Am vergangenen Samstag war es offiziell soweit. Mit dem Überschreiten der 635 Spiele-Marke ist die Hälfte der laufenden Hauptrunde 2018/19 mittlerweile absolviert. Drei Monate nach dem Saisonstart Anfang Oktober haben sich die Tabellen und Ranglisten längst sortiert.
Die Zeiten sind vorbei, in denen große Überraschungen die Schlagzeilen dominiert haben. Immer häufiger finden sich etablierte Namen und Favoriten in den Führungspositionen. Tendenzen und Bilanzen sind nach dem Überschreiten der Halbjahresmarke längst aussagekräftiger geworden.
Die erste Halbzeit der laufenden Vorrunde bot, wie ein Blick in die Statistiken zeigt, einiges an Spektakel. Die bis Samstag erzielten 3.887 Tore bedeuten gegenüber der Vorsaison, in der zum gleichen Zeitpunkt 3.739 Treffer markiert wurden, eine Steigerung von vier Prozent.
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Das entspricht einem Durchschnitt von 6,1 Toren pro Spiel, im Vorjahr waren es 5,9. Seit der Hauptrunde 2005/06, als in der ersten Saisonhälfte 6,2 Tore erzielt wurden, durfte pro Begegnung nicht mehr häufiger gejubelt werden.
In den ersten 635 Auseinandersetzungen gelang es einem Team 285 Mal einen zwischenzeitlichen Rückstand in einen Sieg zu verwandeln. So oft wie noch nie in der Ligageschichte. Eine Führung ist in Anbetracht dieser beeindruckenden Zahl wahrlich kein Ruhekissen mehr.
Am Ende der ersten drei Monate nehmen vier Teams einen Stanley Cup Playoff-Platz ein, die diesen im Vorjahr verpasst hatten. In der Eastern Conference sind das die Buffalo Sabres und die Montreal Canadiens, in der Western Conference die Calgary Flames und die Dallas Stars. Nach den beiden letzten Spieltagen rangieren die Canadiens knapp unter dem Playoff-Strich, nachdem die New York Islanders sie um einen Punkt überflügelt haben.
Insgesamt lagen zur Saison-Halbzeit 20 Teams entweder auf einen KO-Runden-Platz oder maximal vier Zähler von einem entfernt. Das Rennen um die begehrten Plätze ist von jetzt bis Mitte April alles andere als gelaufen. Welche Klubs am Ende die Playoffs verpassen werden, ist schlicht nicht zu prognostizieren.
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Grundsätzlich geht die Tendenz zu mehr Offensive und mehr Jugend ungebremst weiter. Neben den mehr erzielten Toren, hat sich die Anzahl der Schützen mit mindestens 20 Treffern in einer ersten Saisonhälfte auf 22 erhöht. Lediglich in neun der vergangenen dreißig Spielzeiten schafften dies mindestens ebenso viele Spieler. Unerreicht bleibt die Bestmarke aus 1996/97, als es sogar 30 Aktiven gelang diese Hürde zu überspringen.
Beeindruckend ist auch, dass 41 Mal von einem Team sieben Tore in einer Partie erzielt wurden. In den ersten 635 Saisonspielen wurden zudem 48 Hattricks gefeiert - der höchste Wert seit 2000/01, als dies 50 Mal bewerkstelligt wurde.
Ein Blick auf die Tabellen zeigt, dass die Tampa Bay Lightning bislang das Maß aller Dinge sind. Seit dem 29. November rangiert das Franchise ligaweit ganz oben. Zur Saisonhalbzeit betrug der Vorsprung der Lightning (66 Punkte) beeindruckende zwölf Punkte auf die ihnen nachfolgenden Toronto Maple Leafs, Calgary Flames und Vegas Golden Knights (jeweils 54). Aktuell sind es nach den jüngsten Siegen der Konkurrenz zehn Zähler.
Selbst wenn diese Abstände natürlich geringen Verschiebungen unterlegen sein werden, vieles deutet auf einen erstmaligen Gewinn der Presidents' Trophy durch das in Florida beheimatete Team hin.