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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Die Analyse der Dallas Stars

Die Hauptrunde der ersten Saison unter dem Rückkehrer Glen Gulutzan war für die Dallas Stars durchaus erfolgreich. Der Trainer war bereits von 2011 bis 2013 für die Stars hauptverantwortlich, ehe er am 1. Juli 2025 von Peter DeBoer übernahm. Dallas beendete die reguläre Saison auf dem zweiten Rang der Central Division und der Western Conference. In der gesamten Liga rangierten sie mit 112 Punkten und einer 50-20-12-Bilanz auf dem dritten Rang.

Besonders bemerkenswert war die Leistung der Stars in schwierigen Situationen. Auswärts blieben sie nur neunmal punktlos, wodurch sie einen neuen Franchise-Rekord aufstellten. Ihre 28 Erfolge mit einer Differenz von nur einem Tor waren der Bestwert der NHL. Auch die Comeback-Qualitäten sprachen für eine nervlich starke Mannschaft. Zehnmal konnten sie einen Zwei-Tore-Rückstand noch in einen Sieg verwandeln.

In den Stanley Cup Playoffs scheiterten die Stars bereits in der Ersten Runde. Eine überraschende 2:4-Serien-Niederlage gegen die Minnesota Wild beendete die Saison für Dallas früher, als es nach der starken Hauptrunde zu erwarten war. Eine herbe Enttäuschung, die sich 2026/27 nicht wiederholen soll.

Die wichtigsten Kaderveränderungen

Große Veränderungen im Kader der Stars waren über die Sommerpause nicht zu verzeichnen. Der geringe Platz unter dem Salary Cap erschwerte die Kaderplanung und der Fokus lag darauf, die wichtigsten Säulen in Dallas zu halten.

Mit Joel Kiviranta kommt ein 30-jähriger Stürmer nach Dallas zurück. Der Angreifer spielte zuletzt drei Saisons für die Colorado Avalanche. Vergangenes Jahr kam er in 51 Partien auf drei Tore und sechs Vorlagen. Er erhielt in Dallas einen Vertrag über ein Jahr.

Kyle Burroughs erhielt ebenfalls einen Vertrag für die kommende Saison und kann in der AHL und NHL eingesetzt werden. Der Verteidiger dürfte eher als Ergänzung und Absicherung gedacht sein.
Auf der Seite der Abgänge wiegt besonders Mavrik Bourque schwer. Gemeinsam mit Ilya Lyubushkin wurde er an die Nashville Predators getraded. Bourque kam auf 20 Tore und 21 Vorlagen in 82 Spielen. Lyubushkin sammelte in 53 Spielen als Verteidiger neun Punkte und könnte als Rechtsschütze ein durchaus bedeutsamer Verlust sein. 

Schlüsselspieler

Der Kader der Stars ist mit herausragenden Akteuren in allen Mannschaftsteilen gespickt. Mit Jason Robertson (45 Tore, 51 Vorlagen in 82 Spielen), Wyatt Johnston (45 Tore, 41 Vorlagen in 82 Spielen), Mikko Rantanen (22 Tore, 55 Vorlagen in 64 Spielen), und Roope Hintz (15 Tore, 29 Vorlagen in 53 Spielen) ist der Angriff in den ersten zwei Formationen im Stil eines Titelanwärters besetzt.

DAL@MIN, Sp4: Robertson versenkt den Nachschuss im Powerplay

In der Defensive sticht Miro Heiskanen heraus. Der Verteidiger sammelte in 77 Spielen neun Tore und 54 Vorlagen. Seine Eiszeit von durchschnittlich 25:28 Minuten ist ein weiterer Beleg für seine Bedeutung für Dallas. Gemeinsam mit Esa Lindell bildet er das Top-Paar in der eigenen Zone.

Jake Oettinger ist der Rückhalt zwischen den Pfosten, der es Dallas ermöglicht, Siege einzufahren. Eine Quote von 35-12-6 bei seinen 53 Starts ist durchaus bemerkenswert, spiegelt sich in der Fangquote von 89,9 Prozent, der schwächsten seiner Karriere, jedoch nicht wider.

Spieler aus dem DACH-Raum 

Seit der abgelaufenen Saison ist Lian Bichsel ein fester Bestandteil des NHL-Kaders der Stars. 50-mal stand er in der Hauptrunde auf dem Eis und sammelte dabei vier Tore und vier Vorlagen. Der 2,01 Meter große Verteidiger verpasste 31 Spiele aufgrund eines gebrochenen Fußes, der operiert werden musste. In den Playoffs kam er in allen sechs Partien zum Einsatz, blieb dabei aber punktlos. Bichsel dürfte seinen Platz im dritten Verteidiger-Pärchen finden.

