lak 32 in 32 de

Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Fünf Fragen bei den Los Angeles Kings

1. Wie verkraften die Kings den Abschied von Kopitar?

20 Jahre lang war Anze Kopitar das Gesicht der Los Angeles Kings. Nun beginnt in Kalifornien eine neue Zeitrechnung. Der Kapitän hat seine Karriere nach der Saison 2025/26 beendet und hinterlässt eine gewaltige Lücke. Kopitar kam in seiner letzten NHL-Saison auf 38 Punkte (zwölf Tore, 26 Assists) in 67 Spielen und verabschiedete sich als Franchise-Rekordhalter bei den absolvierten Spielen (1521), den Assists (864) und den Punkten (1316).

Sein sportliches Erbe lässt sich allerdings nicht allein anhand von Zahlen messen. Kopitar war über Jahre das defensive Gewissen der Mannschaft und der Mann für die wichtigen Minuten. Nun müssen die Kings seine Rolle auf mehrere Schultern verteilen. Im Mittelpunkt steht dabei Quinton Byfield. Der 23-Jährige erzielte vergangene Saison 24 Tore und 49 Punkte in 79 Spielen und muss nach drei Jahren als solider Center nun den nächsten Schritt zum echten Topspieler machen.

COL@LAK, Sp 4: Kopitar nimmt nach seimem letzten Spiel in Los Angeles Ovationen entgegen

2. Kann Byfield tatsächlich zum neuen Nummer-eins-Center werden?

Genau hier liegt eine der spannendsten Fragen der kommenden Saison. Die Kings haben nach dem Karriereende Kopitars keinen erfahrenen Top-Center verpflichtet. Stattdessen könnte Adrian Kempe wieder ins Zentrum rücken oder Byfield die große Chance erhalten, die erste Reihe zu übernehmen.

Byfield bringt dafür einiges mit. Er brachte es in den letzten 16 Saisonspielen auf 16 Punkte, darunter elf Tore in seinen letzten 15 Partien. Gleichzeitig zeigte sich aber auch, dass seine Produktion über eine weitere Strecke noch zu unbeständig ist. Für einen Spieler, der nun möglicherweise die Nachfolge Kopitars im Zentrum antreten soll, muss sich dies ändern.

LAK@SEA: Byfield baut die Führung im ersten Drittel mit seinem zweiten Tor aus

3. Reicht es für einen Angriff auf mehr als die Playoff-Qualifikation?

Die Kings erzielten in der vergangenen Saison 35 Siege und 20 Niederlagen nach Verlängerung bzw. Shootout und kamen auf 90 Punkte. Zum fünften Mal in Folge erreichten sie die Playoffs, schieden dort aber erneut in der Ersten Runde aus – diesmal nach vier Spielen gegen die Colorado Avalanche.

Hoffnung macht Adrian Kempe. Der Schwede war mit 36 Toren und 73 Punkten in 81 Spielen der mit Abstand wichtigste Offensivspieler der Kings. Auch der Schweizer Kevin Fiala soll nach seiner schweren Beinverletzung, die er sich bei den Olympischen Spielen zuzog, wieder angreifen. Fiala hatte bis zu seinem Ausfall 40 Punkte (18 Tore, 22 Assists) in 56 Spielen gesammelt.

Dazu kommt Artemi Panarin, der nach seinem Wechsel von den New York Rangers in 26 Spielen für Los Angeles 27 Punkte verbuchte. Die individuelle Qualität ist also vorhanden. Die entscheidende Frage lautet, ob sich daraus eine Offensivpower entwickelt, die auch in den Stanley Cup Playoffs über mehrere Runden hinweg funktioniert.

Summa summarum haben die Kings mit Kempe, Panarin, Fiala, Byfield und Clarke durchaus Qualität im Kader. Der Anspruch darf deshalb höher sein als nur die erneute Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs.

LAK@COL, GM 2: Panarin bricht das Eis mit einem Schuss im Powerplay

4. Ist der Kader inzwischen zu alt für den nächsten Schritt?

Die Kings setzen auffällig stark auf Erfahrung. Scott Laughton bleibt ebenso wie Corey Perry im Kader, neu hinzu kommen Mats Zuccarello und Erik Haula. Zuccarello sammelte vergangene Saison für Minnesota 54 Punkte in 59 Spielen, Haula kam in Nashville auf 38 Punkte in 81 Partien. Perry ist bereits 41 Jahre alt, Zuccarello wird zum Saisonstart 39 sein, Haula 35.

Erfahrung kann in einer langen Saison ein großer Vorteil sein, allerdings wird die Mannschaft dadurch nicht jünger. Neben den Neuzugängen sind unter anderem Drew Doughty, Joel Edmundson, Brian Dumoulin, Joel Armia und Cody Ceci im fortgeschrittenen NHL-Alter. Die Kings müssen deshalb hoffen, dass ihre Routiniers gesund und leistungsfähig bleiben, während jüngere Spieler wie Byfield oder Alex Laferriere mehr Verantwortung übernehmen.

5. Wie viel Luft nach oben gibt es in der Defensive und im Tor?

Mikey Anderson und Drew Doughty, Joel Edmundson und Brandt Clarke sowie Brian Dumoulin und Cody Ceci bilden das voraussichtliche Sextett in der Defensivabteilung. Besonders Clarke könnte dabei eine größere Rolle übernehmen. Der 23-Jährige stellte vergangene Saison mit 40 Punkten, acht Toren und 32 Assists persönliche NHL-Bestmarken auf und soll weiterhin in der ersten Powerplay-Reihe zum Einsatz kommen.

Darcy Kuemper und Anton Forsberg bilden erneut das Torwart-Duo. Bei beiden laufen jedoch die Verträge im Anschluss der Saison 2026/27 aus. Kuemper ist bereits 36, Forsberg 33 Jahre alt. Los Angeles muss außerdem auf eine Rückkehr Kuempers zu besserer Form hoffen, damit die Torhüterposition nicht zum Schwachpunkt des Teams wird.

Verwandte Inhalte