Jordan Staal #11 of the Carolina Hurricanes lines up for a face-off against Jack Eichel #9 of the Vegas Golden Knights in the first period of a game at Lenovo Center on October 28, 2025 in Raleigh, North Carolina. (Photo by Josh Lavallee/NHLI via Getty Images)

Die größte Bühne im Eishockey-Sport öffnet am Dienstag (8 p.m. ET; Mittwoch, 2 Uhr MEZ) den Vorhang: Im Stanley Cup Finale 2026 stehen sich Eastern Conference Champion Carolina Hurricanes und Western Conference Champion Vegas Golden Knight gegenüber. Beide Mannschaften haben den Heiligen Gral des Eishockeys zum Greifen nahe - es braucht nur noch vier Siege für den ultimativen Triumph.

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Der Weg ins Stanley Cup Finale

Carolina, das in der regulären Saison das beste Team der Eastern Conference war (53-22-7), hat auf dem Weg ins Stanley Cup Finale nur ein einziges Spiel verloren und damit eine nahezu perfekte 12:1-Bilanz in den Stanley Cup Playoffs. Sowohl in der Ersten Runde gegen die Ottawa Senators als auch in der Zweiten Runde gegen die Philadelphia Flyers gab es einen Sweep (4:0). Im Eastern Conference Finale wurden die Montreal Canadiens mit 4:1 aus dem Weg geräumt.

Vegas (39-26-17) gewann in der Hauptrunde zwar die Pacific Division, war in der gesamten NHL aber nur auf Rang 13 gelistet. Trotzdem bahnten sich die Golden Knights ihren Weg in den Playoffs: Vegas gewann in der Ersten Runde mit 4:2 gegen die Utah Mammoth, in der Zweiten Runde mit 4:2 gegen die Anaheim Ducks und sweepte überraschend den Top-Favoriten Colorado Avalanche mit 4:0 im Western Conference Finale.

Stell dich ein auf das Stanley Cup Finale zwischen Carolina und Vegas

DACH-Spieler

Bei den Golden Knights steht mit Akira Schmid ein Schweizer Torwart im Playoff-Kader. Der 26-Jährige aus Bern ist in der Goalie-Hierarchie die Nummer 3 hinter Starter Carter Hart und Backup Adin Hill. In der regulären Saison kam der 1,95 Meter große Linksfänger in 34 Spielen zum Einsatz (16-10-6-Bilanz, 2,59 Gegentore/Spiel, 89,3 Prozent Fangquote, zwei Shutouts).

Stürmer

Die Hurricanes stellen die siebtbeste Playoff-Offensive mit 3,23 Toren/Spiel. Ihr System setzt voll auf die Überforderung des Gegners durch aggressives Pressing und viele Torschüsse: Im Schnitt schießt Carolina pro Partie 33,7-mal aufs gegnerische Tor - so oft wie keine andere Mannschaft in den Playoffs 2026. Das Powerplay ist mit einer Erfolgsquote von 12,5 (T-12.) noch ausbaufähig. Die Top-Sturmreihe bildet die auf dem Papier zweite Linie mit Linksaußen Taylor Hall (5-11-16; +11, ein Siegtreffer), Center Logan Stankoven (9-3-12; +8, zwei Powerplay-Tore, drei Siegtreffer) und Rechtsaußen Jackson Blake (5-10-15; +8, zwei Siegtreffer), die zusammen auf sechs (!) Siegtreffer kommt. Immer besser in Fahrt kommt im Verlauf der Playoffs die erste Reihe mit Andrei Svechnikov (3-4-7; ein GWG), Sebastian Aho (4-3-7; +3, zwei GWG) und Seth Jarvis (3-5-8; +3). Einen wichtigen Beitrag leistete auch die dritte Formation mit Nikolaj Ehlers (4-5-9; +3, ein GWG), Jordan Staal (2-3-5; +4) und Jordan Martinook (1-2-3, ein GWG). Die vierte Reihe mit William Carrier (66 Checks), Mark Jankowski (13 Checks, elf Blocks) und Eric Robinson (30 Checks) ist körperlich enorm präsent und liebt es, den Gegner schon im Aufbau an den Banden aufzureiben.

