Die Defensive als Fundament
Ein elementarer Baustein dieses Höhenflugs ist die neu gewonnene defensive Stabilität. In den acht Spielen ohne Draisaitl ließen die Oilers im Schnitt lediglich 2,50 Gegentore pro Partie zu. Ein Sonderlob verdient das Unterzahlspiel, das in den vergangenen fünf Partien überragende elf von zwölf gegnerischen Powerplays unbeschadet überstand.
Trainer Kris Knoblauch hob den Einfluss der Neuzugänge hervor. "Mit Dickinson und Murphy haben wir zwei richtig gute Penalty Killer hinzugefügt", analysierte der Trainer. Doch auch die beste Formation benötigt einen verlässlichen Schlussmann. "Dein wichtigster Penalty Killer ist dein Torhüter", betonte Knoblauch.
Torhüter Tristan Jarry füllte diese Rolle mit 17 Paraden hervorragend aus. Obwohl er zuvor wenig Spielpraxis sammelte, zeigte er sich gegen Chicago in Topform. Knoblauch erklärte dies mit harter Arbeit abseits des Rampenlichts. Jarry investiere extrem viel Zeit im Training und feile intensiv an technischen Details. Diese Hingabe zahlte sich aus, als er am Ende des ersten Drittels mit einer wichtigen Parade einen Rückstand verhinderte.
Tiefe im Kader zahlt sich aus
Fehlt ein Stürmer vom Kaliber eines Draisaitl, entsteht eine Lücke, die schlichtweg nicht von einem Einzelnen geschlossen werden kann. Es erfordert eine geschlossene Mannschaftsleistung. Rookie Matt Savoie, der das 2:0 im Powerplay beisteuerte, brachte die aktuelle Mentalität präzise auf den Punkt. "Jeder gibt einfach ein bisschen mehr, arbeitet härter und findet diese zusätzlichen fünf bis sieben Prozent in seinem Spiel, um die Mannschaft wirklich besser zu machen", befand der Angreifer.
Wie sehr das Team als Einheit agiert, zeigte sich bei der emotionalen Befreiung von Adam Henrique. Der erfahrene Stürmer erzielte im zweiten Drittel nach einem Alleingang das so wichtige Führungstor. Es war sein erster Treffer seit dem 23. Oktober. Die sichtbare Freude auf der Bank unterstrich den intakten Zusammenhalt. "Es ist schön, rauszugehen, einen zu machen und endlich wieder auf der Anzeigetafel zu stehen", zeigte sich Henrique nach langer Durststrecke sichtlich erleichtert.