CAR@VGK, SCF, Sp6: Hurricanes gewinnen Stanley Cup mit dominantem Spiel 6

Das Warten hat ein Ende: Die Carolina Hurricanes sind Stanley Cup Sieger 2026. Die Mannschaft von Trainer Rod Brind’Amour gewann am Sonntagabend (Ortszeit) Spiel 6 der Best-of-7-Serie des Stanley Cup Finals 3:0 in der T-Mobile Arena bei den Vegas Golden Knights und behielt am Ende mit 4:2-Siegen die Oberhand. 20 Jahre nach dem ersten Stanley Cup Sieg und nach drei Spielzeiten, in denen die Hurricanes jeweils im Conference Finale ausschieden, belohnte sich die Mannschaft nun.

„Man weiß gar nicht, was man in diesem Moment denken soll“, sagte Brind’Amour. „All diese Spieler zu sehen, wie sie sich für mich freuen. Das ist irgendwie verdreht. Ich wollte es für sie. Und das haben sie gespürt. Deshalb ist das die speziellste Trophäe im Profisport - wie holt man sie, was braucht man dafür und dann, was es allen bedeutet, weil sie all das wissen.“ Jeder wisse um die Opfer, die alle brächten, und das komme nun aus jedem raus. „Das ist das großartigste Gefühl auf der ganzen Welt. Das erfasst jeden. Wir sind eine Familie. Das ist ein Klischee, aber das ist es, was wir hier sind. Wir haben hier etwas ganz Besonderes aufgebaut. Es war schon eine ganze Weile da, konnte aber noch nicht durchbrechen. Jetzt hat es geklappt.“

Was in diesem Jahr den Unterschied gemacht hat? Da tat sich der Übungsleiter schwer, etwas Konkretes zu benennen. „Es ist schwierig, da einen speziellen Faktor hervorzuheben. Wir waren einfach dran. Das habe ich in den ganzen Playoffs über gespürt. Am Ende war es ein bisschen von allem.“

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Staal wertvollster Spieler

„Das ist einfach fantastisch. Was für eine Schlacht. Was für ein Gefühl. So viele starke individuelle Leistungen, damit der Puck nicht ins Tor geht. Ich bin so stolz auf die Jungs“, sagte Carolinas Kapitän Jordan Staal.  „Ich habe an die Kultur hier geglaubt und daran, was wir hier aufbauen wollten.“ Jetzt gemeinsam den Titel zu gewinnen, sei unbeschreiblich. Er wurde zum wertvollsten Spieler der Playoffs gewählt und dafür mit der Conn Smythe Trophäe ausgezeichnet. „Ich freue mich so für ihn, dass er diese Trophäe bekommen hat“, sagte Sturmkollege Jordan Martinook. „Man kann es nicht in Worte fassen, was er für das Team bedeutet. Er hat die Tiefen mitgemacht, und jetzt die Höhen.“

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Für Staal ist es die erste individuelle Auszeichnung in seiner NHL-Karriere. Mit 37 Jahren und 277 Tagen ist er gleichzeitig der älteste Spieler, der diese Auszeichnung erhielt. Den Stanley Cup hatte er bereits 2009 im Trikot der Pittsburgh Penguins gewonnen. Staal ist damit auch der erste Spieler in der Geschichte der NHL, der 17 Jahre auf seinen nächsten Cup-Gewinn warten musste. Brind’Amour erkannte in seinem Kapitän die wahren Kräfte eines Anführers.

Für Brind’Amour schließt sich der Kreis

Ein Kreis hat sich für den Meistercoach geschlossen. Brind’Amour war bereits 2006, als die Hurricanes die Edmonton Oilers im Finale 4:3 nach Siegen bezwangen, Kapitän der Mannschaft. Zur Saison 2018/19 übernahm er die Hurricanes als hauptverantwortlicher Trainer hinter der Bande. Er ist erst der Siebte, dem es gelingt, mit einer Franchise als Spieler und Coach den Cup zu gewinnen, und erst der Vierte, dem das als Kapitän und Trainer gelingt. „Ich bin so glücklich für jeden. Das ist alles, worum es geht. Das ist es, worum es im Eishockey geht. Das ist nicht einfach heute Abend passiert. Die Jungs arbeiten seit acht Jahren daran“, meinte Brind’Amour. Selbstverständlich habe man zwischendurch immer mal Zweifel, wenn es nicht so laufe. „Man kann nicht gewinnen, wenn wichtige Teile fehlen. Das war dieses Jahr nicht der Fall.“