DAL@PIT: Bichsel zieht ab und trifft

Nicht in der NHL zu erwarten ist Arno Tiefensee. Der Torhüter kam in der Saison 2025/26 vorrangig für die Texas Stars in der AHL zum Einsatz (20 Spiele, zehn Siege, 89,2 Prozent Fangquote). Zusätzlich war er in elf Spielen in der ECHL für die Idaho Steelheads zwischen den Pfosten gestanden (sieben Siege, 92,6 Prozent Fangquote). Für den Deutschen geht es darum, eine Entwicklung zu zeigen, die den Schritt in die NHL in Zukunft als möglich erscheinen lässt.

Stärken

Ein großer Vorteil für Dallas dürfte sein, dass der Kern der Mannschaft zum großen Teil zusammengeblieben ist. Somit sollten die Stärken der vergangenen Saison auch im kommenden Jahr bestehen bleiben. So sollten sie auch 2026/27 ein Team sein, das gut mit Widerständen umgehen kann.

71 Tore in Überzahl waren 2025/26 der Bestwert der NHL und auch bei der Quote (28,6 Prozent) konnten sich die Stars auf Rang zwei platzieren. Dazu kommt der abschlussstarke Angriff mit 157 Toren aus dem hochgefährlichen Bereich waren sie hier die Besten der Liga und bestätigten die Stärke, die sich schon 2024/25 zeigte erneut. 22,6 Prozent der Abschlüsse aus dem Slot konnten sie verwerten (Rang drei) und 696-mal kamen sie aus diesem Bereich zum Abschluss (Rang acht).

Auch in der Defensive waren die Stars als Mannschaft stark. 2,71 Gegentore pro Spiel brachten ihnen Rang zwei ein. Bei Fünf-Gegen-Fünf mussten die Torhüter lediglich 138-mal hinter sich greifen. Nur die Avalanche waren hier noch stärker.

Verbesserungspotenziale

Bei Fünf-Gegen-Fünf hatten die Stars besonders in den Playoffs ein Offensiv-Problem. Nur vier der 15 erzielten Treffer gegen die Wild fielen bei numerischer Gleichzahl. Zwischen Spiel 3 und Spiel 6 blieben sie in dieser Situation sogar 209:56 Minuten ohne Treffer. Das Problem kannte die Stars bereits vom Ausscheiden gegen die Edmonton Oilers im Finale der Western Conference 2025, wo sie nur fünf Treffer bei Gleichzahl erzielen konnten.

Der Abgang von Bourques könnte dafür sorgen, dass es in der Tiefe schwieriger wird, Tore zu erzielen. Die 20 Treffer des Angreifers wurden nicht durch adäquate Neuzugänge ersetzt. Dazu kommt eine Verletzungsanfälligkeit, die durch das Alter von Matt Duchene (35), Tyler Seguin (34) und Jamie Benn (37) weiter an Bedeutung gewinnen könnte.

SEA@DAL: Seguin trifft per Rückhand

Vielversprechende Talente

Mit Emil Hemming könnte ein Nachwuchsangreifer bereits in der kommenden Saison erste NHL-Einsätze erhalten. In der abgelaufenen Spielzeit kam er bei den Barrie Colts in der OHL auf 63 Punkte (26 Tore, 37 Vorlagen) in 46 Spielen. Als Flügelspieler, der auch fünf AHL-Einsätze erhielt, könnte er die Kadertiefe der Stars positiv beeinflussen.

Cameron Schmidt kam 2025/26 in der WHL für die Vancouver Giants und Seattle Thunderbirds auf 62 Einsätze und 100 Punkte. Der 19-jährige wird aufgrund seiner geringen Körpergröße von 1,73 Metern vermutlich noch ein weiteres Jahr zur Weiterentwicklung in der WHL verbringen und die Victoria Royals mit seinen Torjägerqualitäten erfreuen.

In der Defensive könnte der nicht gedraftete Trey Taylor noch am ehesten den Sprung in die NHL schaffen. Der 24-jährige konnte sich in der vergangenen Saison in der AHL bei den Texas Stars empfehlen und kam in 70 Partien auf acht Tore und 18 Vorlagen.

Playoff-Chancen

Alles andere als eine Playoff-Teilnahme wäre für die Stars in der kommenden Saison eine massive Enttäuschung. Der Kern des Teams ist unverändert und Oettinger im Tor von Dallas hat das Potenzial, sich in der kommenden Saison wieder auf eine für ihn übliche Fangquote zu steigern. Einzig eine Verletztenmisere könnte die Stars aus dem Konzept und damit aus dem Playoff-Rennen bringen.

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