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In Manhattan bauen sie intensiv an der Zukunft

31 in 31: Veränderungen bei den Rangers bieten den jungen Spielern und einem neuen Trainer Chancen

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Die NHL-Saison 2018/19 wirft langsam aber sicher ihre Schatten voraus. Vor dem Start der Trainingslager analysiert NHL.com/de ab dem 5. August die 31 Teams der Liga in 31 Tagen. Zu jeder Mannschaft gibt es in der Serie "31 in 31" zwei Berichte mit interessanten Fakten, Einschätzungen und Einblicken.

In dieser Folge: New York Rangers.

Bilanz 2017/18: 34-39-9, 8. in der Metropolitan Division
Playoffs 2018: Nicht qualifiziert
Trainer: David Quinn, seit dem 23. Mai 2018
Neuzugänge: Fredrik Claesson (Free Agent, von Ottawa Senators)
Abgänge: Paul Carey (Ottawa), David Desharnais (KHL), Carl Klingberg (Schweiz), Adam Tambellini (Ottawa)

 

[Lies noch mehr 31 in 31 Saison-Vorschauen von NHL.com/de]

 

Wer erwartet hatte, die New York Rangers würden ihre durch viele Transfers zur Trading Deadline im Februar erworbenen Freiräume beim Salary Cap (Gehaltsobergrenze) nutzen, um am Free Agent Markt groß einzukaufen, der wurde enttäuscht. Das Management um General Manager Jeff Gorton verdeutlichte dadurch, dass es ihnen mit dem drei Wochen vor dem Ende der Wechselfrist Anfang Februar aufgerufenen Neuanfang und das verstärkte Setzen auf junge Spieler ernst sei.

Eine klare Linie, die sich bereits mit der Verpflichtung von keinem, wie bei den Rangers sonst üblichen, hochkarätigen Trainer, sondern dem in der NHL relativ unerfahrenen David Quinn widerspiegelte. Sein Prädikat ist der Umgang mit jungen Spielern und deren Heranführen an den Profi-Level, was er besonders in den letzten fünf Jahren als erfolgreicher Trainer der Boston University unter Beweis stellte.

"Ich bin sehr erfreut David Quinn bei den New York Rangers willkommen zu heißen", sagte James Dolan, Geschäftsführer der Madison Square Garden Company, bei der Vorstellung. "David bringt diverse und erfolgreiche Trainingsmethoden mit, die die extensive Arbeit an der Ausbildung junger Talente beinhaltet."

Somit passt Quinn ideal in das Anforderungsprofil aus jungen Talenten eine Mannschaft zu formen, die zukünftig wieder in den Kampf um den Stanley Cup eingreifen kann. Doch die spannende Frage wird bleiben, wie viel Zeit ihm bei diesem Unterfangen eingeräumt wird. Die Sehnsucht in Manhattan nach dem NHL-Pokal ist groß. Im kommenden Jahr wird der letzte Triumph schon ein Vierteljahrhundert zurückliegen.

Quinn ist darauf angewiesen, ein paar junge Spieler schnell an das notwendige Niveau heranzuführen, um die Geduld der Verantwortlichen und Fans nicht zu lange auf die Probe zu stellen. Wahrlich kein leichtes Unterfangen!

Noch war keiner Stellungnahme zu entnehmen, auf welche Rookies Quinn bei seinen Bestrebungen die Hoffnungen setzen wird. Er wird seinen Eindrücken in der kommenden Vorbereitung und den Trainingscamps nichts vorwegnehmen wollen. Doch sei an dieser Stelle erlaubt, darüber zu spekulieren, wen die Rangers ihr Vertrauen schenken könnten.

Die Kandidaten mit den größten Aussichten sind Filip Chytil, Lias Andersson, Alexandar Georgiev, Michael Lindqvist und Ville Meskanen. Weitere Anwärter könnten Brett Howden, Vitali Kravtsov, Ryan Lindgren, Sean Day und Libor Hajek sein.

Video: WSH@NYR: Andersson erzielt erstes Tor in NHL-Debüt

Gorton und Quinn betonten, dass der Kampf um die Kaderplätze im Trainingscamp weiterhin offen sei und keiner nur aufgrund fehlender Erfahrung zurückgestuft werde. Das ist eine gute Voraussetzung für eine interessante Vorbereitung und viel Spannung, wer zum Saisonauftakt am 4. Oktober im Madison Square Garden gegen die Nashville Predators auf dem Eis stehen wird.

Der 22-jährige Georgiev wird wahrscheinlich die Rolle des Backups hinter der Nummer 1 Henrik Lundqvist übernehmen, nachdem der in Bulgarien geborene Russe bereits in der abgelaufenen Saison zehn Einsätze hatte und 91,8 Prozent der auf ihn abgegebenen Schüsse entschärfte.

Der beim NHL Draft 2017 in der ersten Runde an siebter Position gedraftete Andersson durfte ebenfalls bereits im Vorjahr NHL-Luft schnuppern und kam in sieben Spielen auf zwei Punkte (ein Tor, ein Assist). Der Kapitän der schwedischen Nationalmannschaft bei der vergangenen IIHF Junioren-Weltmeisterschaft wird im Oktober 20 Jahre alt und hat den Sommer über weitgehend in den USA trainiert. Er könnte sich als Center der dritten oder vierten Reihe etablieren.

Diese Position strebt auch Chytil an, den die Rangers ebenfalls 2017 in der ersten Runde an 21. Stelle ausgewählt hatten. In neun NHL-Spielen erreichte der bald 19-jährige Stürmer drei Punkte (ein Tor, zwei Assists). "Ich denke ich habe mich in allen Bereichen seit der letzten Saison weiterentwickelt und fühle mich bereiter in der NHL zu spielen", zeigt sich der Tscheche optimistisch.

Video: TBL@NYR: Chytil erzielt erstes NHL-Tor

Die anderen Prospects werden vermutlich etwas warten müssen, bis im Kader durch Verletzungen oder Leistungsschwäche Plätze frei werden. Kravtsov, der beim NHL Draft 2018 an insgesamt neunter Stelle ausgewählt wurde, wird zunächst die Saison in der russischen KHL beginnen und womöglich erst zum Ende der Spielzeit erste Einsätze bekommen.

Die aus Europa Anfang Mai verpflichteten Lindqvist und Meskanen werden nach entsprechender Anpassung an das nordamerikanische System sicher ihre Chance erhalten, sich in der NHL zu präsentieren. Der 23-jährige Lindqvist kommt mit der Empfehlung von 34 Punkten (20 Tore, 14 Assists) in 33 Spielen für Färjestad BK aus der SHL und der 22-jährige Meskanen von 44 Punkten in 48 Spielen für Ilves aus der finnischen Liiga.

 

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Der 20-jährige Verteidiger Hajek, den die Rangers im Trade mit Ryan McDonagh und T.J. Miller von den Tampa Bay Lightning erhielten, soll mittelfristig seinen Platz in der Defensive finden und seine Körpergröße von 1,88 Meter entsprechend nutzen. Der Tscheche war zuletzt noch in der WHL für Saskatoon und Regina tätig und verbuchte in 58 Spielen 39 Punkte (12 Tore, 27 Assists).

"David ist ein Macher, ein Redner und Kommunikator", erklärte Gorton über Quinn. "Ich denke die Spieler werden zu ihm aufschauen und sagen, 'dieser Junge ist ein guter Junge. Er weiß, was er tut. Wir verstehen sein System.' Es wird für unsere junge Gruppe laufen."

Ihren Optimismus haben sie in Manhattan zumindest nicht verloren.

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