Bellemare erreichte zweimal das Stanley-Cup-Finale – 2018 mit Vegas und 2022 mit Tampa Bay – und verbuchte in 85 Playoff-Spielen 15 Scorerpunkte (fünf Tore, zehn Vorlagen). Er war zudem eine feste Größe im internationalen Eishockey: Er vertrat Frankreich bei Olympischen Spielen sowie Weltmeisterschaften der International Ice Hockey Federation und spielte beim World Cup of Hockey 2016 für das Team Europe.
In einem Interview mit NHL.com sprach Bellemare über seinen Rücktritt, seine Spielerkarriere und seinen neuen Job.
Hallo Pierre-Edouard, was möchtest du den Nachwuchsspielern der Lightning vermitteln?
„Ich kann versuchen, anderen Spielern zu helfen, die vielleicht denselben Weg einschlagen wollen wie ich – oder einen leichteren. Ich wurde nicht gedraftet, war 29 Jahre alt und kam aus schwierigen Verhältnissen, habe es aber am Ende auf 700 Spiele gebracht. Es ist also machbar. Aber es hat Opfer gefordert. Ich werde in der Lage sein, diesen jüngeren Spielern zu erklären, was sie erreichen können, denn die meisten von ihnen sind wahrscheinlich viel talentierter, als ich es war.“
Was war das Schwierigste an deiner Entscheidung, die Karriere zu beenden?
„Mein Verstand sagt mir, dass es für die Familie besser ist, eine Situation zu schaffen, in der sich unsere beiden Kinder keine Sorgen um Umzüge machen müssen. Meine Frau und ich sind seit 17 Jahren zusammen und sind fast alle zwei Jahre umgezogen. Wir möchten einfach einen festen Wohnsitz haben. Das ist die rein rationale Seite. Aber im Herzen liebe ich diesen Sport. Ich liebe den Wettkampf. Und da ist dieser Wille, es allen zu zeigen, die anderer Meinung waren... Alle schienen zu denken: ‚Du bist 40 Jahre alt, du musst aufhören zu spielen.‘ Ich sehe das anders, wenn man auf sich achtet. Mit der nötigen Disziplin kann man durchaus noch mit den jungen Spielern mithalten. Mein Herz will das den Leuten beweisen. Aber ich verstehe die Logik dahinter. Stabilität für meine Familie ist eine Notwendigkeit. Das Schwierigste an der Entscheidung ist, das Gefühl des Herzens und die Logik des Verstandes irgendwie in Einklang zu bringen.“
Was sind deine schönsten Erinnerungen an deine NHL-Karriere?
„Wahrscheinlich der World Cup und mein erstes (NHL-)Spiel. Bei meinem ersten Spiel kamen alle – von der gesamten Organisation in Philly bis hin zu den Spielern – und gratulierten mir, ihnen war klar: ‚Das ist ein 29-jähriger Rookie.‘ Ich fand das einen unglaublich tollen Moment, dass sich die Leute die Zeit nahmen, mir zu zeigen, dass sie meine jahrelange harte Arbeit wertschätzen. Wenn ich ganz egoistisch auf mich selbst blicke, dann war es der World Cup of Hockey, weil ich das Gefühl hatte, dort eigentlich gar nicht hinzugehören. Ich sage immer: Es waren die 169 besten Spieler der Welt dort – und ich.“