Draisaitl EDM Babcock McDavid accountable

MÜNCHEN – Leon Draisaitl ist überzeugt davon, dass der neue Trainer Mike Babcock den Edmonton Oilers dabei helfen wird, in der neuen Saison zu einem geschlossenen Mannschaftsspiel zu finden – etwas, das ihnen in der vergangenen Spielzeit nicht gelungen war.

Der Stürmer der Oilers verweist dabei auf Babcocks Erfahrung im Umgang mit hochkarätigen Spielern – etwa bei den Detroit Red Wings während ihres Triumphs im Stanley Cup 2008 – sowie auf sein Geschick bei der Führung von Team Canada, dessen Kader voller großer Egos steckte. Er gewann mit Kanada zweimal Olympia-Gold (2010 und 2014).

„Er hat einen klaren Plan und nimmt die Spieler in die Pflicht. Wenn es darum geht, Verantwortung einzufordern, spielt es für ihn keine Rolle, wer man ist“, sagte Draisaitl am Freitag bei der European Media Player Tour über Babcock. „Wir wollen gecoacht werden, wir wollen uns verbessern. Auch Connor (McDavid) und ich haben es manchmal verdient, dass man uns lautstark kritisiert – genau wie die anderen. Ich denke nicht, dass ‚Babs‘ in dieser Hinsicht auf Namen Rücksicht nimmt. Das ist auch gut so.“

2003 hatte Babcock die Mighty Ducks of Anaheim ins Stanley Cup Finale geführt. Das ging jedoch ebenso verloren die Endspielserie 2009 mit den Red Wings. Seit seiner Entlassung bei den Toronto Maple Leafs nach 23 Spielen in der Saison 2019/20 war er nicht mehr als Trainer in der NHL tätig.

Die Oilers (41-30-11) belegten in der vergangenen Saison den zweiten Platz in der Pacific Division. In den Stanley Cup Playoffs schieden sie schon in der ersten Runde der Western Conference nach sechs Spielen gegen die Anaheim Ducks aus. In den beiden vorangegangenen Spielzeiten hatten sie jeweils das Finale erreicht.

„Ich glaube, wir haben es über die 82 Partien hinweg nie geschafft, wirklich zu unserem Spiel zu finden“, sagte Draisaitl. „Man sieht das jedes Jahr bei den guten Mannschaften: Es gibt ein Muster, das sie im Laufe der 82 Begegnungen entwickeln und festigen. Sie wissen, was ihr Spiel und ihre Identität ausmacht. Meiner Meinung nach haben wir das irgendwie verpasst.“

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Edmonton hatte lange mit der Konstanz zu kämpfen. Erst vom 24. bis 29. Januar gelang es der Mannschaft, drei Spiele in Folge innerhalb der regulären Spielzeit zu gewinnen. Und vom 24. März bis zum 2. April legte sie einen Streak von fünf Siegen hin. Doch abgesehen davon glückten ihr keine ausgiebigen Erfolgsserien.

Draisaitl verdeutlichte, dass es gar nicht so sehr die Ergebnisse gewesen seien, die störten, sondern vielmehr das Gefühl der fehlenden spielerischen Sicherheit. „Es ist frustrierend, weil man es ja versucht“, sagte er. „Es liegt nicht am fehlenden Einsatz. Jeder will das Richtige tun.“

Schließlich schieden die Oilers – gehandicapt durch Verletzungen in der Postseason, wobei unter anderem Draisaitl und McDavid nicht hundertprozentig fit waren – gegen die aufstrebenden Ducks aus. „Wir hätten sie schlagen könnten, wenn wir mit unseren drei Top-Centern vollzählig und gesund gewesen wären“, sagte Draisaitl. „Aber letztendlich waren sie besser als wir, und sie haben es verdient, eine Runde weiterzukommen.“

All dies führte in der Sommerpause zu Veränderungen innerhalb der Organisation.

Trainer Kris Knoblauch wurde am 14. Mai entlassen. Neun Tage später verpflichteten die Oilers Babcock, der mit 700 Siegen auf dem zwölften Platz der NHL-Geschichte rangiert.

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„Er wird unserer Gruppe eine andere Einstellung und eine andere Mentalität vermitteln“, erklärte Draisaitl. In der spielfreien Zeit habe er bereits mehrfach mit Babcock gesprochen. „Genau das brauchen wir im Moment. Er wird etwas Neues, einen neuen Ansatz mitbringen. Alle sind begeistert und freuen sich darauf, mit ihm zusammenzuarbeiten.“

Auch der Kader sieht anders aus. Der erfahrene Verteidiger Darnell Nurse wurde am 1. Juli zu den San Jose Sharks getradet, womit seine elfjährige Zeit in Edmonton endete. Torwart Frederik Andersen kam am 1. Juli als Free Agent zu den Oilers – nur 17 Tage, nachdem er mit den Carolina Hurricanes den Stanley Cup gewonnen hatte.

„Es gibt neue Gesichter“, so Draisaitl. „Einige Spieler, die schon lange dabei waren, sind leider gegangen. Manchmal sind Veränderungen nötig – für beide Seiten. Ich bin gespannt auf das Jahr.“

2025/26 brachte es Draisaitl auf 97 Punkte (35 Tore, 62 Assists) in 65 Spielen, nachdem er in den vier vorangegangenen Spielzeiten jeweils mindestens 106 Punkte verbucht hatte – darunter seinen NHL-Karrierebestwert von 128 Punkten (52 Tore, 76 Assists) in 80 Partien der Saison 2022/23. Drei Jahre zuvor, 2019/20, sicherte er sich mit 110 Punkten (43 Tore, 67 Assists) aus 71 Begegnungen sowohl die Art Ross Trophy als bester Scorer der Liga als auch die Hart Trophy als wertvollster Spieler (MVP) der NHL.

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Draisaitl geht ausgeruht in die neue Saison. Er sei gesund und habe hart gearbeitet, ließ er verlauten. Der länger als erhofft ausgefallenen Sommerpause habe er durchaus positive Seiten abgewinnen können.

Nachdem Edmonton in den beiden vorangegangenen Spielzeiten jeweils bis in die zweite Junihälfte hinein beschäftigt war, endete die Saison diesmal bereits am 30. April mit dem Aus gegen Anaheim.

„Man versucht, dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen“, sagte Draisaitl. „Natürlich würde man lieber spielen, aber der Zeitpunkt war für uns günstig, um gesund zu werden und etwas Zeit sowie Ruhe zu finden.“

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