Center Sebastian Aho (20) of the Carolina Hurricanes looks to shoot the puck while defended by Center Nick Suzuki (14) of the Montreal Canadiens during game one of the NHL Stanley Cup Playoffs Eastern Conference Final between the Montreal Canadiens and the Carolina Hurricanes on May 21, 2026 at Lenovo Center in Raleigh, North Carolina. (Photo by Katherine Gawlik/Icon Sportswire via Getty Images)

Spiel 2 im Eastern Conference Finale 2026 zwischen den Carolina Hurricanes und den Montreal Canadiens beginnt am Samstag um 7 p.m. ET (Sonntag, 1 Uhr MESZ) im Lenovo Center in Raleigh. Montreal führt in der Best-of-7-Serie mit 1:0.

NHL.com/de blickt mit fünf Slapshots auf die Partien des Abends.

Montreal kann das Bollwerk durchbrechen

Die Canadiens konnten Spiel 1 mit 6:2 stehlen und erlangten dabei zwei ganz wichtige Erkenntnisse. Erstens: Hurricanes-Torwart Frederik Andersen ist auch nur ein Mensch. Und Zweitens: Carolinas Bollwerk ist überwindbar.

Montreal hatte mit Juraj Slafkovsky (2-1-3), Cole Caufield (1-1-2), Phillip Danault (1-1-2), Ivan Demidov (1-0-1) und Alexandre Texier (1-0-1) fünf unterschiedliche Torschützen. Zehn von 18 eingesetzten Spielern sammelten mindestens einen Scorerpunkt. Alleine Kapitän Nick Suzuki (0-3-3) kam auf deren drei.

„Ich glaube schon, dass es bestimmte Dinge gibt, die Spieler von Montreal in bestimmten Zeitpunkten des Spiels machen können, die jetzt Carolina vielleicht nicht unbedingt hat“, sagte NHL.com/de-Experte Stefan Ustorf schon vor Spiel 1 im Schlagschuss-Podcast (Episode 45) voraus. „Diese ‚Game Breaker‘ - ein Demidov, der halt mal zwei Leute austanzt oder ein Caufield oder ein Suzuki. Lane Hutson ist auch so ein Spieler. Du brauchst diese ‚Game Breaker‘, die einfach in der Lage sind, eine 1-zu-1-Situation für sich auszunutzen. Ich glaube, Montreal hat mehr von diesen Spielern.“

MTL@CAR, ECF, Spiel 1: Slafkovský trifft aus kurzer Distanz und baut die Führung aus

Erholt sich Andersen von Spiel 1?

Hurricanes-Goalie Frederik Andersen, der in den ersten zwei Playoff-Runden übermenschliche Statistiken aufwies (8-0, 1,12 Gegentore/Spiel, 95 Prozent Fangquote, zwei Shutouts), kassierte in Spiel 1 des Eastern Conference Finals fünf Gegentore auf 22 Torschüsse (der sechste Gegentreffer war ein „Empty Netter“). Eine Fangquote von 76,2 Prozent zeigte, dass selbst der 36-jährigen Däne menschelt.

„Ja, sie haben sechs Tore gegen uns geschossen, aber drei davon waren Alleingänge und zwei kamen direkt aus dem Slot. Es ist also die Schuld von uns allen“, nahm Carolinas Stürmer Nikolaj Ehlers seinen Torwart in Schutz.

„Das Spiel geht überhaupt nicht auf seine Kappe“, betonte auch Hurricanes-Trainer Rod Brind’Amour. „Freddie ist ziemlich ruhig. Eine seiner Stärken ist, dass er einfach weitermachen kann.“

Genau das erwartet Carolina für Spiel 2. „Es wird ziemlich leicht für ihn werden“, glaubt Ehlers. „Er ist unglaublich in den Playoffs. Er hat uns schon die gesamte Saison Spiele gewonnen.“

Carolina will zum Erfolgsstil zurückkehren

Zur Wahrheit gehört auch, dass die Hurricanes vier der sechs Gegentreffer im ersten Drittel hinnehmen mussten. Im zweiten und dritten Drittel spielte Carolina wieder mehr Hurricanes-Hockey. Genau daran will die Mannschaft aus Raleigh nun von Anfang an in Spiel 2 anknüpfen. 