Seit er das Kommando bei den Hurricanes übernommen hat, haben sie 441 Siege (reguläre Saison und Playoffs) eingefahren. In den Playoffs haben mit 63 gewonnen Spielen seit Brind’Amours Amtsantritt nur die Golden Knights so viele Siege geholt. Mit 378 Siegen in der regulären Saison liegt Carolina nur ganz knapp hinter Colorado (380). „Das ist verrückt. Es fühlt sich so an, als ob wir dafür unser ganzes Leben gekämpft haben. Ein Traum ist wahr geworden. Ich bin so stolz, es mit diesen Jungs geschafft zu haben. Das ist die beste Organisation auf der Welt. Ich kann es noch gar nicht realisieren“, meinte Hurricanes-Stürmer Andrei Svechnikov.

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Hall am Ziel seiner Träume

Bei der Meisterschaftspressekonferenz betonte er, wie wohl er sich in North Carolina und bei den Hurricanes fühlt: „Das ist meine Heimat. Meine Kinder sind hier aufgewachsen. Ich bin hier zu Hause. Ich bin sehr glücklich. Ich bin schon so lange hier. Das ist eine spezielle Verbindung.“ Ganz besonders freute es ihn, dass es für Taylor Hall endlich mit dem ersten Stanley Cup Sieg geklappt hat. „Das ist eine großartige Geschichte. Er wollte wissen, wie er seinen Teil zum Erfolg beitragen kann. Er ist ein großartiger Spieler.“

Hall war 2010 an erster Stelle im NHL Draft von den Edmonton Oilers gezogen worden. Er musste 16 Jahre und über 1000 Spiele (reguläre Saison und Playoffs) warten, bis sein Traum in Erfüllung ging. Der Moment, als er endlich den Cup in die Höhe haben stemmen können, sei so gewesen, wie er sich das vorgestellt habe. Der Cup war ganz schön schwer,  „aber es war unglaublich. Das war alles, von dem ich jemals geträumt habe.“ Mit etwa einer Minute noch auf der Uhr sei ihm langsam bewusst geworden, dass das alles wirklich passiere.

CAR@VGK: Hurricanes gehen in Spiel 6 früh in Führung

Hall brachte die Gäste bereits nach knapp vier Minuten mit seinem siebten Tor in den diesjährigen Playoffs in Führung. Jackson Blake legte im zweiten Drittel nach (34.). Auch für ihn war es in diesen Playoffs Treffer Nummer sieben. Den Schlusspunkt setzte Nikolaj Ehlers, der 68 Sekunden vor der Schlusssirene ins leere Tor traf. Für den Dänen war es der achte Playofftreffer. Die Golden Knights hatten ihre Chancen, bissen sich aber an Brndon Bussi die Zähne aus. Er hielt alle 22 Schüsse, die auf sein Tor kamen. Carolina hat damit in den diesjährigen Playoffs lediglich dreimal als Verlierer das Eis verlassen. In der Finalserie lagen die Hurricanes schon 1:2 nach Siegen zurück, gewannen aber die letzten drei Spiele allesamt.

Ehlers wird den Moment nach dem 3:0 nie vergessen. Er sei abgedreht in Richtung Bande und habe dann seine Familie auf der Tribüne gesehen. „Unglaublich dankbar, die Familie hierzuhaben. Sie war für mich vom ersten Tag an da, hat mich immer unterstützt.“ Es sei für ihn hart gewesen, Winnipeg zu verlassen. „Aber ich wollte etwas Anderes. Ich wollte etwas Neues. Ich wollte die Hurricanes. Dass es gleich im ersten Jahr mit dem Cup geklappt hat …“ Die Mannschaft habe ihn vom ersten Tag an gut aufgenommen. Das sei genau das, was man wolle, wenn man etwas Neues ausprobiere. „Wenn man einen Wechsel vollzieht, will man sich vom ersten Tag an so geborgen fühlen.“

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