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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Die Analyse der Edmonton Oilers

Die Edmonton Oilers wollen es 2026/27 wissen: Ein neuer Trainer, ein neuer Torwart und ein menschlich schmerzhafter Abgang sorgten für Schlagzeilen in der Offseason. Die große Hoffnung: Die Oilers finden zurück in die Erfolgsspur und bringen nach 1990, also nach 37 Jahren, wieder einen Stanley Cup nach Edmonton. Die jüngste Spielzeit 2025/26 war eine enttäuschende und wurde mit kaum Konstanz in der regulären Saison (41-30-11; 2. Platz Pacific Division) bereits in der Ersten Runde der Stanley Cup Playoffs jäh beendet (2:4 gegen die Anaheim Ducks).

Die wichtigsten Kaderveränderungen

Mit Mike Babcock übernahm ein Trainer-Veteran das Amt von Kris Knoblauch. Der 63-jährige Kanadier gewann 2007/08 als Headcoach der Detroit Red Wings den Stanley Cup und schaffte dieses Kunststück mit seinem Team dank einer herausragenden Defensive, die sowohl in der regulären Saison (2,18 Gegentore/Spiel) als auch in den Playoffs (1,86 Gegentore/Spiel) die jeweils beste Abwehr der Liga war. Allerdings hat Babcock seit der Saison 2019/20 kein einziges NHL-Spiel mehr gecoacht und ist spätestens seit seinem Vorbereitungsaus bei den Columbus Blue Jackets in 2023/24 keineswegs unumstritten.

Mit Darnell Nurse wurde ein bisheriger Franchise-Verteidiger in einem Trade mit den San Jose Sharks abgegeben und somit dringend benötigter Gehaltsspielraum (9,25 Millionen. Dollar pro Jahr) geschaffen. Menschlich, das betonten viele Mitspieler, wird der 31-jährige Kanadier in der Kabine schmerzlich vermisst werden. Auf dem Eis hatte der nicht immer fehlerfreie Abwehrmann insbesondere bei den Fans viel Kredit verspielt. Nurse hatte einmal gescherzt, dass ihn der eigene Anhang selbst für den Verkehr auf der „Stony Plane“, einer der Hauptverkehrsstraßen in Edmonton, verantwortlich machen würden.

Die Lücke, die Nurse hinterlässt, sollen Shakir Mukhamadullin (24) und Ryan Shea (29) füllen. Mukhamadullin war ein Erstrunden-Pick im NHL Draft 2020 (20. Stelle, New Jersey Devils) und deutete sein Potenzial bei den San Jose Sharks an, wenngleich ihm dort nicht das nötige Vertrauen geschenkt wurde. Das könnte sich bei den Oilers jetzt ändern, die ihn nach dem Trade mit einem neuen Zweijahresvertrag ausstatteten (im Schnitt 1,75 Millionen Jahresgehalt).

Un premier but pour Mukhamadullin

Shea unterschrieb als Free Agent einen Fünfjahresvertrag (vier Millionen pro Jahr) in Edmonton. Hierfür empfahl sich der Linksschütze in der abgelaufenen Saison bei den Pittsburgh Penguins, wo er in 80 Spielen 35 Scorerpunkte (6-29-35) sammelte und mit +30 die beste Plus-Minus-Statistik seines Teams hatte. Zudem hatte er mit 92 Blocks die drittmeisten bei den Stahlstädtern. Die Verpflichtung von Shea könnte sich also als echter „Steal“ herausstellen.

Der Königstransfer soll aber der von Torwart Frederik Andersen sein. Der frischgebackene Stanley Cup Champion mit den Carolina Hurricanes unterschrieb als Free Agent einen Einjahresvertrag über eine Million US-Dollar bei den Oilers. Insbesondere in den Stanley Cup Playoffs 2026 waren die Statistiken des 36-jährigen Dänen herausragend (16 Spiele, 13 Siege, 1,89 Gegentore/Spiel, 91 Prozent Fangquote, drei Shutouts), doch gilt er auch als verletzungsanfällig: In den letzten vier Jahren absolvierte er nie mehr als 35 Partien in der regulären Saison.

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Mit Devon Levi wurde ein zudem ein junger Herausforderer akquiriert. Der 24-jährige Kanadier war zuletzt die Nummer 3 bei den Buffalo Sabres und wusste in deren Farmteam Rochester Americans zu überzeugen. Levi komplettiert Edmontons Torwart-Troika um Andersen und Tristan Jarry.

Abgegeben wurden die beiden Goalies Connor Ingram (UFA) und Calvin Pickard (Minnesota Wild) sowie die Stürmer Adam Henrique (UFA), Jack Roslovic (Toronto Maple Leafs) und Curtis Lazar (UFA).

