Der Jubel kannte am Sonntagnachmittag keine Grenzen, als der Puck hoch im Netz einschlug. Mit einem dramatischen 4:3 nach Verlängerung gegen Tschechien sicherte sich die Schweizer Eishockeynationalmannschaft der Männer am Sonntagmittag in der Santagiulia Ice Hockey Arena vor rund 11.500 Zuschauern den zweiten Platz in Gruppe A der Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026.
Verteidiger Dean Kukan traf nach 1:49 Minuten der Verlängerung mit einem platzierten Schuss und krönte damit eine leidenschaftliche Teamleistung, die Spielern und Trainern noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.
Doch so euphorisch der Moment auch war, viel Zeit, ihn auszukosten, bleibt allen Beteiligten nicht. Bereits am Dienstag um 12:10 Uhr MEZ steht für die Eidgenossen das wichtige Qualifikationsspiel um den Einzug in die Viertelfinals an. Gegner ist der bisher noch sieglose Gastgeber Italien. Auf dem Papier scheint dies eine machbare Aufgabe zu sein, in der Realität wird jedoch erneut höchste Konzentration verlangt.
Ein Sieg für das Selbstvertrauen!
Der Erfolg gegen die Tschechen wirkte wie ein emotionaler Befreiungsschlag. Die Schweiz zeigte zwei Tage nach der enttäuschenden 1:5-Niederlage gegen Kanada Tempo, Physis und vor allem Widerstandskraft. Mehrfach kämpfte sie sich in das enge Spiel zurück, blieb dabei geduldig und belohnte sich am Ende der Verlängerung für diesen engagierten Auftritt.
Solche Erlebnisse können in einem kurzen Turnier enorme Kräfte freisetzen. Die Gewissheit, auch unter maximalem Druck liefern zu können, schweißt zusammen. Entsprechend gelöst war die Stimmung am Montag im Training. Es wurde viel gelacht, es gab viele kurze Gespräche, insgesamt machte die Mannschaft einen lockeren Eindruck, ohne dabei den Ernst der Lage zu vergessen.
Denn allen in der Kabine ist bewusst: Mit dem Beginn der K.-o.-Phase verändern sich die Vorzeichen. Ein Ausrutscher, eine Unachtsamkeit und der olympische Traum ist abrupt beendet.

























