Akira Schmid #40 and Nino Niederreiter #22 of Team Switzerland walk out to the ice before the second period during the Men's Preliminary Group A match between Canada and Switzerland on day seven of the Milano Cortina 2026 Winter Olympic games at Milano Santagiulia Ice Hockey Arena on February 13, 2026 in Milan, Italy. (Photo by Gregory Shamus/Getty Images)

Die Schweiz schrammte an der direkten Qualifikation für das Viertelfinale des Männer-Eishockeyturniers bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 vorbei. Im letzten Spiel der Gruppe A bezwangen sie zwar am Sonntag Tschechien mit 4:3 n.V., hatten aber zuvor in der vorletzten Minute der regulären Spielzeit den Ausgleichstreffer der Tschechen hinnehmen müssen, so dass sie sich mit zwei anstatt drei Punkten begnügen mussten. Als Tabellenzweiter ihrer Vorrundengruppe bestreitet die Schweiz als bestgesetztes Team am Dienstag (12:10 Uhr MEZ) die Viertelfinal-Qualifikation gegen Italien. Der Gastgeber der Winterspiele blieb in der Vorrunde der Gruppe B punktlos bei 4:19-Toren.

Selbstverständlich zählen die Eidgenossen, angesichts ihrer starken Vorstellungen und dem mit NHL-Stars gespickten Kader, in diesem Aufeinandertreffen als großer Favorit. Doch Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, denn das Torverhältnis von -15 der Italiener sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie sich sowohl gegen die Gruppengegner Schweden wie auch gegen die Slowakei enge Matches geliefert haben. Gegen die Tre Kronor kassierten sie nach einer 1:0-Führung und dem 2:2-Ausgleich zu Beginn des Mittelabschnitts erst in der Schlussphase zwei Gegentore zum am Ende deutlichen 2:5. Vom Ergebnis her noch knapper konnte Italien die Partie gegen die Slowakei gestalten, die sie mit 2:3 verloren. Italiens schlechtes Torverhältnis entstand durch eine 0:11-Schlappe gegen Finnland.

Die Schweiz gewann ihr erstes Spiel der Vorrunde gegen Frankreich mit 4:0 und zog gegen die Überflieger aus Kanada mit 1:5 den Kürzeren. Bei der Niederlage verloren sie noch Kevin Fiala von den Los Angeles Kings, der sich so schwer verletzte, dass er die Heimreise antreten musste und den Rest der regulären Saison den Kings fehlen wird.

Bundestrainer Patrick Fischer kann auf die Dienste weiterer NHL-Stars zurückgreifen. Angeführt von Kapitän Roman Josi (Nashville Predators) und den Assistenzkapitänen Nico Hischier (New Jersey Devils) und Nino Niederreiter (Winnipeg Jets) bekommen Torwart Akira Schmid (Vegas Golden Knights), die Verteidiger J.J. Moser (Tampa Bay Lightning) und Jonas Siegenthaler (New Jersey Devils) sowie die Stürmer Philipp Kurashev (San Jose Sharks), Timo Meier (New Jersey Devils) und Pius Suter (St. Louis Blues) ihr Gehalt von einem NHL-Team.

Dustin Gazley #10 of Team Italy celebrates with teammates after scoring a goal in the third period during the Men's Preliminary Group B match between Italy and Slovakia on day seven of the Milano Cortina 2026 Winter Olympic games at Milano Rho Ice Hockey Arena on February 13, 2026 in Milan, Italy. (Photo by Elsa/Getty Images)

Spieler im Fokus

In den Reihen der Italiener steht kein NHL-Crack. Ihr erfolgreichster Torschütze ist mit zwei Treffern der Italo-Kanaier Matt Bradley, ihr bester Scorer der Italo-Amerikaner Dustin Gazley mit einem Tor und zwei Vorlagen. Der 29-jährige Bradley ist in Vancouver, B.C. geboren und wurde beim NHL Draft 2015 von den Montreal Canadiens in der fünften Runde an 131. Stelle ausgewählt. seit vier Jahren sucht er sein Eishockeyglück in Europa, wo die Vienna Capitals, die Straubing Tigers und der HC Bozen seine bisherigen Sationen sind. Gazley ist ein Teamkollege von Bradley in Bozen. Der 37-Jährige startete seine Europa-Karriere in der Saison 2018/19 beim EC Salzburg und kam über die Zwischenstation Mora IK in Schweden zur Saison 2020/21 zu den Bozenern.

Bei den Schweizern sammelte Meier mit drei Toren und einem Assist die meisten Tore und die meisten Punkte. Auf ebenso vier Scorerpunkte brachte es Moser mit einem Tor und drei Assists. Meier ist einer von drei Spielern im Kader der Schweizer, der bei den New Jersey Devils unter Vertrag steht. Von den San Jose Sharks im Jahre 2015 gedraftet gab er sein NHL-Debüt für das Franchise aus dem Norden Kaliforniens in der Saison 2016/17. Nach knapp sieben Jahren bei den Sharks gaben sie ihn in einem Tauschgeschäft während der Spielzeit 2022/23 an die Devils ab. Mittlerweile gelangen den 29-jährigen Außenstürmer 463 Punkte (231 Tore, 232 Assists) in 673 Spielen der regulären Saison für die Sharks und die Devils.

Moser wurde zur Saison 2021/22 von den Arizona Coyotes in die NHL berufen. Das Team aus Glendale hatte ihn beim NHL Draft 2021 in der zweiten Runde an Nummer 60 ausgewählt. Nach dem Umzug von Arizona nach Utah wurde er von den Utah Mammoth im Sommer 2024 zu den Lightning transferiert, wo er im vergangenen Dezember seinen Kontrakt um acht Jahre bis zum Ende der Saison 2033/34 verlängerte.

Schlüsselstatistiken

22 - Sowohl die Schweiz wie auch Italien kassierten im Turnierverlauf 22 Strafminuten, doch ihre Penalty-Killing-Effizienz unterscheidet sich gewaltig. Während die Schweiz 90,9 Prozent ihrer Unterzahlsituationen schadlos überstand, kamen die Italiener nur auf eine PK-Quote von 55,6 Prozent.

3 - Nach den Über-Teams aus Kanada und den USA können die Schweizer mit 27,7 Prozent Erfolgsquote auf das drittbeste Powerplay der zwölf Teilnehmer verweisen. Ihnen gelangen drei Tore bei elf Überzahlsituationen.

Du sagst es…

„Wir haben uns zusammengerauft, neue Spieler sind in die Aufstellung gekommen, haben ihre Rolle übernommen, ihren Beitrag geleistet und hart füreinander gekämpft. Ausfälle von Spielern sind hart für uns, aber wir können nur für sie spielen, für uns spielen und enger zusammenrücken.“ - Pius Suter (Schweiz)

„Wir gehen einfach jeden Abend raus und geben unser Bestes. Wir haben keine großen Erwartungen, also kämpfen wir einfach. Wir haben eine gute Mannschaft und werden weiter daran arbeiten und sehen, wohin uns das führt.“ - Matt Bradley (Italien)

Was dich erwartet…

Die Schweiz beeindruckte bei ihren zwei Siegen durch das nahezu blinde Spielverständnis ihrer Protagonisten, die sich teilweise aus ihrer Jugendzeit kennen. Es ist davon auszugehen, dass Italien mit dem Tempo der Schweizer nicht mitgehen kann, so dass sie sich ganz auf ihre Defensivarbeit konzentrieren werden müssen. Wenn es für die Schweiz richtig gut läuft, dann könnte ihr Einzug ins Viertelfinale sehr deutlich ausfallen.

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