere Linksfänger bewegt sich nicht viel und bietet dem Gegner damit nur wenig Lücken an.
Carter Hart heißt der Starter der Golden Knights. Nach anfänglichen Start-Schwierigkeiten hat sich der 27-jährige Kanadier in einen Rausch gespielt und kommt nach 16 Einsätzen auf zwölf Siege, 2,22 Gegentore/Spiel und 92,4 Prozent Fangquote. Der 1,88 Meter große und 82 Kilogramm schwere Linksfänger ist ein mobilerer Torwart-Typ, der sich von Spiel zu Spiel und von Serie zu Serie steigern konnte.
X-Faktor
Wer macht in einem Duell zweier recht ähnlich gebauter Teams den Unterschied? Es könnte der Trainer bzw. das Coaching sein. Rod Brind’Amour ist in Carolina eine Legende. Er gewann den Stanley Cup als Spieler im Jahr 2006 und wurde zweimal mit der Selke Trophy als bester Zwei-Wege-Stürmer ausgezeichnet. Diesen Arbeitseifer erwartet der 55-jährige Kanadier auch von seinen Spielern, die für ihren Trainer durchs Feuer gehen würden. Kein Wunder: In 100 Playoff-Siegen der Hurricanes wirkte Brind’Amour in 98 davon als Spieler (59) oder Trainer (39) mit. Er wurde einmal als Trainer des Jahres mit dem Jack Adams Award ausgezeichnet (2021).