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Am Mittwoch (12:10 Uhr MEZ) kommt es mit der Begegnung Deutschland gegen die Slowakei im Viertelfinale des Herren-Eishockeyturniers der Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 in Mailand zu einem Kräftemessen, dessen Ausgang nur schwer vorherzusagen ist.

Beide Mannschaften gehen mit einer ähnlich starken Unterstützung von NHL-Kräften in das Duell. Im Kader der Slowaken stehen sieben Spieler aus der besten Eishockeyliga der Welt, insgesamt zehn Akteure verfügen über NHL-Erfahrung. Zusammengenommen haben sie 2792 Begegnungen in der Liga absolviert. Zwölf Aktive sind in Mailand erstmals bei Olympischen Spielen im Einsatz. Im deutschen Aufgebot stehen ebenfalls sieben NHL-Akteure, insgesamt elf Protagonisten haben bereits Erfahrung in der Top-Liga gesammelt. In Sachen Einsätzen ist Deutschland leicht im Vorteil: 3580 NHL-Partien stehen hier zu Buche, allerdings bestreiten 18 Spieler ihre ersten Olympischen Spiele. Was die Erfahrung auf höchstem Niveau angeht, ist daher kein klarer Favorit auszumachen.

Der Weg ins Viertelfinale war für die DEB-Auswahl etwas härter. Nur ein Sieg in der Gruppenphase und das 5:1 im Qualifikationsspiel für das Viertelfinale gegen Frankreich – also bereits eine Begegnung mehr in den Knochen – könnten sich bemerkbar machen. Die Slowakei dürfte von der körperlichen Frische her leicht im Vorteil sein. Die Slowaken setzten sich in der schwierigen Gruppe B, in der auch Schweden und Finnland vertreten waren, als Gruppenerster durch und sparten sich damit den Umweg über die Qualifikation. Das sagt einiges über die Qualität dieses Teams aus.

Ähnliches: Deutschland landet Pflichtsieg gegen Frankreich

Im deutschen Lager lief es in der Gruppenphase zunächst nicht nach Wunsch. Die Niederlagen gegen Lettland und die USA hinterließen Spuren und führten zu internen Diskussionen. Beim klaren Sieg gegen Frankreich am Dienstag waren jedoch erste positive Entwicklungen erkennbar. Die Mannschaft harmonierte besser, wirkte griffiger und strukturierter, auch wenn noch längst nicht alles reibungslos funktionierte.

Eine deutliche Steigerung im Powerplay, wo in der Gruppenphase bei neun Versuchen lediglich ein Treffer gelungen war, erfreute Bundestrainer Harold Kreis. Gegen die Franzosen wurden zwei von drei Überzahlmöglichkeiten genutzt – eine Erfolgsquote von 66,7 Prozent. Zudem trugen sich neue Torschützen in den Spielberichtsbogen ein. So erzielten unter anderem die NHL-Angreifer Nico Sturm von den Minnesota Wild und JJ Peterka von den

Utah Mammoth ihre ersten Turniertreffer. Das ließ die deutsche Offensive insgesamt variabler und gefährlicher erscheinen als noch zuvor.

Will Deutschland im Vergleich mit den körperlich robusten Slowaken bestehen, wird vor allem der richtige Umgang mit deren Top-Stürmer Juraj Slafkovsky entscheidend sein. Der Angreifer der Montreal Canadiens zählt mit sechs Punkten (drei Tore, drei Assists) zu den punktbesten Spielern des Turniers und überzeugte bereits in der Gruppenphase auf ganzer Linie. Ihn am Mittwoch unter Kontrolle zu bringen, wird ein zentraler Faktor sein – allerdings nicht der einzige. Denn die Slowakei definiert sich stark über Einsatz, Zweikampfstärke und Entschlossenheit. In diesen Bereichen mitzuhalten, wird für die deutsche Mannschaft ebenso essenziell sein.

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Schlüsselstatistiken

6 – Für Leon Draisaitl stehen nach vier absolvierten Spielen in Italien trotz einiger kritischer Stimmen bereits beachtliche sechs Scorerpunkte (2 Tore, 4 Assists) zu Buche. Auf diese Anzahl kommt auch Slafkovsky, der dafür allerdings ein Spiel weniger benötigte. Seine Ausbeute setzt sich aus drei Treffern und drei Vorlagen zusammen.

93,4 – So hoch ist die beeindruckende Fangquote des DEB-Torhüters Philipp Grubauer, der in der NHL für die Seattle Kraken aktiv ist. In drei Begegnungen in Mailand sah er sich bislang 91 gegnerischen Torschüssen gegenüber, von denen er 85 parieren konnte. Sein wahrscheinlicher Gegenüber Samuel Hlavaj, der in Nordamerika bei den Iowa Wild, dem AHL-Farmteam der Minnesota Wild, unter Vertrag steht, kam bislang zweimal zum Einsatz und erreichte dabei ebenfalls eine Fangquote von durchschnittlich 93,4 Prozent. Auch er entschärfte 85 von 91 Schüssen – allerdings bei einem absolvierten Spiel weniger.

Du sagst es…

„Das Turnier wird jetzt immer kleiner und härter, das ist uns bewusst. Die Slowaken sind Erster in ihrer Gruppe geworden und haben eine großartige Mannschaft. Wir müssen uns gut vorbereiten, und dann geht es morgen weiter.“ – Leon Draisaitl (Deutschland)

„Wir wissen, wer wir sind und was wir können. Also müssen wir einfach unser Spiel spielen, ein einfaches, körperbetontes Spiel, unsere Beine bewegen und es den anderen Teams so schwer wie möglich machen.“ – Erik Cernak (Slowakei)

Was dich erwartet…

Das Viertelfinalspiel zwischen diesen beiden Teams erscheint vom Ausgang her völlig offen. Was wird sich am Ende durchsetzen: das körperbetonte, traditionell eher kämpferische Spiel der Slowaken oder der zuletzt häufig spielerisch-technische Ansatz der Deutschen? Kann die DEB-Auswahl den Kampf annehmen und der Herausforderung auf der größten Bühne mit vollem Einsatz und Leidenschaft begegnen? Gelingt ihr das, ist der Halbfinaleinzug für Draisaitl und seine Mitstreiter ein realistisches Ziel. Am Mittwochmittag werden wir erfahren, welchen Weg dieses Turnier für Deutschland nimmt.

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