Moritz Seider 32

Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Die Analyse der Detroit Red Wings

Sie waren nahe dran, endlich die Stanley Cup Playoffs zu erreichen. Ende Januar standen die Detroit Red Wings gemeinsam mit dem späteren Stanley Cup-Sieger Carolina Hurricanes an der Spitze der Eastern Conference. Der Vorsprung auf die Wildcard-Plätze betrug zwölf Punkte. Doch in der entscheidenden Saisonphase verspielte Detroit seinen Vorsprung und schloss die Saison mit einer 41-31-10-Bilanz auf dem 6. Platz der Atlantic Division ab. 

Zum zehnten Mal in Folge wurden die Playoffs verpasst. Dies ist die längste Negativserie der NHL. Mitte Juli trat zudem General Manager Steve Yzerman von seinem Posten zurück. Er bekleidete dieses Amt seit April 2019. Die Nachfolge ist noch ungeklärt.

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Die wichtigsten Kaderveränderungen

Detroit hat den 33-jährigen Flügelstürmer Viktor Arvidsson von den Boston Bruins verpflichtet. Vergangene Saison gelangen ihm in 69 Spielen 25 Tore und 29 Assists. Der Schwede könnte nicht nur als Scorer hilfreich sein, sondern auch als Führungsspieler für die jungen Mitspieler. 

In Keegan Kolesar wurde zudem ein Flügelstürmer von den Vegas Golden Knights akquiriert, der 2023 den Stanley Cup gewann und ebenfalls eine gewisse Erfolgsmentalität nach Detroit bringen soll. Vergangene Saison gelangen dem 29-Jährigen in 82 Saisonspielen sechs Tore und elf Assists. Während Arvidsson ein Kandidat für die zweite Reihe sein könnte, ist Kolesar eher in der vierten Reihe zu erwarten.

Außerdem verpflichteten die Red Wings Torwart Daniil Tarasov, der bei den Columbus Blue Jackets und zuletzt Florida Panthers als Backup diente. Der 27-Jährige kommt in 98 NHL-Spielen auf eine Save-Quote von 89,7 Prozent und kann John Gibson entlasten. Für mehr Tiefe in der Verteidigung soll zudem der 28-jährige Jacob Bryson sorgen, der zuletzt für die Winnipeg Jets spielte.

Auf der anderen Seite haben die Red Wings sehr viel Erfahrung abgegeben. Der 37-jährige Patrick Kane ist zu den Chicago Blackhawks zurückgekehrt. Der 38-jährige Stürmer David Perron und der 39-jährige Torwart Cam Talbot sind noch vertragslos. 

Schlüsselspieler

Alex DeBrincat war vergangene Saison mit 41 Toren und 44 Assists bester Torjäger und Vorlagengeber zugleich. Er könnte in der zweiten Reihe zusammen mit Center Andrew Copp und Neuzugang Arvidsson agieren. Der Center in der ersten Reihe ist normalerweise Dylan Larkin. Doch die Zukunft des Kapitäns ist ungewiss, denn er hat trotz seines langfristigen Vertrags einen Trade-Wunsch geäußert (siehe: Fünf Fragen bei den Red Wings).

Apropos langfristige Verträge: Über diese verfügen auch der 24-jährige Flügelstürmer Lucas Raymond (2032) und der 25-jährige Verteidiger Moritz Seider (2031). Der Deutsche Seider wurde beim Draft 2019 an Position 6 gepickt, Raymond ein Jahr später an Position 4. Der Schwede Raymond kam vergangene Saison auf 25 Tore und 51 Assists. Dies war der zweitbeste Wert seiner Karriere. Seider spielte mit zehn Toren und 50 Assists die effektivste Saison seiner Laufbahn.

DET@OTT: Raymond stellt auf 4:2 im dritten Spielabschnitt

Die Nummer 1 im Tor dürfte Gibson sein. Der 33-Jährige wechselte im vergangenen Jahr von den Anaheim Ducks nach Detroit und kam in seiner ersten Spielzeit bei den Red Wings auf eine ordentliche Save-Quote von 90,1 Prozent.  

Spieler aus dem DACH-Raum

Neben Seider gibt es mit dem österreichischen Center Marco Kasper noch einen weiteren deutschsprachigen Spieler im Kader. Der 22-Jährige spielte 2024/25 mit 19 Toren und 18 Assists eine überragende Rookie-Saison (2023/24 hatte er nur ein Spiel absolviert). Vergangene Saison kam er mit neun Toren und zehn Assists nicht an diese Marke heran. 

Trainer Todd McLellan gab sich eine Mitschuld daran, weil er Kasper zwischen den Positionen im Zentrum und auf dem Flügel hin- und herschob. Möglicherweise wird sich dies in der kommenden Spielzeit ändern. McLellan verwies auf die Entwicklung von Kasper: „Er hatte als 22-Jähriger einiges zu verarbeiten. Er musste mit den hohen Erwartungen umgehen. Nicht immer lief es für ihn wie erhofft. Aber er bringt die Fähigkeiten, den Ehrgeiz und die Einstellung mit, von denen ich überzeugt bin, dass sie ihm helfen werden, sich da durchzuarbeiten.“

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Stärken

Der einstige Umbruch der Red Wings trägt Früchte. Akteure wie Raymond und Seider haben sich zu Elite-Spielern entwickelt, jüngere Talente wie Kasper rücken nach. Trainer McLellan, der im Dezember 2024 den Dienst antrat, erwies sich als gute Wahl, weil er die junge Mannschaft weiterentwickelt hat. Ebenfalls positiv: Im Falle von Kasper zeigt sich, dass er sich schützend vor die Spieler stellt und selber Fehler eingesteht.

Der Kader verfügt über einen guten Mix aus erfahrenen und talentierten Spielern. Zudem war das Powerplay mit einer Erfolgsquote von 22,6 Prozent (Platz 12 in der NHL) sehr ordentlich.

Verbesserungspotenziale

Zahlen lügen nicht. Ein Blick auf die relevantesten Statistiken verrät, warum die Red Wings die Playoffs nicht erreicht haben. Mit durchschnittlich 2,91 Toren stehen sie auf Platz 22 der NHL, zudem kassierten sie 3,1 Tore (Platz 19). Eine echte Schwachstelle war das Unterzahlspiel. Die Penalty-Kill-Quote von 77,1 Prozent entsprach Rang 23.

Vielversprechende Talente

Die Red Wings haben bewiesen, junge Spieler weiterentwickeln zu können. 2024/25 war Kasper die große Entdeckung, vergangene Saison der kanadische Rookie Emmitt Finnie (21 Jahre) mit 13 Toren und 27 Assists. Es gibt noch weitere junge Stürmer mit Potenzial: Der 21-jährige Nate Danielson absolvierte seine ersten 28 NHL-Spiele und kam auf zwei Tore sowie fünf Assists. Möglicherweise wird auch der 20-jährige Center Michael Brandsegg-Nygard nach seinen ersten 14 NHL-Spielen (ein Assist) eine größere Rolle einnehmen.

Playoff-Chancen

Rund um die Red Wings herrscht zu viel Unklarheit, um eine echte Prognose zu geben. Wird Dylan Larkin Detroit verlassen? Wer wird ihn ersetzen - als Kapitän und als Scorer? Wer wird der neue GM? Welche Trades wird er tätigen? Klar ist, dass das Ziel der Red Wings die Playoffs sein muss. Würde der aktuelle Kader bestehen bleiben, hätten sie gute Chancen auf die Postseason. Doch vermutlich wird das nicht der Fall sein.

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