Timo Meier #28 of Team Switzerland celebrates scoring a goal in the second period during the Men's Preliminary Group A match between Switzerland and Czechia on day nine of the Milano Cortina 2026 Winter Olympic games at Milano Santagiulia Ice Hockey Arena on February 15, 2026 in Milan, Italy. (Photo by Gregory Shamus/Getty Images)

Für Timo Meier haben sich die Olympischen Spiele Milano Cortina 2026 zu einem regelrechten Booster fürs Selbstvertrauen entwickelt. Nachdem es zuvor bei ihm und den New Jersey Devils in der NHL alles andere als rund lief, präsentierte er sich in den ersten drei Gruppenspielen der Schweiz in starker Verfassung. Vor allem dank seiner enormen physischen Präsenz und seiner Torgefährlichkeit war er der überragende Akteur der Nati im bisherigen Turnierverlauf.

„Ich weiß, dass ich der Mannschaft am besten helfen kann, wenn ich meinen Körper richtig einsetze. Dadurch verschaffe ich den anderen die nötigen Räume auf dem Eis. Genau das versuche ich umzusetzen. In der letzten Begegnung ist mir das gut gelungen“, sagte der Angreifer am Montag nach der Trainingseinheit im Gespräch mit NHL.com/de.

Exemplarisch zeigte sich das beim Sieg gegen Tschechien am Sonntag (4:3 n.V.) unmittelbar vor dem 1:1-Ausgleich. Entschlossen räumte Meier den gegnerischen Verteidiger Radim Simek an der Bande ab und machte dadurch den Weg für den Torschützen Roman Josi frei. „In solchen Situationen muss man clever sein, den richtigen Moment abwarten und sich regelkonform verhalten“, beschrieb der gebürtige Herisauer sein Vorgehen in dieser Situation.

Es sind Aktionen wie diese, mit denen Meier seine Mitspieler begeistert. „Er ist unsere Abrissbirne“, betonte Josi. „Das hat er gleich im ersten Spiel gegen Frankreich bewiesen. Von Anfang an hat er kräftige Checks ausgeteilt und später noch zwei wichtige Tore geschossen. Er ist ein unglaublich effektiver Spieler und ein herausragender Power Forward. Es sind oft kleine Dinge, mit denen er viel bewegt – ein Körperkontakt hier, ein Move dort. Damit macht er dem Gegner das Leben schwer“, fügte der Kapitän der Schweiz und der Nashville Predators hinzu.

Timo Meier

Nino Niederreiter schloss sich der Einschätzung von Josi vollumfänglich an. „Timo spielt derzeit überragend. Wie er seinen Körper vor dem Tor einsetzt, ist phänomenal“, ließ der Stürmer der Winnipeg Jets verlauten.

Mit seinem unbändigen Einsatzwillen bringe Meier in jedem Spiel zusätzliche Energie in die Mannschaft, meinte Dean Kukan. „Aus diesem Grund ist es wichtig, einen wie ihn im Team zu haben“, sagte der ehemalige Blueliner der Columbus Blue Jackets, der jetzt für die ZSC Lions in der Schweizer National League aufläuft.

Philipp Kurashev ist ebenfalls begeistert von Meiers Darbietungen bei Olympia. „Er ist im Moment in herausragender Form und gibt alles für uns“, hob der Stürmer der San Jose Sharks hervor.

Mit drei Treffern und vier Punkten ist Meier nach drei Auftritten der erfolgreichste Torjäger und Scorer der Schweiz im laufenden Turnier. Darüber hinaus führt er die teaminterne Plus-Minus-Wertung mit einer +5 an. Und trotz seines körperbetonten Stils verbrachte er noch keine Minute auf der Strafbank.

Möglicherweise war die physische Stärke von Meier ausschlaggebend dafür, dass Nationaltrainer Patrick Fischer ihn zum Auftakt gegen Frankreich nicht wie allgemein erwartet in der ersten Angriffsformation aufbot, sondern ihn in die dritte Reihe zu Pius Suter und Philipp Kurashev beorderte. Dieses Trio sollte einerseits für Druck nach vorne sorgen und andererseits die Topleute der Franzosen mit Checks mürbe machen.

Allerdings revidierte Fischer noch während der Partie diese Entscheidung und zog Meier auf den rechten Flügel in die Topreihe zu Nico Hischier und Kevin Fiala vor. Dort sprühte der 29-Jährige geradezu vor Spiellaune und machte mit einem Doppelpack im letzten Drittel den 4:0-Endstand gegen Frankreich perfekt. Gegen Kanada (1:5) und im letzten Match in der Gruppe A gegen Tschechien blieb er auf seiner angestammten Position.

Am Dienstag (12:10 Uhr) trifft die Schweiz in der Qualifikationsrunde fürs Viertelfinale auf Italien. Laut Meier werden die Eidgenossen alles daransetzen, den Schwung aus der Partie gegen die Tschechen mitzunehmen. „In dieser Begegnung haben wir endgültig unsere Identität gefunden. Wir arbeiten hart und haben gleichzeitig Spaß dabei“, ließ er mit Blick auf die bevorstehende Aufgabe wissen. Die Italiener dürften gewarnt sein. Sie müssen sich etwas einfallen lassen, wenn sie den vor Selbstvertrauen strotzenden Topscorer der Nati in den Griff bekommen wollen.

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