Makar 5 Questions DE 8-7 Main

Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Fünf Fragen bei der Colorado Avalanche

1. Wann unterschreibt Makar und wie gesund ist er?

Die Personalie Cale Makar bestimmt weite Teile der Debatten in Colorado in der Offseason. Der Offensivverteidiger hat nur noch einen Vertrag bis Ende nächster Saison in der Tasche. Die Klubleitung will den Weltklassespieler auf jeden Fall halten, doch die Gespräche ziehen sich hin. Der Grund: Ein neuer Kontrakt wird teuer und schränkt die finanziellen Möglichkeiten der Avalanche für weitere künftige Verlängerungen oder Transferaktivitäten mit Blick auf den Salary Cap erheblich ein. Trotz der komplizierten Gemengelage muss das Management versuchen, möglichst noch vor Beginn der Saison eine Lösung zu finden. Sonst würden die Spekulationen um Makars Zukunft einen ständigen Unruheherd darstellen.

CHI@COL: Makar haut die Scheibe rein

Ein Fragezeichen steht zudem hinter dem Gesundheitszustand von Makar. Er war in den Playoffs aufgrund von Hüftproblemen gehandicapt. Die Behandlung sollte sich nach ärztlichen Verlautbarungen bis in den Sommer hinziehen. Es bleibt deshalb abzuwarten, ob der Blueliner zum Saisonstart bereits bei 100 Prozent seines Leistungsvermögens ist.

2. Wie steht es um die Tiefe in der Verteidigung?

Das erste Verteidigerpaar der Avalanche mit Devon Toews und Makar gehört zum Besten, was die Liga zu bieten hat. Die Duos dahinter, mit Brent Burns und Josh Manson sowie Brett Kulak und Sam Malinski, sind ebenfalls erfahren und eingespielt. Einen längeren verletzungsbedingten Ausfall einer dieser Stammkräfte könnte Colorado aber wohl nicht mir nichts, dir nichts kompensieren. Dafür fehlt dem Kader in diesem Bereich die Tiefe. Das hat sich dieses Jahr in den Playoffs gezeigt, als Makar zeitweise nicht spielen konnte. Von daher ist es nicht ausgeschlossen, dass die Avalanche den Markt hinsichtlich eines weiteren gestandenen Verteidigers durchleuchtet. Allerdings muss der Preis passen.

3. Gelingt es, einen behutsamen Verjüngungsprozess einzuleiten?

Colorado stellt mit einem Schnitt von 31,10 Jahren das drittälteste Team der Liga, nach den Toronto Maple Leafs (31,21) und den Los Angeles Kings (31,18). Aus diesem Grund gilt es, sich langsam aber sicher Gedanken zu machen, wie das Gesicht der Mannschaft in der Zukunft aussehen könnte. Es befinden sich einige hoffnungsvolle Talente in der Organisation. Für die braucht es einen klaren Plan, um ihnen Einsatzzeiten zu geben und sie behutsam ans NHL-Spitzenniveau heranzuführen. Der letzte tiefgreifende Umbruch führte Colorado tief in den Keller. In der Saison 2016/17 belegte die Vertretung mit 48 Punkten abgeschlagen den letzten Platz im Gesamtklassement. Damit sich so ein brutaler Absturz nicht wiederholt, ist es ratsam, die Belegschaft sukzessive zu verjüngen und nicht irgendwann gezwungenermaßen auf einen Schlag.

4. Wie bekommt das Powerplay mehr Durchschlagskraft?

Man mag es kaum glauben, doch das Powerplay der Avalanche war mit einer Erfolgsquote von 17,1 Prozent das sechstschlechteste in der Saison 25/26. In der Spielzeit davor hatte die Quote noch bei 24,8 Prozent gelegen, was dem seinerzeit für diesen Bereich verantwortlichen Assistenzcoach Ray Bennett den Job kostete. Unter seinem Nachfolger Dave Hakstol schnitten die Überzahleinheiten noch schlechter ab. Trotzdem blieb er von einer Amtsenthebung verschont. Die Hoffnungen, dass es in der kommenden Saison besser läuft, ruhen vor allem auf Nazem Kadri. Nach dessen Comeback am 6. März ging die Powerplayrate auf 21,4 Prozent in 22 Partien nach oben.

COL@LAK, Sp 4: MacKinnon mit seinem ersten Tor der Serie

5. Wie groß ist die Lücke, die GM MacFarland hinterlässt?

Mit General Manager Chris MacFarland hat sich einer der Macher bei der Avalanche in den vergangenen Jahren aus Denver verabschiedet. Er wechselte nach vier Jahren auf diesem Posten und insgesamt elf Jahren Tätigkeit für die Organisation zum Konkurrenten Nashville Predators. Dort fungiert er künftig in Personalunion als President of Hockey Operations und GM. In seiner vierjährigen Amtszeit als Sportdirektor qualifizierte sich die Avalanche jedes Mal für die Playoffs und gewann 2025/26 die Presidents‘ Trophy als bestes Team der regulären Saison. Beim Triumph im Stanley Cup im Jahr 2022 war MacFarland als Assistenz-GM tätig. Dessen Vorgänger ist auch sein Nachfolger. Ab sofort kümmert sich wieder Joe Sakic ums Alltagsgeschäft im Management.

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