Am Ende war die Enttäuschung im deutschen Lager groß. Mit 2:6 unterlag die Herren-Auswahl des DEB am Mittwochmittag im Viertelfinale der Olympische Winterspiele Milano Cortina 2026 der Slowakei – und war von einem erwartet engen, spannenden Spiel überraschend weit entfernt. Bereits kurz nach der Spielmitte lag das Team mit 0:4 zurück, eine Hypothek, die sich als zu schwer erwies.
Die Treffer von Lukas Reichel zum zwischenzeitlichen 1:4 und Frederik Tiffels zum 2:5 brachten die überlegen auftretenden Slowaken nicht mehr ernsthaft ins Wanken. Statt einer Aufholjagd entwickelte sich ein Spiel, das die Grenzen der deutschen Mannschaft schonungslos offenlegte. Der vermeintlich „leichte“ Weg Richtung Medaille – er endete bitter und abrupt.
Zwischen Hoffnung und Realität
Nach dem klaren 5:1-Erfolg gegen Außenseiter Frankreich am Vortag hatte sich im deutschen Umfeld vorsichtiger Optimismus breitgemacht. Doch ein nüchterner Blick auf die Tage in Mailand zeigt: Die Mannschaft überzeugte über das gesamte Turnier hinweg nie wirklich konstant. In der Gruppenphase gelang in drei Spielen nur ein Sieg, nie erzielte das Team hier mehr als drei Tore in einer Partie. Zu wenig, um in einem Best-on-Best-Turnier ernsthaft von Edelmetall träumen zu können.
Dass Deutschland dennoch als Gruppenzweiter in die K.o.-Phase einzog, kam fast überraschend. Doch gegen die Slowakei wartete im Viertelfinale ein echter Prüfstein – und an dem scheiterte die DEB-Auswahl deutlich. Es war die dritte Niederlage im fünften Turnierspiel. Von einem eingespielten Kollektiv, das im entscheidenden Moment über sich hinauswächst, war zu wenig zu sehen.
„Wir haben nach dem Rückstand leider früh den Faden verloren und haben dann versucht, das Ganze mit der Brechstange anzugehen. So wird das am Ende dann natürlich nur selten was“, analysierte Verteidiger Moritz Seider, der in der NHL für die Detroit Red Wings die Schlittschuhe schnürt, selbstkritisch. „Unser Anspruch hätte auf jeden Fall sein sollen, so ein Spiel heute zu gewinnen. Aber am Ende reicht es in so einem Turnier eben nicht, nur phasenweise gut zu spielen.“






















