Ein Fragezeichen steht zudem hinter dem Gesundheitszustand von Makar. Er war in den Playoffs aufgrund von Hüftproblemen gehandicapt. Die Behandlung sollte sich nach ärztlichen Verlautbarungen bis in den Sommer hinziehen. Es bleibt deshalb abzuwarten, ob der Blueliner zum Saisonstart bereits bei 100 Prozent seines Leistungsvermögens ist.
2. Wie steht es um die Tiefe in der Verteidigung?
Das erste Verteidigerpaar der Avalanche mit Devon Toews und Makar gehört zum Besten, was die Liga zu bieten hat. Die Duos dahinter, mit Brent Burns und Josh Manson sowie Brett Kulak und Sam Malinski, sind ebenfalls erfahren und eingespielt. Einen längeren verletzungsbedingten Ausfall einer dieser Stammkräfte könnte Colorado aber wohl nicht mir nichts, dir nichts kompensieren. Dafür fehlt dem Kader in diesem Bereich die Tiefe. Das hat sich dieses Jahr in den Playoffs gezeigt, als Makar zeitweise nicht spielen konnte. Von daher ist es nicht ausgeschlossen, dass die Avalanche den Markt hinsichtlich eines weiteren gestandenen Verteidigers durchleuchtet. Allerdings muss der Preis passen.
3. Gelingt es, einen behutsamen Verjüngungsprozess einzuleiten?
Colorado stellt mit einem Schnitt von 31,10 Jahren das drittälteste Team der Liga, nach den Toronto Maple Leafs (31,21) und den Los Angeles Kings (31,18). Aus diesem Grund gilt es, sich langsam aber sicher Gedanken zu machen, wie das Gesicht der Mannschaft in der Zukunft aussehen könnte. Es befinden sich einige hoffnungsvolle Talente in der Organisation. Für die braucht es einen klaren Plan, um ihnen Einsatzzeiten zu geben und sie behutsam ans NHL-Spitzenniveau heranzuführen. Der letzte tiefgreifende Umbruch führte Colorado tief in den Keller. In der Saison 2016/17 belegte die Vertretung mit 48 Punkten abgeschlagen den letzten Platz im Gesamtklassement. Damit sich so ein brutaler Absturz nicht wiederholt, ist es ratsam, die Belegschaft sukzessive zu verjüngen und nicht irgendwann gezwungenermaßen auf einen Schlag.
4. Wie bekommt das Powerplay mehr Durchschlagskraft?
Man mag es kaum glauben, doch das Powerplay der Avalanche war mit einer Erfolgsquote von 17,1 Prozent das sechstschlechteste in der Saison 25/26. In der Spielzeit davor hatte die Quote noch bei 24,8 Prozent gelegen, was dem seinerzeit für diesen Bereich verantwortlichen Assistenzcoach Ray Bennett den Job kostete. Unter seinem Nachfolger Dave Hakstol schnitten die Überzahleinheiten noch schlechter ab. Trotzdem blieb er von einer Amtsenthebung verschont. Die Hoffnungen, dass es in der kommenden Saison besser läuft, ruhen vor allem auf Nazem Kadri. Nach dessen Comeback am 6. März ging die Powerplayrate auf 21,4 Prozent in 22 Partien nach oben.