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Pierre-Edouard Bellemare hatte ursprünglich geplant, seine Profikarriere im Eishockey zu beenden, nachdem er sich seinen Kindheitstraum erfüllt und Frankreich bei den Olympischen Spielen 2026 in Mailand-Cortina vertreten hätte.

Doch ganz sicher war er sich dabei nicht.

„Ich wusste nicht einmal, ob ich körperlich, mental und im Hinblick auf den Wettkampf schon so weit war“, sagte Bellemare. „Ich liebe den Wettkampf. Ich liebe es, dazuzulernen.“

Der 41-Jährige – mit 700 NHL-Spielen der Rekordhalter unter den in Frankreich geborenen und ausgebildeten Spielern – setzte diesen Plan schließlich in die Tat um und beendete am 18. Juni seine aktive Laufbahn, nachdem er in der vergangenen Saison noch 37 Spiele für den HC Ajoie in der National League, der höchsten Schweizer Profiliga, absolviert hatte. Dem Eishockey bleibt er jedoch treu.

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Am 9. Juli schlug Bellemare ein neues Kapitel in seiner Karriere auf: Er übernahm die Rolle eines Spezialisten für Spielerentwicklung bei den Tampa Bay Lightning. Dies ist eines der fünf NHL-Teams, für die er auflief, nachdem er in der Saison 2014/15 als 29-jähriger Rookie – ohne zuvor gedraftet worden zu sein – sein Debüt bei den Philadelphia Flyers gegeben hatte.

Er gehört nun zum Entwicklungsteam von Tampa Bay unter der Leitung von JP Cote und wird sowohl mit den Stürmer-Talenten der Organisation als auch mit dem Trainerstab und den Spielern von Syracuse, dem Farmteam der Lightning in der American Hockey League (AHL), zusammenarbeiten.

Allein der Weg des ehemaligen Linksaußen in die NHL ist für junge Spieler lehrreich. Der in Le Blanc-Mesnil (Frankreich) geborene Bellemare bestritt zehn Spielzeiten für die Flyers, Lightning, Vegas Golden Knights, Colorado Avalanche und Seattle Kraken. Mit 138 Scorerpunkten (64 Tore, 74 Vorlagen) belegt er in der NHL-Geschichte den zweiten Platz unter allen in Frankreich geborenen und ausgebildeten Spielern, direkt hinter Antoine Roussel (197 Punkte in 607 Spielen).

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Bellemare erreichte zweimal das Stanley-Cup-Finale – 2018 mit Vegas und 2022 mit Tampa Bay – und verbuchte in 85 Playoff-Spielen 15 Scorerpunkte (fünf Tore, zehn Vorlagen). Er war zudem eine feste Größe im internationalen Eishockey: Er vertrat Frankreich bei Olympischen Spielen sowie Weltmeisterschaften der International Ice Hockey Federation und spielte beim World Cup of Hockey 2016 für das Team Europe.

In einem Interview mit NHL.com sprach Bellemare über seinen Rücktritt, seine Spielerkarriere und seinen neuen Job.

Hallo Pierre-Edouard, was möchtest du den Nachwuchsspielern der Lightning vermitteln?

„Ich kann versuchen, anderen Spielern zu helfen, die vielleicht denselben Weg einschlagen wollen wie ich – oder einen leichteren. Ich wurde nicht gedraftet, war 29 Jahre alt und kam aus schwierigen Verhältnissen, habe es aber am Ende auf 700 Spiele gebracht. Es ist also machbar. Aber es hat Opfer gefordert. Ich werde in der Lage sein, diesen jüngeren Spielern zu erklären, was sie erreichen können, denn die meisten von ihnen sind wahrscheinlich viel talentierter, als ich es war.“

Was war das Schwierigste an deiner Entscheidung, die Karriere zu beenden?

„Mein Verstand sagt mir, dass es für die Familie besser ist, eine Situation zu schaffen, in der sich unsere beiden Kinder keine Sorgen um Umzüge machen müssen. Meine Frau und ich sind seit 17 Jahren zusammen und sind fast alle zwei Jahre umgezogen. Wir möchten einfach einen festen Wohnsitz haben. Das ist die rein rationale Seite. Aber im Herzen liebe ich diesen Sport. Ich liebe den Wettkampf. Und da ist dieser Wille, es allen zu zeigen, die anderer Meinung waren... Alle schienen zu denken: ‚Du bist 40 Jahre alt, du musst aufhören zu spielen.‘ Ich sehe das anders, wenn man auf sich achtet. Mit der nötigen Disziplin kann man durchaus noch mit den jungen Spielern mithalten. Mein Herz will das den Leuten beweisen. Aber ich verstehe die Logik dahinter. Stabilität für meine Familie ist eine Notwendigkeit. Das Schwierigste an der Entscheidung ist, das Gefühl des Herzens und die Logik des Verstandes irgendwie in Einklang zu bringen.“

Was sind deine schönsten Erinnerungen an deine NHL-Karriere?

„Wahrscheinlich der World Cup und mein erstes (NHL-)Spiel. Bei meinem ersten Spiel kamen alle – von der gesamten Organisation in Philly bis hin zu den Spielern – und gratulierten mir, ihnen war klar: ‚Das ist ein 29-jähriger Rookie.‘ Ich fand das einen unglaublich tollen Moment, dass sich die Leute die Zeit nahmen, mir zu zeigen, dass sie meine jahrelange harte Arbeit wertschätzen. Wenn ich ganz egoistisch auf mich selbst blicke, dann war es der World Cup of Hockey, weil ich das Gefühl hatte, dort eigentlich gar nicht hinzugehören. Ich sage immer: Es waren die 169 besten Spieler der Welt dort – und ich.“

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Was waren die größten Enttäuschungen?

„Natürlich das Finale um den Stanley Cup (mit den Vegas Golden Knights, 2018, Anm. d. Red.). Wir hatten so hart gearbeitet, um in Vegas etwas zu erreichen. Man hatte das Gefühl, die Stadt brauchte diesen Erfolg, um die Tragödie der Schießerei vom 1. Oktober zu verarbeiten. Wir wollten der Stadt den Stanley Cup schenken; es fühlte sich also wie eine Enttäuschung an, weil wir die Stadt ein Stück weit im Stich gelassen hatten – so empfand ich das zumindest. Und dann das zweite Cup-Finale (mit Tampa Bay 2022), weil man sich denkt: ‚Tja, das ist die Chance. Ein drittes Mal wirst du es nicht mehr hierher schaffen, also mach das Beste draus.‘ Ich war körperlich nicht bei 100 Prozent. Ich hätte eigentlich operiert werden müssen, habe aber trotzdem gespielt ... Ich hatte jedoch nicht das Gefühl, mein volles Potenzial abgerufen zu haben, und das ärgert mich. Aber Verletzungen gehören zu unserem Sport dazu.“

Pierre-Edouard Bellemare #41 of Team France controls the puck in the first period during the Men's Qualification Playoff match between Germany and France on day 11 of the Milano Cortina 2026 Winter Olympic games at Milano Santagiulia Ice Hockey Arena on February 17, 2026 in Milan, Italy. (Photo by Bruce Bennett/Getty Images)

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