oly ger sui can usa preview

Am Mittwoch geht es bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 um den Einzug ins Halbfinale. Mit von der Partie sind Deutschland und die Schweiz. Trainer Harold Kreis wird mit der DEB-Auswahl auf die Slowakei treffen (12:10 Uhr), Patrick Fischer führt seine Eidgenossen in den Kampf gegen Finnland (18:10 Uhr). Außerdem kommt es zum Duell zwischen Kanada und Tschechien (16:40 Uhr) und zur Partie USA gegen Schweden (21:10 Uhr).

Chance für Deutschland

Viel besser hätte es Deutschland im Viertelfinale nicht treffen können. Die Slowakei spielte eine hervorragende Vorrunde mit Siegen gegen Italien und Finnland und einer Niederlage gegen Schweden. Das Team hat aber sicherlich nicht die individuelle Qualität der Nordamerikaner oder Nordeuropäer. Deutschland musste nach Niederlagen gegen Lettland und die USA in der Vorrunde in die Qualifikation für das Viertelfinale, wo es einen klaren 5:1-Sieg gegen Frankreich gab.

Statistisch befinden sich die Kontrahenten auf Augenhöhe. Die Slowakei hat mit 3,33 Toren pro Spiel eine leicht bessere Offensive als Deutschland (3,0). Im Powerplay stehen beide bei einer Erfolgsquote von 25 Prozent. In der Defensive und im Tor sind die Werte ebenfalls vergleichbar. Die Slowakei kommt auf eine Fangquote von 92,92 Prozent und 2,67 Gegentore pro Spiel, Deutschland auf 91,41 Prozent und 2,78 Gegentore. Lediglich in der Unterzahl haben die Slowaken mit einer Quote von 83,3 Prozent die Nase deutlich vorne gegenüber den 62,5 Prozent Deutschlands.

Die individuelle Qualität ist in der Spitze auf deutscher Seite höher. Im Angriff steht das Trio von Leon Draisaitl, Tim Stützle und JJ Peterka. Stützle (vier Tore, zwei Assists) und Draisaitl (zwei Tore, vier Assists) führen das Team mit je sechs Punkten an, Peterka folgt mit vier Punkten (ein Tor, drei Assists). Bei den Slowaken läuft die Offensive hauptsächlich über Juraj Slafkovsky, der ebenfalls bereits sechs Zähler (drei Tore, drei Assists) sammelte. Unterstützt wird er von Dalibor Dvorsky, der es auf vier Punkte (zwei Tore, zwei Assists) bringt.

Moritz Seider ist der Abwehrchef, der eine Defensive mit erfahrenen DEL-Verteidigern wie Moritz und Jonas Müller und Kai Wissmann aufs Eis führt. Für die Slowakei sind der 32-jährige Martin Gernat und NHL-Verteidiger Simon Nemec die zentralen Figuren.

Das Torwart-Duell hat es in sich. Sowohl der deutsche NHL-Veteran Philipp Grubauer von den Seattle Kraken, als auch der junge Slowake Samuel Hlavaj, der bei den Minnesota Wild unter Vertrag steht, spielen ein erstklassiges Turnier.

Ähnliches: Vorschau: Deutschland gegen Slowakei gefordert

Schweiz fordert Finnland

Die Schweiz setzte sich in der Qualifikation mit 3:0 gegen Italien durch und trifft nun auf Finnland. Die Finnen waren mit Siegen gegen Italien und Schweden der beste Gruppenzweite der Vorrunde.

Finnland hat auf dem Papier mit 16 Toren in drei Spielen die klar bessere Offensive, wobei die Statistik durch ein 11:0 gegen Italien verzerrt ist. Die zwölf Tore der Schweiz sind deutlich gleichmäßiger auf ihre Spiele verteilt. Beide Teams gehören zu den defensivstärksten Mannschaften des Turniers. Bei den Special Teams schlugen sich die Eidgenossen bisher besser.

Die Schweiz muss in der Offensive verletzungsbedingt auf Denis Malgin und Spitzenstürmer Kevin Fiala verzichten. Daher wird viel über Timo Meier und Nico Hischier laufen. Meier ist mit sieben Punkten (drei Tore, vier Assists) der zweitbeste Scorer des Turniers. Die Finnen überzeugen mit viel Tiefe, angeführt von Mikko Rantanen und Kaapo Kakko.