MTL@CAR, ECF, Sp. 5: Stankoven trifft präzise und baut die Führung aus

Interessant ist, dass die Golden Knights einen ähnlichen Ansatz wählen und mit Physis vor dem Tor, hartem Forechecking und schnellem Umschaltspiel zum Torerfolg kommen. Vegas hat mit im Schnitt 3,63 Toren/Spiel die zweitbeste Playoff-Offensive und mit 23,9 Prozent (4.) ein brandgefährliches Powerplay. Mit 27 Torschüssen/Spiel geben die Golden Knights deutlich weniger ab, sind dafür aber effektiver. Ähnlich wie Carolina verfügt auch Vegas über drei Scoring-Reihen: Playoff-Top-Scorer Mitch Marner (7-14-21; +12, zwei PPG, zwei GWG) hat die Linie mit Center William Karlsson (1-4-5; +5) und Flügel Brett Howden (10-2-12; +9, drei Unterzahl-Tore, drei GWG, 46 Checks) zu einen der gefährlichsten Playoff-Formationen gemacht. Die nominell erste Reihe, die von Jack Eichel (2-16-18; +7) angeführt und gecentert wird, ist zusammen mit Pavel Dorofeyev (10-4-14; +5, vier PPG, 1 GWG) und Ivan Barbashev (5-7-12; +4, 83 Checks) ein stetiger Gefahrenherd. Durch die Rückkehr von Kapitän Mark Stone (5-5-10; vier PPG) wurde die dritte Linie mit Colton Sissons (2-4-6; +4, 44 Checks, 17 Blocks) und Tomas Hertl (3-6-9; ein GWG) noch einmal enorm aufgewertet. Die vierte Reihe ist nicht nur eine Shutdown-, sondern vielmehr eine Energy-Line: Cole Smith (3-2-5; +4, 66 Checks, acht Blocks), Nic Dowd (3-1-4; 37 Checks, 14 Blocks) und Keegan Kolesar (1-0-1; 70 Checks, zehn Blocks) leisten in beide Richtungen wertvolle Arbeit. Wie tief die Golden Knights besetzt sind, zeigt, dass mit Reilly Smith und Brandon Saad zwei Stanley Cup Champions überzählige Stürmer sind.

Ein besonderer Blick auf das grandiose Tor von Tomas Hertl in Spiel 3

Verteidiger

Carolina spielt klinisch in der Defensive, verteidigt mit großen Körpern und langen Schlägern, halten den Gegner aus der Box vor dem Tor konsequent fern und lassen kaum etwas zu. Das belegen beeindruckende Statistiken wie 1,62 Gegentore/Spiel (1.) und 22,3 zugelassene Torschüsse/Spiel (T-1.). Das i-Tüpfelchen eines schier undurchdringbaren Bollwerks ist das Penalty Killing mit einer Erfolgsquote von 92,5 Prozent (2.). Die Hurricanes-Defensive konzentriert sich allen voran aufs Verteidigen. Die Abwehrspieler haben nur einen Anteil von 7,1 Prozent an den eigenen Playoff-Toren (14.; 3-23-26). Dafür brennt hinten nahezu nichts an: K’Andre Miller (0-8-8; +14, 27 Checks, 18 Blocks) und Sean Walker (0-2-2; +13, 42 Checks, 21 Blocks) kommen kumuliert auf eine Plus-Minus-Bilanz von +27, 69 Checks und 39 Blocks und sind damit das personifizierte Bollwerk. Jaccob Slavin (0-2-2; 28 Blocks) und Jalen Chatfield (1-4-5; +2, 19 Blocks) sowie Shayne Gostisbehere (2-4-6; +4, zehn Checks, acht Blocks) und Alexander Nikishin (0-1-1; +2, 14 Checks, sieben Blocks) bilden zwei weitere bockstarke Tandems, gegen das kein Gegner gerne spielt.