„Genau so müssen wir auftreten“, fordert Carolinas Flügelstürmer Taylor Hall. „Wir nennen es das Stress-Spiel, wenn wir uns in der offensiven Zone aufhalten. „Die gegnerischen Spieler ‚icen‘ die Pucks, ihre Schläger brechen, sie wollen einfach nur noch verhindern, dass ein Gegentor fällt. Daraus schaffen wir Momentum. Unsere Zuschauer ernähren sich davon. Das ist unsere Art, zu spielen. Alles basiert auf unserem Forechecking, mit dem wir die Pucks zurückerobern. Das ist nicht die attraktivste Spielweise, aber wir fühlen uns selbst gut damit und rollen alle unsere vier Reihen aus.“

Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Carolina Hurricanes und den Montreal Canadiens

Zeigen die Hurricanes Nerven?

Playoffs stehen physisch auf einem ganz anderen Niveau als die reguläre Saison. Gleiches trifft auf die Psyche zu. Carolina galt nach zwei Sweeps in der Ersten und Zweiten Runde als unverwundbar und startete ausgerechnet jetzt mit einer Niederlage. Ganz unfreiwillig dürften Erinnerungen an die letzten drei Conference Finals 2019, 2023 und 2025 wach werden. 2019 folgte auf einen Sweep in der Zweiten Runde (4:0 gegen die New York Islanders) ein Reverse-Sweep (0:4 gegen die Boston Bruins). 2023 wurde man von den Florida Panthers gesweept (0:4). Zwei Jahre später war gegen denselben Gegner nach fünf Spielen Schluss (1:4). Die Hurricanes haben also ein Conference-Final-Trauma, das durch die 2:6-Niederlage in Spiel 1 gegen Montreal einige böse Erinnerungen triggern dürfte.

„Das mit dem Abhaken in den Playoffs ist ziemlich schwierig“, weiß Hall. „Ich glaube, das hat seinen Grund. Wir müssen verstehen, was passiert ist und warum es passiert ist, um es zu korrigieren. Daran ist nichts auszusetzen. Du kannst trotzdem eine positive Einstellung bewahren und mit deinen Freunden auf dem Eis lachen und scherzen, aber dir muss klar sein, dass es anders laufen muss.“

„Natürlich wird man mit Widrigkeiten konfrontiert. Das will man eigentlich nicht“, so Brind’Amour, der zwischen den zwei Begegnungen bewusst kein Eistraining anordnete. „Wir haben trainiert, aber ihr konntet das nicht sehen. Es kam nicht in Frage, aufs Eis zu gehen, das brauchen wir gerade nicht. Wir müssen uns darauf konzentrieren, unser Spiel zu finden. Mal sehen, wie es aussieht, wenn wir gut spielen.“

Canadiens fühlen sich auf fremdem Eis wohl

Normalerweise müsste das Bell Centre mit seinen frenetischen Fans eine uneinnehmbare Festung sein. Das Stadion fasst 21.100 Zuschauer und ist damit die größte Arena in der NHL. Mit Sprechchören kommt die Atmosphäre der in Europa am nächsten. Und trotzdem fühlen sich die Canadiens in den Stanley Cup Playoffs 2026 auswärts irgendwie wohler - zumindest, wenn man den Statistiken glaubt. 

Zu Hause hat Montreal eine 2-4-Bilanz, in der Fremde lautet diese 7-2. Individuell haben Spieler wie Suzuki (0-2-2 daheim, 4-10-14 auswärts) oder Slafkovsky (1-1-2 daheim, 5-5-10 auswärts) deutlich bessere Zahlen auf gegnerischem Eis vorzuweisen. Dass Spiel 2 erneut in Raleigh stattfinden wird, ist für die Canadiens also kein Nachteil.

„Wir glauben an uns“, erklärt Canadiens-Trainer Martin St. Louis. „Das liegt an unserem Selbstvertrauen, das wir uns die Saison über auswärts geholt haben.“

„Vielleicht halten wir es auswärts einfacher“, vermutet Montreals Assistenztrainer Stephane Robidas. „Wir erzwingen nichts. Womöglich wollen wir zu Hause, vor unseren Fans, ein bisschen zu viel machen.“

Genauso sieht es Kapitän Suzuki: „Die Jungs wollen vielleicht zu viel auf einmal zeigen, um die Fans zu beeindrucken und ihnen etwas Liebe zurückzugeben, aber wir dürfen uns davon mental nicht beeinflussen lassen. Wir müssen die Dinge einfach halten und weiterhin das tun, was uns erfolgreich macht, ganz gleich, wo wir spielen.“

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