Die Vegas Golden Knights sind dem Einzug ins Stanley Cup Finale einen weiteren Schritt nähergekommen. Die Mannschaft von Trainer John Tortorella gewann auch Spiel zwei der Best-of-7-Serie des Finals der Western Conference in den NHL Playoffs bei den Colorado Avalanche. Beim 3:1-Erfolg in der Ball Arena in Denver schafften die Gäste aus dem Spielerparadies ein spätes Comeback. Großen Anteil daran hatte Jack Eichel.
45-0 – das war die Bilanz der Colorado Avalanche in dieser Saison inklusive Playoffs, wenn sie mit einer Führung ins letzte Drittel gegangen sind. Entsprechend zuversichtlich konnte man im Lager der Gastgeber sein. Die Mannschaft von Trainer Jared Bednar war spät im ersten Drittel durch Ross Colton 1:0 in Führung gegangen (17.). Dieser knappe Vorsprung hatte auch nach dem Mittelabschnitt Bestand. Vieles sprach also für Sieg Nummer 46 bei dieser Konstellation.
Auf der anderen Seite haben die Golden Knights in dieser Spielzeit schon hinlänglich unter Beweis gestellt, dass sie mit Rückständen umgehen können. 25-mal war ihnen vor dem zweiten Auftritt in Denver ein Comeback in dieser Saison gelungen. Dieses 26. Comeback – reguläre Saison und Playoffs zusammen – bedeutet die zweitbeste Leistung des Teams, das damit die Marken aus der Saison 2024/25 und 2017/18 einstellte. Nur 2022/23 gelangen Vegas mit 27 mehr Comeback-Siege. Damals gewann das Team den Stanley Cup. In dieser Spielzeit bedeutet der späte 3:1-Erfolg das vierte Comeback im dritten Drittel und damit die meisten innerhalb einer Postseason in der Geschichte der Franchise.
„Widerstandsfähigkeit – das ist das Schlüsselwort für unsere Gruppe. Wir bleiben einfach dran, graben uns wieder raus aus dem Loch und kämpfen. Wir geben keinen Kampf verloren“, betonte Vegas-Keeper Carter Hart (29 Saves). „Offensichtlich waren wir in der Lage, zurückzukommen. Wir haben einen Rückstand von einem Tor wettgewacht. Ich denke, wir haben ruhig gespielt, hatten unsere Chancen. Ein Lob an ihren Torwart. Er hat einige tolle Paraden gezeigt“, sagte Vegas-Stürmer Eichel. Man müsse einfach versuchen, hart zu verteidigen und zuschlagen, wenn sich die Gelegenheit biete. „Ich glaube, das haben wir gut gemacht.“
Der US-Amerikaner selbst machte der Unterschied in dieser Partie. Zuerst traf er zum 1:1 (50.), dann bereitete er wenig später die 2:1-Führung durch Ivan Barbashev vor (52.). Zwischen den beiden Toren lagen nur 127 Sekunden. Damit gelang den Golden Knights ihr zweitschnellster Doppelschlag in einem Conference Finale. Schneller waren sie nur noch in Spiel drei des Conference Finals 2023 (73 Sekunden). Barbashev machte 63 Sekunden vor dem Ende mit einem Treffer ins verwaiste Avalanche-Tor alles klar. Eichels Assist zu Barbashevs 2:1 bedeutete auch, dass er im Trikot der Golden Knights zum 24. Mal an einem Führungstor in den Playoffs beteiligt war. Damit liegt er gemeinsam mit Jonathan Marchessault auf Platz drei in der Historie des Teams. Nur Mark Stone (34) und Shea Theodore (32) sind vor ihm.
Entsprechend bekam auch Eichel das große Lob an diesem Abend. „Er ist ein Superstar. Das drückt es am besten aus. Er ist an beiden Enden des Eises zu finden und geht immer vorneweg. Er ist einer dieser Spieler, bei denen man nicht versteht, wie gut sie sind, bis man mit ihnen zusammenspielt“, sagte Vegas-Verteidiger Rasmus Andersson. Eichel sei immer am richtigen Platz. Er spiele in Unterzahl, Überzahl und regelmäßig gegen die beste Sturmreihe des Gegners. „Und irgendwie sammelt er immer noch 90 Scorerpunkte in der regulären Saison und ist an zweiter Stelle beim Scoring in den Playoffs.“ Diesmal habe er die Mannschaft alleine zurück ins Spiel gebracht. „Das war der Unterschied in diesem Spiel. Deine besten Spieler müssen vorangehen, um eine Chance haben, zu gewinnen.“ Eichel hat nun 18 Scorerpunkte in den Playoffs (2-16-18).






















