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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Die Analyse der Colorado Avalanche

Die Notwendigkeit zu tiefgreifenden Umgestaltungen in Colorado mit Blick auf die kommende Spielzeit ist nicht gegeben. Vielmehr kann die Mannschaft von Trainer Jared Bednar auf ihre starke Vorsaison aufbauen. Die reguläre Saison hatte die Avalanche beinahe nach Belieben dominiert. Am Ende standen eine Matchbilanz von 55-16-11 und 122 Punkten zu Buche. Damit sicherte sich die Vertretung aus Denver die Presidents‘ Trophy. Nach zwei souveränen Erfolgen in den ersten beiden Playoff-Runden gegen Los Angeles Kings und die Minnesota Wild scheiterte das Team in den Stanley Cup Playoffs im Western Conference Finale an den Vegas Golden Knights. Ursächlich für den Sweep waren vor allem angeschlagene Stammkräfte.

Die wichtigsten Veränderungen im Kader

Namhaftester Abgang ist Angreifer Valeri Nichushkin. Die Entscheidung, ihn zu den Columbus Blue Jackets zu transferieren, dürfte in erster Linie finanzielle Gründe gehabt haben. Sein Jahressalär von 6,125 Millionen Dollar wäre noch bis Ende der Saison 2029/30 aufgelaufen. Wegen des begrenzten finanziellen Spielraums unter dem Salary Cap und der anstehenden Vertragsverlängerung mit Makar musste der Großverdiener von der Gehaltsliste gestrichen werden. Als Gegenleistung für Nichushkin bekam Colorado drei Draftpicks.

Nicht mehr im Kader befinden sich außerdem die beiden Stürmer Jack Drury und Ross Colton. Sie wechselten per Trade zu den Nashville Predators. Dorthin verabschiedete sich auch General Manager Chris MacFarland. Neben dem Posten des Sportdirektors übernimmt er bei der Organisation noch die Funktion als President of Hockey Operations.

Bei den Neuverpflichtungen der Avalanche handelt es sich allesamt um Spieler für die Tiefe des Kaders. Das bekannteste Gesicht ist Jaden Schwartz, der 2019 mit den St. Louis Blues den Meistertitel gewann und zuletzt bei den Seattle Kraken auflief. Er unterzeichnete einen Dreijahresvertrag in Colorado. Neu sind zudem die beiden Angreifer Fedor Svachkov und Zachary L’Heureux sowie Verteidiger Noah Juulsen. Alle drei besitzen einen Vertrag mit einer Laufzeit von zwei Jahren in Colorado.

Schlüsselspieler

Der Kern der Mannschaft blieb von den Transferaktivitäten unberührt. Die Arbeit zwischen den Pfosten erledigt weiterhin das bewährte Tandem Scott Wedgewood und Mackenzie Blackwood. Das Duo sicherte sich in der zurückliegenden Saison die William M. Jennings Trophy für die wenigsten Gegentore (197 ohne Shootout). In der Defensive verfügt Colorado mit Devon Toews und Makar über eines der stärksten Verteidiger-Pärchen in der Liga. Die Top 6 der Offensive bürgt ebenfalls für höchste Qualität. Erstreihencenter Nathan MacKinnon übersprang in den letzten vier Saisons mühelos die 100-Punkte-Marke. Martin Necas, Brock Nelson und Artturi Lehkonen sorgten für das wichtige Secondary Scoring. Nicht zu vergessen Kapitän Gabriel Landeskog: Obwohl seine Punkteproduktion nachgelassen hat, ist er für die Statik der Offensive von großer Bedeutung.

MIN@COL, Sp 2: MacKinnon baut Führung im Powerplay aus

Spieler aus dem DACH-Raum

Im NHL-Kader der Avalanche befindet sich aktuell kein Akteur aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz.

Stärken

Die Mannschaft war 2025/26 sowohl in der Offensive als auch in der Defensive das Maß aller Dinge in der Liga. Die 298 Treffer aus dem Spielgeschehen heraus bedeuteten ebenso Platz 1 in der NHL-Gesamtwertung wie die 197 Gegentore. Diese Ausgeglichenheit in allen Bereichen ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Gleiches gilt für die enorme Erfahrung, über die das Gros der Spieler verfügt.

Sieh dir die fünf schönsten Tore der Avalanche aus der Saison 2025/26 an

Eine absolute Macht ist Colorado im Penalty Killing. 84,6 Prozent aller Unterzahlsituationen überstand das Team in der abgelaufenen Saison schadlos. Damit führte die Avalanche das Gesamtklassement in dieser Wertung souverän an.

Verbesserungspotenziale

Ein Problembereich war dagegen das Powerplay. In Überzahl gelangen der Mannschaft lediglich 45 Tore bei 263 Gelegenheiten, was einer mäßigen Quote von 17,1 Prozent entsprach. Zu allem Überfluss kassierte die Avalanche bei numerischer Überlegenheit die meisten Shorthander (13) aller Teams.

Trotz des mit vielen Stars und Routiniers bestückten Kaders bestehen Zweifel, ob der langfristige Ausfall eines oder gar mehrerer Leistungsträger kompensiert werden könnte. Die Jungen in der Organisation sind noch nicht so weit, um einen auch nur annähernd gleichwertigen Ersatz darzustellen.

Vielversprechende Talente

Ein Nachwuchsakteur, der in der anstehenden Saison den Sprung schaffen könnte, ist Verteidiger Sean Behrens. Fürs AHL-Farmteam Colorado Eagles absolvierte er 55 Einsätze und kam auf 23 Punkte (5 Tore, 18 Assists). Zumindest einige NHL-Auftritte dürften ihm nach den gezeigten Darbietungen eine Etage tiefer vergönnt sein.

Nachwuchstorwart Ilya Nabakov sollte ebenso die Gelegenheit bekommen, sich zumindest in der Preseason auf NHL-Ebene zu zeigen. Der Plan ist jedoch, ihn langsam als Nachfolger von Wedgewood und Blackwood aufzubauen. Deshalb ist er für die nächste Saison als Goalie für die AHL-Filiale eingeplant.

Playoff-Chancen

Da sich der Kader in der Spitze kaum verändert hat, zählt die Avalanche erneut zum engsten Favoritenkreis auf den Stanley Cup. Das gilt erst recht, wenn die Stars verletzungsfrei bleiben und ihr Niveau aus dem Vorjahr halten.

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