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Auch 2026 ist nicht das erhoffte Meister-Jahr für die Edmonton Oilers. Obwohl die Florida Panthers als unbezwingbarer „Endgegner“ aus den letzten zwei Stanley Cup Finals die Stanley Cup Playoffs 2026 gar nicht erst erreicht hatte und der Weg zum Heiligen Gral frei schien, kam Edmonton nicht einmal in die Nähe eines Finales. Stattdessen war bereits in der Ersten Runde gegen Playoff-Neuling Anaheim Ducks in sechs Spielen Schluss (2:4).

„Wir waren schon die ganze Saison nur ein durchschnittliches Team“, gestand Oilers-Kapitän Connor McDavid nach der entscheidenden 2:5-Auswärtsniederlage in Spiel 6 am Donnerstag im Honda Center. „Wenn du eine durchschnittliche Mannschaft mit hohen Erwartungen bist, dann wirst du enttäuscht werden.“

EDM@ANA, Sp6: Ducks und Oilers treffen sich zum Handschlag

Die Gründe für das Aus

Edmonton hatte mit 4,33 Gegentoren/Spiel die schlechteste Defensive aller 16 teilnehmenden Playoff-Teams. Gleiches gilt für ein desaströses Penalty Killing mit einer Erfolgsquote von 50 Prozent (16.). Auch ließen die Oilers die drittmeisten Torschüsse zu (32,3 pro Partie).

„Es ist die Geschichte der gesamten Saison, dass wir nicht gut genug verteidigt haben“, analysierte Oilers-Trainer Kris Knoblauch. „Normalerweise gewinnst oder verlierst du aufgrund deines Defensivspiels - und unseres war nicht gut genug.“

Auch der während der regulären Saison durchgeführte Torwart-Tausch - Stuart Skinner wechselte zusammen mit Verteidiger Brett Kulak im Austausch für Tristan Jarry zu den Pittsburgh Penguins - zahlte sich für Edmonton am Ende nicht aus. Jarry erhielt lediglich in einem Spiel die Chance sich in den Playoffs auszuzeichnen. Stattdessen war der eigentlich als Nummer 3 vom Utah Mammoth akquirierte Connor Ingram in fünf Begegnungen der Starter in den Playoffs. Doch waren Ingrams Statistiken nicht gerade überzeugend: Er hielt zwei Siege fest, bei einem Gegentorschnitt von 3,86 sowie einer Fangquote von 87,6 Prozent.

Zudem fehlte es an Secondary Scoring. Während die jeweils angeschlagenen Superstars Leon Draisaitl (3-7-10; 1,67 Punkte/Spiel) und Connor McDavid (1-5-6; 1,0 Punkte/Spiel) gewohnt ablieferten, gab es insbesondere aus der dritten und vierten Reihe kaum bis keinerlei Unterstützung. Der Deutsche Josh Samanski (fünf Spiele, 1-1-2) lieferte noch am besten ab. Zusammen mit Colton Dach (fünf Spiele, 0-1-1), Jack Roslovic (sechs Spiele, 0-1-1), Matt Savoie (sechs Spiele, 0-1-1), Adam Henrique (ein Spiel, 0-0-0), Trent Frederic (vier Spiele, 0-0-0) und Curtis Lazar (fünf Spiele, 0-0-0) brachten es sieben der in den Bottom-Six-Reihen eingesetzten Stürmer zusammengerechnet nur auf ein einziges Tor und lediglich fünf Scorerpunkte (1-5-6).

Zum Verhängnis wurde Edmonton wohl auch die hohe Anzahl an Spielen in den letzten Jahren: Seit der Saison 2023/24 waren die Oilers in 299 Pflichtspielen gefordert. Eine derart hohe Arbeitslast hatte bereits bei den Panthers Schaden angerichtet. Eine gewisse Müdigkeit setzte nun sicherlich auch bei Edmonton ein.

Dadurch lässt sich vielleicht ein weiterer Fakt erklären: Gerieten die Oilers in den Stanley Cup Playoffs 2026 in einem Spiel zuerst in Rückstand, gelang nur kein einziger Sieg. Überhaupt gelang nur einmal ein Comeback nach einem Rückstand während des Spiels. In fünf von sechs Partien ging Edmonton zuerst in Führung, konnte aber nur zwei Partien am Ende auch gewinnen.

ANA@EDM, GM 5: Draisaitl lauert im Powerplay in seinem Wohnzimmer und versenkt einen Onetimer

Was für die Zukunft optimistisch stimmt

Draisaitl (30; Vertrag bis 2033) und McDavid (29; Vertrag bis 2028), die die gesamte Franchise auf ihren Schultern tragen, stehen weiter unter Vertrag. Gleiches gilt für Top-Verteidiger Evan Bouchard (26; bis 2029). Der Kern der Mannschaft bleibt also wohl zusammen. 

Gleichzeitig muss General Manager Stan Bowman wohl einiges umbauen, um Schwächen zu beheben und das Championship-Fenster offen zu halten. Zwölf Spielerverträge aus dem aktuellen Playoff-Kader laufen aus. Darunter die von Dach, Dickinson, Henrique, Ingram, Max Jones, Kasperi Kapanen, Lazar, Owen Michaels, Connor Murphy und Calvin Pickard.

Durch die weiten Playoff-Runs in den letzten Jahren, fehlt es in Edmonton an hochklassigen Talenten, die den internen Konkurrenzkampf schüren könnten.

ANA@EDM, GM 2: Samanski erzielt in seinem Playoff-Debüt sein erstes Playoff-Tor

Draisaitl bleibt Elite, Samanski spielt sich fest

Draisaitl ist und bleibt einer der besten Eishockey-Spieler auf diesem Planten. In 65 Spielen der regulären Saison markierte er 97 Scorerpunkte (35-62-97), ehe eine Unterkörperverletzung seine Hauptrunde beendete. Rechtzeitig zu den Playoffs gab der 30-jährige Kölner sein Comeback.

Mit Samanski hat sich der nächste Deutsche bei den Oilers festgespielt. Der 24-jährige Erdinger startete die Saison 2025/26 beim Farmteam Bakersfield Condors in der AHL (45 Spiele, 8-23-31) und spielte sich in den Vordergrund. Am 26. Januar gab Samanski sein NHL-Debüt in Edmonton. Fortan gelangen ihm in 24 Spielen vier Scorerpunkte (2-2-4). Am 22. April debütierte der Stürmer in den Stanley Cup Playoffs.

„Ich bin die gesamte Saison schon zufrieden mit ihm“, sagte Knoblauch über Samanski. „Wir haben erwartet, dass er in Zukunft ein Oilers sein kann und hätten nicht gedacht, dass es so schnell passieren würde, vielleicht nächstes Jahr. Aber er hatte ein ausgezeichnetes Training Camp. In Bakersfield hat er in der AHL sehr gut und in einer defensiveren Rolle gespielt. Als wir ihn im Januar hochgeholt hatten, hat er direkt reingepasst. Die Offensive war noch nicht sofort da, aber er hat sich direkt auf dem Eis wohl gefühlt und hat gutes Defensivhockey gespielt. Wir wussten, dass es nicht wehtun würde, wenn wir ihn aufs Eis schicken. Jetzt hat er mehr Spiele gespielt, mehr Verantwortung übernommen und fühlt sich besser, was man daran sieht, dass er mehr mit dem Puck macht und mehr Spielzüge zeigt. Seine größte Stärke ist sein Skating.“

Ducks 4, Oilers 2

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