Die Nashville Predators haben am Dienstagabend in der Bridgestone Arena mit 4:3 n.V. gegen die Edmonton Oilers gewonnen. Eigentlich stand der deutsche Oilers-Center Leon Draisaitl nach einem Drei-Punkte-Spiel (1-2-3) schon als Matchwinner fest, doch dann stahl ihm Predators-Kapitän Roman Josi (2-0-2) die Show: Der Schweizer Verteidiger zeichnete nicht nur für den späten Ausgleich verantwortlich, sondern markierte auch noch den Siegtreffer in der Overtime.

Josi wird zum Mann des Tages

„Es fühlt sich gut an“, sagte Josi hinterher in der Kabine. „Es war ein spannendes Spiel gegen eine gute Mannschaft aus Edmonton. So wie das Ende gelaufen ist, hat es Spaß gemacht, die Zuschauer waren voll da, die Atmosphäre war großartig.“

In der Bridgestone Arena flog tatsächlich fast das Dach weg, als Josi den Siegtreffer in der Verlängerung erzielte. Die Oilers hatten sich in der Predators-Zone eingenistet, dann aber lief sich Superstar Connor McDavid fest. Nashville schaltete blitzschnell um: Ryan O’Reilly chippte den Puck in hohem Bogen über Edmontons Spielern hinweg in die Offensivzone in den Lauf von Josi. Oilers-Torwart Tristan Jarry (23 Saves, 85,2 Prozent Fangquote) stürzte mit dem Schläger voran heraus und trennte Josi zunächst von der Scheibe. Der aufgerückte Brady Skjei aber übernahm, sah den rechts postierten Josi, spielte also noch einmal quer zu seinem Schweizer Verteidiger-Partner, der per Schuss aus spitzem Winkel den Extra-Punkt buchte (64.). Die Fans in Music City hob es aus den Sitzen.

„Ich war ein bisschen nervös, denn ich war schon müde und wollte nicht wieder zurücklaufen müssen“, lachte Josi. „‚Skjesy“ hat einen großartigen Pass gespielt und ich bin froh, dass mein Schuss reingegangen ist.“

Der Kapitän überragte schon beim später Ausgleich zum 3:3, als er ein Zuspiel von Nick Blankenburg per Schlagschuss direkt abfasste und den Puck von der blauen Linie unter die Latte donnerte (54.).

„Große Momente, wichtige Tore“, habe Predators-Trainer Andrew Brunette an diesem Abend von Josi gesehen. „Der Overtime-Treffer war wichtig für uns, aber es war das 3:3, was uns Momentum gegeben hat und für mich der Spielzug des Spiels war. Es war ein Wahnsinnsschuss!“

„Er muss einfach öfters schießen“, grinste auch Nashvilles Stürmer Erik Haula. „Es ist einfach schön, ihn gesund zu sehen, dass er Spaß hat und der Mannschaft hilft, Spiele zu gewinnen. Er ist unser Kapitän und ein wichtiger Teil dieses Teams und dieser Organisation. Das ist großartig.“

EDM@NSH: Josi dreht das Spiel mit zwei enorm wichtigen Toren

Predators gehen an die Grenzen

„Das war wichtig“, atmete Josi durch. „Bei 5-gegen-5 haben wir richtig gut gegen sie gespielt, zwei Gegentore fielen in Unterzahl. In der Overtime hatten sie ihre guten Jungs draußen, was schwer für uns war, denn sie hatten viel Zeit in unserer Zone. Aber wir haben sie auf den Außen gehalten. Es in der Verlängerung zu gewinnen, ist ziemlich gut.“

Insbesondere gegen eines der Top-Teams in der Western Conference.

„Wenn du gegen sie hinten liegst, dann ist es gefährlich, denn sie lauern auf Konter. Vorne zu liegen ist also wichtig.“

Dank Steven Stamkos (3.) und Haula (24.) war das Team aus Tennessee mit 1:0 und 2:1 in Führung gegangen.

„Sie haben ein richtig gutes Hockey-Team, aber wir haben über 60 Minuten ein gutes Spiel geliefert und uns eine Chance gegeben, zu gewinnen“, sagte Haula. „Wir brauchen jeden einzelnen Spieler in jedem einzelnen Spiel, um an unsere Grenzen zu gehen, und das haben wir geschafft. Das ist ein großartiges Ergebnis für uns.“

Drei Punkte von Draisaitl

Die Oilers waren brandgefährlich im Powerplay (2/4) und erhielten wichtige Beiträge von ihren Schlüsselspielern Leon Draisaitl (1-2-3), Zach Hyman (2-0-2) und Connor McDavid (0-2-2). Draisaitl (vier Spiele, 4-3-7) und McDavid (20 Spiele, 19-27-46) bauten damit ihre jeweiligen Punkteserien aus. Letzterer stellte damit sogar einen persönlichen NHL-Rekord auf.

„McDavid hatte zwei Punkte oder? Ich denke, dass es ein Erfolg ist, ihn bei zwei Punkten zu halten“, sagte Josi. „Mit den Spielern, die sie haben, werden sie zu Chancen und zu Zeit in der Offensivzone kommen. Du musst also gut verteidigen. Über weite Strecken haben wir richtig gut gegen sie gespielt.“

EDM@NSH: Draisaitl sammelt drei Scorerpunkte, Mcdavid baut Punkteserie auf 20 Spiele aus

Mit Juuse Saros (28 Saves, 90,3 Prozent Fangquote) hatte Nashville zudem einen verlässlichen Torwart zwischen den Pfosten.

Nashville schnuppert wieder ran

Nashville (22-20-4) konnte sechs seiner letzten neun Spiele gewinnen und ist Fünfter in der Central Division. Der Rückstand auf einen Wildcard-Platz in der Western Conference beträgt nur noch einen Punkt.

„Vor anderthalb, zwei Monaten waren wir noch weit hinten und weit weg von einem Playoff-Platz. Wir sind aber drangeblieben und zurückgekommen. Jetzt sind wir eng dran an einem Playoff-Rang, was wichtig ist. Es zeigt die harte Arbeit, die wir reingesteckt haben. Wir müssen einfach genau so weitermachen. Es wird bis zum Schluss ein harter Kampf werden.“

Für die Predators stehen nun zwei weitere echte Härtetests auf dem Spielplan: Erst geht es am Freitag (9 p.m. ET; Samstag, 3 Uhr MEZ) zum Liga-Primus Colorado Avalanche, dann back-to-back am Samstag (10 p.m. ET; Sonntag, 4 Uhr MEZ) zum Pacific-Division-Spitzenreiter Vegas Golden Knights.

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