Schlüsselspieler

Mit Connor McDavid und Leon Draisaitl wissen die Oilers zwei Elite-Stürmer in ihren Reihen, die zu den besten Spielern der Welt zählen und Spiele im Alleingang entscheiden können. 2025/26 hatte es dieses Duo Infernale zusammen „nur“ auf 235 Scorerpunkte gebracht, was vor allem an der längeren Verletzung von Draisaitl (65 Spiele, 35-62-97) lag. McDavid (82 Spiele, 48-90-138) schloss als Top-Scorer der gesamten NHL ab. Beide Superstars verstehen sich blind. McDavid reißt mit seiner Explosivität und Geschwindigkeit immer wieder Löcher auf und büßt auch in höchstem Tempo nichts von seiner Übersicht und Spielstärke ein. Draisaitl ist dank seiner Physis kaum vom Puck zu trennen. Er ist ein Weltklasse-Spielmacher, tödlicher Schütze im Powerplay und hat sich mittlerweile auch zu einem wertvollen Zwei-Wege-Spieler entwickelt, der die unangenehmen Wege nach hinten geht.

Erlebt alle Tore von Leon Draisaitl in der Saison 2025/26 noch einmal

Zu den Schlüsselspielern zählen darüber hinaus Offensivverteidiger Evan Bouchard, sein Nebenmann Mattias Ekholm sowie Power Forward Zach Hyman und Allzweckwaffe Ryan Nugent-Hopkins, die allesamt viel Verantwortung tragen und über individuelle Extraklasse verfügen.

Spieler aus dem DACH-Raum

Draisaitl geht in seine 13. NHL-Saison in Edmonton (855 Spiele, 434-619-1053) und jagt nach wie vor seinen ganz großen Traum: der Gewinn des Stanley Cup. Der Vertrag (im Schnitt 14 Mio. p.a.) des 30-jährigen Kölners läuft noch bis 2033.

Josh Samanski hat in der Vorsaison den Sprung in den NHL-Kader gemeistert und absolvierte seine ersten 24 Spiele in der besten Liga der Welt (2-2-4). Der 24-jährige Erdinger überzeugte mit seinem Tempo und seiner Defensivarbeit. Ihm dürfte eine Bottom-Six-Rolle sicher sein. Samanski steht vor einem wichtigen Jahr, denn sein Vertrag läuft zum Saisonende aus.

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Die Oilers halten außerdem die Rechte am 19-jährigen Düsseldorfer Sturm-Talent David Lewandowski, den sie im NHL Draft 2025 in der 4. Runde an 117. Stelle gedraftet haben.

Stärken

Die Offensive und das Powerplay werden erneut Edmontons große Stärke sein. Schon 2025/26 hatten die Oilers den sechsbesten Angriff (3,44 Tore/Spiel) sowie das beste Überzahlspiel (30,6 Prozent Erfolgsquote) der gesamten Liga. In der Spitze kann sich das Team aus Alberta auf seine individuelle Klasse voll verlassen.

Verbesserungspotenziale

Jahrelange Baustellen wie eine wackelige Defensive (2025/26: 3,23 Gegentore/Spiel, 25.), ein anfälliges Penalty Killing (77,8 Prozent, 20.) und schwaches Goaltending (durchschnittliche Team-Fangquote: 87,9 Prozent, 28.) sollen mit einem neuen System unter Babcock sowie mit Hilfe von Torwart-Veteran Andersen behoben werden. Spannend bleibt zudem die Frage nach dem Secondary Scoring, also der Torgefahr aus den hinteren Reihen.

Vielversprechende Talente

Den größten Einschlag erhofft sich Edmonton von Matthew Savoie (22; NHL Draft 2022, 1. Runde, 9. Stelle, Buffalo Sabres), hinter dem ein vielversprechendes erstes volles NHL-Jahr liegt (82 Spiele, 18-19-37). Als schneller und offensivstarker Rechtsschütze dürfte er die Top 6 verstärken.

Colton Dach (23; Draft 2021, 2. Runde, 62. Stelle, Chicago Blackhawks) könnte mit seiner Physis (1,93 Meter, 99 Kilogramm) ein Kandidat für die Bottom-Six sein.

Mittel- und langfristige Chancen auf einen Kaderplatz haben die Stürmer Quinn Hutson (24; Bruder von Lane Hutson von den Montreal Canadiens), Connor Clattenburg (21; Draft 2024, 5. Runde, 160. Stelle) sowie der mobile, rechtsschießende Verteidiger Beau Akey (21; Draft 2023, 2. Runde, 56. Stelle).

Playoff-Chancen

Die Oilers haben alle Chancen, als Spitzenteam aus der Pacific Division herauszugehen. Das Erreichen der Stanley Cup Playoffs dürfte aber nicht einmal das Minimalziel sein. Der Erfolg in der Postseason wird davon abhängen, wie konstant Edmonton auftritt und ob Babcock und die Neuzugänge der Defensive neue Stabilität verleihen können.

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