Was wird aus Kapitän Dylan Larkin?
Ein Kapitän sollte ein Führungsspieler sein, der die Richtung vorgibt und die Mitspieler mitreißt. Umso schwerwiegender, wenn ausgerechnet diese Person das Team verlassen möchte. Yzerman bestätigte Ende Juni, dass der Kapitän der Red Wings kurz nach der Saison einen Trade forderte. Er soll der Mannschaft zudem einige Teams genannt haben, für die der Nummer-1-Center auf seine No-Trade-Klausel verzichten würde.
Larkin unterzeichnete im März 2023 einen Vertrag über acht Jahre und 69,9 Millionen US-Dollar (durchschnittlicher Jahreswert: 8,7 Millionen US-Dollar). Fünf Jahre dieses Kontrakts stehen noch aus. Die Red Wings werden den 30-Jährigen, der Jahr für Jahr zu den Top-Scorern von Detroit zählt, nicht ohne passenden Gegenwert abgeben. Die Situation wird durch den fehlenden GM erschwert.
Möglicherweise ist auch Larkin gefordert, sich für mehr potenzielle Teams zu öffnen, möchte er wirklich die Franchise verlassen. Und was passiert, wenn kein Trade zustande kommt? Wäre Larkin nach seinem Wechselwunsch als Kapitän und Führungsspieler noch glaubhaft?
Wird Moritz Seider in der Hierarchie von Detroit weiter aufsteigen?
Der deutsche Verteidiger wird von Jahr zu Jahr besser. In der vergangenen Saison stellte er Bestleistungen in Sachen Tore (zehn), Assists (50) und Scorerpunkte (60) auf. Der Zwei-Wege-Verteidiger ist praktisch in jeder Spielsituation ein wichtiger Leistungsträger, unter anderem auch im Powerplay (drei Tore).
Dass der 25-Jährige vergangene Saison als Assistenzkapitän das „A“ auf dem Trikot trug, symbolisiert seine Entwicklung vom Top-Talent zum Führungsspieler. Sollte Larkin Detroit verlassen, wäre Seider sogar ein Kandidat für das Kapitänsamt.
Wird Viktor Arvidsson den Red Wings als Führungsspieler weiterhelfen?
Viktor Arvidsson hat eine genaue Vorstellung davon, was ihn in Detroit erwartet. Der Schwede hat eine gemeinsame Vergangenheit mit Todd McLellan. Bei den Los Angeles Kings war er von 2021 bis 2024 knapp drei Jahre sein Trainer. „Er ist wirklich strukturiert und hat immer einen Plan“, erinnert sich Arvidsson. „Zuerst kommt bei ihm die Verteidigung. Und wenn du richtig gute Verteidigung spielst, wirst du offensiv Erfolg haben. Das gefällt mir sehr an ihm. Zudem ist er zu allen Spielern und allen im Team ehrlich.“
Arvidsson weiß, wie er der Mannschaft weiterhelfen kann. „Ich werde einen wettbewerbsorientierten Aspekt ins Spiel bringen und versuchen, ein Vorbild für die jüngeren Spieler zu sein“, sagte Arvidsson. Er ist es gewohnt, mit seinen Teams fast durchgängig die Playoffs zu erreichen. Vergangene Saison gelang ihm dies mit den Boston Bruins, die sich eigentlich in einem größeren Umbruch befanden. Mit dieser Erfahrung könnte Arvidsson möglicherweise dabei helfen, dass die Red Wings nicht noch einmal in der entscheidenden Saisonphase einbrechen.
Könnte Neuzugang Keegan Kolesar das fehlende Puzzlestück sein?
Keegan Kolesar wurde im Tausch für einen Drittrunden-Pick 2029 und einen Viertrunden-Pick 2027 von den Vegas Golden Knights losgeeist. Seine effektivste Saison hatte er 2024/25, als ihm zwölf Tore und 18 Assists gelangen. Vergangene Spielzeit bekam er lediglich sechs Tore und elf Assists zustande. Der 29-Jährige glaubt, dass ein Spielertyp wie er in Detroit gebraucht wird.
„Ich habe mit den Jungs gesprochen, und sie hatten das Gefühl, dass ihnen ein Puzzlestück gefehlt hat, vielleicht so eine gewisse Identität. Dabei geht es nicht ums Kämpfen an sich, sondern vielmehr um Härte und darum, ein unangenehmer Gegner zu sein. Außerdem darum, als erfahrener Spieler in der Offensive voranzugehen und die anderen mitzureißen. Ich denke, dass ich genau das einbringen kann“, sagte der Stanley Cup-Sieger von 2023.
Er bezeichnet sich selbst als altmodischen Spieler. „Forecheck, backcheck, paycheck. Ich will immer meinen Teil dazu beitragen, dass die Mannschaft gewinnt. Das steht immer an erster Stelle.“