Image was captured using a remote camera positioned above the field of play.) Leon Draisaitl #29 of Team Germany controls the puck in the first period during the Men's Quarterfinals Playoff match between Slovakia and Germany on day 12 of the Milano Cortina 2026 Winter Olympic games at Milano Santagiulia Ice Hockey Arena on February 18, 2026 in Milan, Italy. (Photo by Gregory Shamus/Getty Images)

Leon Draisaitl fieberte den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 lange entgegen. Im Vorfeld stellte er klar, dass ein Olympiasieg für ihn den gleichen Wert habe wie der Stanley Cup. Dem 30-Jährigen war bewusst, dass ein Olympiasieg mit der deutschen Nationalmannschaft kaum möglich sein würde. Doch eine Medaille blieb das Ziel.

Dieser Traum zerplatzte nun mit der 2:6-Niederlage im Viertelfinale gegen die Slowakei. Auch wenn das zwischenzeitliche 2:5 von Frederik Tiffels in der 50. Spielminute einen Hoffnungsschimmer aufkommen ließ, erblasste diese Hoffnung danach von Minute zu Minute.

Zu viele Konter zugelassen

Draisaitl war die Enttäuschung anzusehen, als er auf der Bank saß. Er blickte auf das Eis, schaute dann zur Seite – und fand vermutlich selber keinen Grund mehr, um an ein Comeback-Wunder zu glauben. Ihm war klar, dass die DEB-Auswahl einfach zu viele Fehler gemacht hat, um die formstarken Slowaken zu besiegen.

„Ich weiß nicht, wie viele Konter wir zugelassen haben. Es waren jedenfalls viel zu viele“, sagt er. Einen bestimmten Grund für die vielen Puckverluste, die die Slowakei zu bestrafen wusste, konnte er selber nicht benennen. „Manchmal ergab sich das aus den jeweiligen Situationen, manchmal waren es mehr individuelle Fehler.“ Sicher sei nur: „So hat man keine Chance.“

Mit einem Sieg hätte Deutschland das Halbfinale erreicht, sodass eine Medaille realistisch gewesen wäre. „Das ist eine verbrauchte Chance, die wir nicht genutzt haben. Das tut weh“, sagt Draisaitl daher.

Leon Draisaitl #29 of Team Germany looks on in the third period during the Men's Preliminary Group C match between the United States and Germany on day nine of the Milano Cortina 2026 Winter Olympic games at Milano Santagiulia Ice Hockey Arena on February 15, 2026 in Milan, Italy. (Photo by Gregory Shamus/Getty Images)

Draisaitl erzielte zwei Tore bei Olympia

Der Superstar der Edmonton Oilers dürfte mit gemischten Gefühlen auf das Turnier zurückblicken. Einerseits war es eine große Ehre, als deutscher Fahnenträger an der Eröffnungsfeier teilzunehmen. Diesen Moment dürfte der Kölner vermutlich nie vergessen. Seinem Strahlen war anzusehen, wie viel ihm dies bedeutet.

Sportlich allerdings konnte Deutschland die eigenen Erwartungen nicht erfüllen. Nur zwei der fünf Spiele wurden gewonnen. Das 3:1 zum Auftakt gegen Dänemark war eine reife Leistung. Draisaitl selbst hatte ein Tor erzielt. Das 3:4 gegen Lettland ist der erste Dämpfer gewesen. Die 1:5-Pleite gegen die USA ließ sich noch verschmerzen, weil die US-Amerikaner einfach mehr Qualität im Kader haben.

In der Viertelfinal-Qualifikation gegen Frankreich leitete Draisaitl mit einem frühen Führungstreffer den 5:1-Sieg ein. Doch die Hoffnung, dieses Selbstvertrauen auf das Spiel gegen die Slowakei zu übertragen, erfüllte sich nicht. Draisaitl bereitete den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:4 für Lukas Reichel vor, hatte ansonsten aber ebenfalls seine Probleme, weil die Slowakei den Fokus sehr auf Draisaitl legt.

Draisaitl bekam viel Eiszeit, wurde aber stark bewacht

Der slowakische Nationalspieler Martin Fehervary von den Washington Capitals sagte über Draisaitl: „Er ist einer der besten Spieler der Welt, aber wir haben eine sehr gute Verteidigung gespielt. Wir wussten, wie er spielen kann. Er hat einige Chancen kreiert. Aber wir waren sehr stark in der Defensivzone.“ Dalibor Dvorsky von den St. Louis Blues äußerte sich ähnlich: „Er ist einer der besten Spieler der Welt. Daher haben wir sehr auf ihn geachtet. Es war immer ein Spieler von uns an ihm dran.“

Bundestrainer Harold Kreis wusste, dass Draisaitl dennoch den Unterschied ausmachen kann. Im gesamten Turnier gelangen ihm neben den zwei Toren auch fünf Assists. Daher gab er ihm gegen die Slowakei eine Eiszeit von 28:10 Minuten. „Leon ist ein außergewöhnlicher Spieler. Wie viel Eiszeit er bekommt, ist meine Entscheidung. Er ist der Kapitän und kann gut mit der ganzen Aufmerksamkeit umgehen“ sagte der Coach. „Er hat alles für uns gegeben, genau wie alle anderen Jungs. Sie haben alle ihr Bestes gegeben. Es hat heute Abend einfach nicht gereicht, um die Slowaken zu schlagen.“

Leon Draisaitl #29 of Team Germany controls the puck against Simon Nemec #17 and Martin Fehervary #42 of Team Slovakia in the second period during the Men's Quarterfinals Playoff match between Slovakia and Germany on day 12 of the Milano Cortina 2026 Winter Olympic games at Milano Santagiulia Ice Hockey Arena on February 18, 2026 in Milan, Italy. (Photo by Bruce Bennett/Getty Images)

Zu lange gedauert, unsere Identität zu finden

Draisaitl gab sich selbstkritisch, als er auf die Leistung der Mannschaft im gesamten Turnier angesprochen wurde. „Ich glaube, wir hätten gerne besser spielen wollen. Aber ich glaube, wir haben nie so richtig zu unserem Spiel gefunden“, sagte er. „Manchmal finden sich Mannschaften. Und manchmal dauert es ein bisschen länger, bis eine Mannschaft sich findet. Ich glaube, bei uns hat es einfach ein bisschen zu lange gedauert, um so ein bisschen unsere Identität zu finden.“

Dazu passt eine Aussage, die Nationalspieler Moritz Müller nach der Niederlage gegen die USA von sich gab. „Wir haben mit Sicherheit die besten Spieler, aber wir müssen auch verstehen, wie wir als Mannschaft auf dem Niveau zu spielen haben“, sagte der 30-Jährige.

Darauf angesprochen, antwortete Draisaitl nun: „Ich glaube schon, dass wir ein gutes Team waren. Manchmal reicht es einfach nicht für mehr. Wir haben heute zu viele Fehler gemacht. Auf diesem Level werden diese Fehler bestraft. Das ist einfach so. Wenn du unseren Jungs Zwei-gegen-Eins-Situationen gibst, machen wir daraus auch zwei, drei Tore. Am Ende ist es verdient, dass wir raus sind.“

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