Vegas stellt mit 2,38 Gegentoren/Spiel die drittbeste Playoff-Defensive, ließ aber immerhin 29,8 gegnerische Torschüsse/Spiel zu und hat ein gutes PK (87,5 Prozent). Hier gibt es ebenso eine Parallele zu Carolina, denn auch die Blueliner der Golden Knights denken „Defensive zuerst“ und trugen nur zu 10,3 Prozent zu den eigenen Treffern bei (T-12.). Wirklich viel Torgefahr geht eigentlich nur von Shea Theodore (4-7-11; +8, ein PPG, ein GWG) aus. Er bildet ein Tandem mit Defensivverteidiger Brayden McNabb (1-3-4; +7, 33 Checks, 31 Blocks), der neben Angreifer Reilly Smith einer von zwei verbliebenen „Vegas-Born“-Spielern sind, die im ursprünglichen Expansion Draft 2017 ausgewählt wurden. Noah Hanifin (0-6-6; +3, 15 Checks, 30 Blocks) und Rasmus Andersson (0-5-5; +4, 26 Blocks) blockten zahlreiche Schüsse, statt offensiv zu glänzen. Dylan Coughlan (1-2-3; +8) und Kaeden Korczak (0-3-3; +1, 23 Checks) bilden das dritte Abwehr-Paar.

Torhüter

Hurricanes-Goalie Frederik Andersen spielt schier übermenschliche Playoffs: In 13 Spielen hielt er zwölf Siege fest mit einem Gegentorschnitt von 1,41, einer Fangquote von 93,1 Prozent und drei Shutouts. Alle diese Zahlen bedeuten Bestwerte. Den 36-jährigen Dänen zeichnet eine stoische Ruhe aus. Der 1,92 Meter große und 104 Kilogramm schwere Linksfänger bewegt sich nicht viel und bietet dem Gegner damit nur wenig Lücken an.

Carter Hart heißt der Starter der Golden Knights. Nach anfänglichen Start-Schwierigkeiten hat sich der 27-jährige Kanadier in einen Rausch gespielt und kommt nach 16 Einsätzen auf zwölf Siege, 2,22 Gegentore/Spiel und 92,4 Prozent Fangquote. Der 1,88 Meter große und 82 Kilogramm schwere Linksfänger ist ein mobilerer Torwart-Typ, der sich von Spiel zu Spiel und von Serie zu Serie steigern konnte.

X-Faktor

Wer macht in einem Duell zweier recht ähnlich gebauter Teams den Unterschied? Es könnte der Trainer bzw. das Coaching sein. Rod Brind’Amour ist in Carolina eine Legende. Er gewann den Stanley Cup als Spieler im Jahr 2006 und wurde zweimal mit der Selke Trophy als bester Zwei-Wege-Stürmer ausgezeichnet. Diesen Arbeitseifer erwartet der 55-jährige Kanadier auch von seinen Spielern, die für ihren Trainer durchs Feuer gehen würden. Kein Wunder: In 100 Playoff-Siegen der Hurricanes wirkte Brind’Amour in 98 davon als Spieler (59) oder Trainer (39) mit. Er wurde einmal als Trainer des Jahres mit dem Jack Adams Award ausgezeichnet (2021).

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Auf der anderen Seite steht mit John Tortorella ein erfahrener Headcoach hinter der Spielerbank, der seit der Amtsübernahme am 29. März 2026 einen merklichen Schub gegeben hat: Vegas hat unter Tortorella eine unglaubliche 19-4-1-Bilanz (7-0-1 in der regulären Saison, 12-4 in den Playoffs). Der 67-jährige US-Amerikaner gewann den Stanley Cup 2004 mit den Tampa Bay Lightning und erhielt zwei Jack Adams Awards (2004 & 2017). Wer also kann sein Team besser auf den Gegner ein- und auf neue Situationen umstellen und wird dadurch zum X-Faktor?

Carolina gewinnt den Stanley Cup, wenn…

…es gelingt, auch gegen die Golden Knights ein derart starkes Schuss-Management zu zeigen und die gegnerische Offensive abzumelden.

Vegas gewinnt den Stanley Cup, wenn…

…es gelingt, die Hurricanes körperlich aufzureiben und Stars wie Marner, Eichel, Stone & Co. in den entscheidenden Momenten den Unterschied ausmachen.

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