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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Fünf Fragen bei den Edmonton Oilers

1. Wie lange bleibt das Meisterschaftsfenster geöffnet?

Das Championship-Fenster ist geöffnet - doch wie lange noch? Diese Frage treibt die Edmonton Oilers um wie kaum eine andere Mannschaft. Spätestens wenn Kapitän und Elite-Stürmer Connor McDavid seinen Vertrag nicht mehr verlängert, könnte besagtes Fenster zufallen. Sein aktueller und teamfreundlicher Kontrakt mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von gerade einmal 12,5 Millionen US-Dollar läuft 2028 aus. Den Oilers bleiben also vielleicht nur noch ein oder zwei Jahre für das Meisterstück. Da nicht davon auszugehen ist, dass McDavid als Unrestricted Free Agent auf den Markt kommen und Edmonton ihn ohne Gegenwert ziehen lassen wird, bleibt vielleicht sogar nur noch ein Anlauf in der kommenden Saison 2026/27.

EDM@ANA, Sp3: McDavid bringt die Oilers im Powerplay auf ein Tor heran

2. Ist Babcock der richtige Trainer für den letzten Schritt?

Die Offensive der Oilers ist bereit für den Stanley Cup. Die Defensive bislang nicht. Genau das soll der neue Trainer Mike Babcock ändern, der mit einem defensiv-orientierten System im Jahr 2008 mit den Detroit Red Wings einen Stanley Cup gewann. Wohl nicht ohne Grund haben sich Edmontons Top-Spieler wie McDavid und Leon Draisaitl vorab mit Babcock getroffen und sahen in ihm eine Wunschlösung.

Doch es gibt auch Bedenken: Einerseits hat der 63-Jährige seit Mitte November 2019 kein einziges NHL-Spiel mehr gecoacht. Andererseits gab es in seiner Vergangenheit interne Vorfälle, etwa bei den Columbus Blue Jackets, bei denen Babcock 2023 als Trainer anheuerte, aber schon in der Vorbereitung wieder entlassen wurde. Diese Personalie birgt also durchaus Zündstoff - insbesondere dann, wenn sich das defensivere System nicht auf eine Offensivmannschaft übertragen lässt oder Babcock bei einer deutlich verjüngten Mannschaft nicht die richtige Ansprache finden sollte.

Schau die Top 5 der Oilers-Tore aus der Saison 2025/26 an

3. Behebt Andersen das jahrelange Goalie-Problem?

Seit Jahren suchen die Oilers nach einem zuverlässigen Goalie, der nicht nur Spiele, sondern ganze Serien und am Ende sogar einen Stanley Cup gewinnen kann. Genau das hat Frederik Andersen jüngst bewiesen: Mit den Carolina Hurricanes holte er 2026 den Meistertitel. Genau deshalb ist er vielleicht der perfekte Kandidat für Edmonton, denn er bringt enorme Ruhe und Erfahrung aus 14 NHL-Saisons (552 Spiele, 2,59 Gegentore/Spiel, 91,3 Prozent Fangquote, 28 Shutouts) und elf Playoff-Runs (101 Spiele, 2,32 Gegentore/Spiel, 91,3 Prozent Fangquote, acht Shutouts) mit. Mit einem Jahresvertrag über eine Million US-Dollar ist der Däne auch noch ein echtes Schnäppchen. Allerdings gilt der 36-Jährige als verletzungsanfällig, weshalb er in den letzten vier Jahren nie mehr als 35 Spiele pro reguläre Saison absolvieren konnte. Ist Andersen also der erhoffte Messias?

4. Wie stabil ist die Defensive?

Mit Darnell Nurse haben die Oilers im Sommer einen gesetzten Top-4-Verteidiger via Trade an die San Jose Sharks abgegeben, um Cap-Space einzusparen. Die Lücke, die der 31-Jährige nach zwölf NHL-Jahren in Edmonton - darunter zwei Stanley Cup Finals - hinterlässt, ist auf menschlicher Ebene nur schwer zu füllen.

Rein sportlich werden das zwei Neuzugänge versuchen: Ryan Shea (29, zuvor Pittsburgh Penguins) kam als Free Agent, Shakir Mukhamadullin (24, zuvor San Jose Sharks) wurde im Zuge des Nurse-Transfers akquiriert. Beide könnten das dritte Verteidiger-Paar bilden, während Jake Walman (30) in der zweiten Formation neben Connor Murphy (33) spielt. Mattias Ekholm (36) und Evan Bouchard (26) dürften als Top-Tandem gesetzt bleiben.

Es wird aber ohnehin nicht nur an den Verteidigern liegen, um die achtschlechteste Vorjahres-Defensive (3,23 Gegentore/Spiel, 25.) zu stärken. Edmonton muss als Mannschaft besser defensiv spielen. Die Hoffnungen ruhen deshalb besonders auf dem neuen System von Babcock.

5. Wer hilft Draisaitl und McDavid?

McDavid und Draisaitl können im Alleingang Spiele entscheiden, doch braucht dieses Elite-Duo mehr Unterstützung aus den hinteren Reihen. McDavid (48 Treffer) und Draisaitl (35) sorgten für fast ein Drittel (29,4 Prozent) aller Oilers-Tore (282) in der Saison 2025/26. Die torgefährlichsten sieben Stürmer - McDavid (48 Tore), Draisaitl (35), Zach Hyman (31), Jack Roslovic (21, jetzt Toronto Maple Leafs), Ryan Nugent-Hopkins (20), Vasily Podkolzin (19) und Matthew Savoie (18) - zeichneten zusammen für 192 Treffer verantwortlich, also für etwas mehr als zwei Drittel (68,1 Prozent) aller Tore.

Zieht man die Beiträge von Offensivverteidiger Evan Bouchard (21 Tore) ab, wird es noch deutlicher. Edmonton braucht dringend mehr Secondary Scoring, um gerade in den Playoffs schwerer ausrechenbar zu sein. Bekanntlich gewinnt nicht der beste Spieler den Stanley Cup, sondern die beste Mannschaft.

Eine dramatische Einstellung von Leon Draisaitls zweiten Tor in Spiel 5

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