Beide Teams haben eine gut besetzte Abwehr. Der Schweizer Kapitän Roman Josi kann den großen Unterschied machen, genau wie JJ Moser. Bei Finnland sorgt besonders Miro Heiskanen für Gefahr aus der Defensive.

Im Tor wartet ein hochklassiges Duell. Leonardo Genoni ist mit 96,2 Prozent Fangquote der beste Torwart des Turniers. Der Finne Juuse Saros, Josis Teamkollege bei den Nashville Predators, liegt mit 94,59 Prozent aber nicht weit hinter ihm.

Ähnliches: Vorschau: Schweiz und Finnland auf Augenhöhe

Tschechien in der Außenseiterrolle

Kanada ist gegen jede Mannschaft der Favorit, so auch gegen Tschechien. Die Kanadier gewannen alle drei Vorrundenspiele und waren das beste Team der Gruppenphase. Tschechien unterlag der Schweiz und dem erneuten Gegner Kanada und musste sich gegen Dänemark mit einem mühsamen 3:2 qualifizieren. Das erste Spiel zwischen Tschechien und Kanada ging klar mit 5:0 an die Kanadier.

Kanada ist eine Mannschaft ohne wirkliche Schwächen. Die Ahornblätter haben die meisten Tore, die wenigsten Gegentore und das beste Powerplay. Ihre Unterzahl liegt auf Rang zwei hinter den USA. Tschechiens Special Teams haben deutlich Luft nach oben und nur Italien und Frankreich kassierten mehr Tore.

Jeder Spieler im kanadischen Team ist ein NHL-Star. Besonders hervorzuheben ist aber das Mac-Trio, Connor McDavid, Nathan MacKinnon und Macklin Celebrini. McDavid führt die Scorerliste mit neun Punkten (zwei Tore, sieben Assists) an, Celebrini ist mit vier Toren der beste Torjäger und MacKinnon steuerte fünf Punkte (zwei Tore, drei Assists) bei. Mit Cale Makar haben die Kanadier zudem den wahrscheinlich besten Verteidiger der Welt. Jordan Binnington wächst im Tor in entscheidenden Situationen stets über sich hinaus und verdiente sich so schon einen Stanley Cup mit den St. Louis Blues.

Die Tschechen müssen auf eine klare Leistungssteigerung ihres Torhüters Lukas Dostal hoffen und darauf, dass sich ihre Stars Martin Necas und David Pastrnak durchsetzen können.

Spitzenduell zwischen USA und Schweden

Das Spiel des Tages ist wohl die Partie der USA gegen Schweden. Die US-Amerikaner haben wie Kanada noch eine perfekte Bilanz. Schweden ist extrem stark besetzt, konnte sein Potenzial aber noch nicht wirklich abrufen. In der Vorrunde gab es Siege gegen Italien und die Slowakei, aber auch eine Niederlage gegen Finnland.

Die USA ist das einzige Team bei den Olympischen Spielen, dessen Kader den Namen nach vielleicht mit Kanada vergleichbar ist. Die Topreihe mit den Brüdern Matthew und Brady Tkachuk und Jack Eichel ist überragend. Kapitän Auston Matthews, für die Toronto Maple Leafs 2023/24 69 Tore in einer Saison erzielte und die USA mit fünf Punkten (drei Tore, zwei Assists) anführt, steht nur in der zweiten Reihe. Das Prunkstück ist aber die Abwehr mit Quinn Hughes, Brock Faber und Zach Werenski. Im Tor steht Connor Hellebuyck, der zuletzt zwei Mal in Folge die Vezina Trophy als bester Torwart der NHL gewann.

Die Qualität der Schweden kann sich allerdings auch sehen lassen. Das komplette Team besteht aus namhaften NHL-Spielern. In der Offensive sind William Nylander, Lucas Raymond und Adrian Kempe besonders große Namen. Raymond ist mit fünf Punkten (ein Tor, vier Assists) der schwedische Topscorer. In der Abwehr stehen Größen wie Victor Hedman, Erik Karlsson und Rasmus Dahlin. Die Torhüter Filip Gustavsson und Jacob Markstrom haben das Potenzial, Spiele im Alleingang zu entscheiden, erfüllten aber bisher wie das gesamte Team noch nicht die hohen Erwartungen.

Verwandte Inhalte