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Die Schweizer Nationalmannschaft erledigte sich in ihrem Qualifikationsspiel für das Viertelfinale im Männereishockey bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 ihrer Pflichtaufgabe. Sie bezwang als Tabellenzweiter der Vorrundengruppe A und als bestgesetztes Team der Qualifikation Italien mit 3:0. Die Eidgenossen ließen am Dienstag in der Milano Rho Ice Hockey Arena als haushoher Favorit den in diesem Turnier sieg- und punktlos gebliebenen Gastgebern nicht den Hauch einer Chance.

Nun wartet auf die Nati am Mittwoch (18:10 Uhr MEZ) die Auswahl von Finnland, die als beste zweitplatzierte Mannschaft die Gruppe B abgeschlossen und sich direkt für das Viertelfinale qualifiziert hatte. Die Finnen legten mit einer überraschenden 1:4-Schlappe gegen die Slowakei einen holprigen Turnierstart hin, wussten aber postwendend aus ihren Fehlern zu lernen und steigerten sich in den folgenden Auftritten. Es folgte ein 4:1-Achtungserfolg gegen den Nachbarn und Erzrivalen aus Schweden sowie ein 11:0-Kantersieg gegen Italien.

Die Finnen bieten einen mit NHL-Spielern gespickten Kader auf. Verteidiger Mikko Lehtonen ist der einzige, unter den 25 von Finnland nominierten Spielern, der sein Brot nicht in der besten Eishockeyliga der Welt verdient. Der 32-Jährige mit NHL-Vergangenheit (2020/21: Toronto Maple Leafs, Columbus Blue Jackets) steht seit der Saison 2022/23 bei den ZSC Lions in der Schweizer Liga unter Vertrag und dürfte den ein- oder anderen Spieler bei den Schweizern recht gut kennen.

Die Schweiz wartet mit neun NHL-Stars auf: Kapitän Roman Josi (Nashville Predators), die Assistenzkapitäne Nico Hischier (New Jersey Devils) und Nino Niederreiter (Winnipeg Jets), Torwart Akira Schmid (Vegas Golden Knights), die Verteidiger J.J. Moser (Tampa Bay Lightning) und Jonas Siegenthaler (New Jersey Devils) sowie die Stürmer Philipp Kurashev (San Jose Sharks), Timo Meier (New Jersey Devils) und Pius Suter (St. Louis Blues).

Spieler im Fokus

Roman Josi wird eine tragende Rolle dabei spielen, ob die Schweiz ins Halbfinale einziehen kann. Als Kapitän der Nati hat sein Wort in der Kabine Gewicht und er gibt die Marschroute vor. Der 35-jährige Berner ist nicht nur ein Mann der Worte, sondern er fungiert auch als Vorbild auf dem Eis. Sei es bei seinem Heimatclub, den Nashville Predators in der NHL, oder im Nationalteam. Während Olympia konnte sich Josi nicht nur wie gewohnt als zuverlässige Defensivkraft, sondern auch als Scorer auszeichnen. Exemplarisch hierfür stehen sein wertvoller 1:1-Ausgleichstreffer und der Assist zur 2:1-Führung in dem knappen Schlagabtausch gegen Tschechien sowie das 2:0 gegen Italien zur Mitte des ersten Drittels.

Mikko Rantanen ist wie Stürmer Roope Hintz und die Verteidiger Miro Heiskanen und Esa Lindell ein Mann aus der finnischen Dallas-Connection. Der 29-jährige Rechtsaußen ist mit 69 Punkten (20 Tore, 49 Assists) nicht nur der Topscorer der Dallas Stars, sondern auch der beste finnische Scorer in der NHL. Auch bei Olympia konnte er sich bereits mehrmals auf den Spielberichtsbögen als Scorer eintragen. In den drei Vorrundenspielen gelangen ihm vier Punkte (ein Tor, drei Assists), womit er einer von vier Spielern der Finnen ist, die bereits vierfach punkten konnten.

Schlüsselstatistiken

126 - Unter den vier Mannschaften, die sich direkt für das Viertelfinale qualifizierten, suchte das finnische Team am häufigsten den Abschluss. Sie schossen im Durchschnitt 42 Mal auf den gegnerischen Kasten und damit noch öfters als die drei Tabellenersten USA (122; 40,7), Kanada (121; 40,3) und die Slowakei (95; 31,7).

92 – Den Fan-Song in Unterzahl 'Vier Mann sind genug' durften im bisherigen Turnierverlauf die Anhänger der Schweizer Nati mit Recht anstimmen. Die Truppe von Trainer Patrick Fischer weist mit einer Erfolgsquote von 92,3 Prozent (13-1) das zweitbeste Penalty Killing aller zwölf Turnierteilnehmer aus. Nur die USA kassierte kein einziges Gegentor bei Unterzahl und ist noch einen Deut besser als die Eidgenossen.

Du sagst es…

„Ich weiß, dass ich der Mannschaft am besten helfen kann, wenn ich meinen Körper richtig einsetze. Dadurch verschaffe ich den anderen die nötigen Räume auf dem Eis. Genau das versuche ich umzusetzen." - Timo Meier (drei Tore, vier Assists)

„Es spielt keine Rolle, wo ich spiele. Ich gebe immer mein Bestes. Wenn man gute Spiele hat, spürt man, wie das Selbstvertrauen wächst." - Kaapo Kakko. (zwei Tore, zwei Assists)

Was dich erwartet…

Beide Teams werden sich auf Augenhöhe begegnen und ihr Hauptaugenmerk zunächst auf die Defensive richten. Wer die wenigsten Fehler macht, wer die Räume eng und dem Gegner als Erster den Nerv raubt, der wird das Eis als Sieger verlassen. Zudem verfügen beide Teams über herausragende Torhüter, deren Tagesform eine entscheidende Rolle für den Ausgang der Partie spielen dürfte.

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