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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Fünf Fragen bei den Ottawa Senators

1. Wer füllt Tkachuks Scoring-Vakuum?

Die Ära Brady Tkachuk ist in Ottawa in diesem Sommer zu Ende gegangen. In acht Jahren bei den Senators war der 26-jährige Power Forward ein ultimativer Schlüsselspieler, der in 572 Spielen 463 Scorerpunkte (213-250-463) verzeichnete. In der Saison 2025/26 waren es in 60 Spielen 59 Punkte (22-37-59). Nachdem Tkachuk zu den Florida Panthers getradet wurde, stellt sich in der kanadischen Hauptstadt nun die Frage, wer dieses Scoring-Vakuum füllen wird. 

Der Deutsche Tim Stützle geht längst als Top-Torjäger und -Scorer voran (80 Spiele, 34-49-83), auch seine Sturm-Kollegen Drake Batherson (79 Spiele, 33-38-71), Dylan Cozens (82 Spiele, 28-31-59), Claude Giroux (14-35-49) und Shane Pinto (23-23-46) sammelten jeweils mehr als 45 Scorerpunkte in der Vorsaison. Sie alle werden draufpacken müssen, um Tkachuk vergessen zu machen. Hinzu bedarf es mehr Secondary Scoring von Spielern wie Ridly Greig, Fabian Zetterlund oder Warren Foegele, die das Potenzial für mehr Punkte in sich tragen.

Erlebt alle 34 Tore von Tim Stützle aus der Saison 2025/26 noch einmal

Hoch sind auch die Ansprüche an Neuzugänge wie William Eklund und Andre Burakovsky. Eklund lieferte zuletzt 53 Punkte (15-38-53) in 78 Spielen für die San Jose Sharks und könnte in einer Top-Reihe neben Stützle und Batherson noch mehr aufblühen. Burakovsky, immerhin ein zweimaliger Stanley Cup Champion (2018 mit den Washington Capitals, 2022 mit der Colorado Avalanche), markierte in 75 Spielen für die Chicago Blackhawks 33 Punkte (11-22-33) und könnte in einer Drittreihen-Rolle in Ottawa neu durchstarten.

2. Wer wird der neue Kapitän?

Keine Frage: Tkachuk wird auch als Stimme in der Kabine fehlen. Immerhin diente er in den letzten fünf Jahren als Kapitän der Senators. Wer also wird 2026/27 das „C“ auf dem Trikot tragen? Verteidiger Thomas Chabot (29) fungiert seit Jahren als Abwehrchef und hat seit sieben Jahren das „A“ für den Assistenzkapitän auf seinem Jersey aufgenäht. Routinier Claude Giroux (38) ist seit fünf Jahren ein „A“ in Ottawa und fungierte bereits in seiner Zeit bei den Philadelphia Flyers über zehn Jahre als Kapitän. Auch seine Stimme hat in der Kabine Gewicht. Zum Kreis der Führungsspieler zählt auch Verteidiger Jake Sanderson (24), auf den der Klub in den nächsten Jahren als Top-Abwehrmann bauen wird (Vertrag bis 2032). Seit der letzten Saison trägt auch Sanderson ein „A“. Sehr gute Chancen auf das Kapitänsamt dürfte Tim Stützle (24) haben. Der Stürmer aus Viersen ist längst das Gesicht der Senators, übernimmt viel Verantwortung, wird in allen wichtigen Situationen aufs Eis geschickt und geht als Leistungsträger stets voran. Die gesamte Franchise dürfte bis zu seinem Vertragsende in 2031 um ihn herum aufgebaut werden. Nach nur einem Jahr könnte bei Stützle aus dem „A“ ein „C“ werden.

WSH@OTT: Chabot sichert den Senators den Sieg

3. Tritt das Team disziplinierter auf?

Ottawa ist eine Mannschaft, die mit großen und schweren Spielern unter die Haut gehen kann. Das spiegelte sich zuletzt allerdings auch Strafminuten wider: 2025/26 waren die Senators die Mannschaft mit den achtmeisten Strafzeiten (790 Minuten; 9:39 Strafminuten/Spiel). In vier Spielen der Stanley Cup Playoffs kassierten sie 47 Strafminuten (11:45 Minuten/Spiel). Hier muss Ottawa dringend disziplinierter werden, denn ein schwaches Penalty Killing (75,7 Prozent in der regulären Saison) kosteten 57 Gegentore in Unterzahl - und damit am Ende auch wichtige Punkte.

4. Bleibt die Mannschaft vom Verletzungspech verschont?

Nur drei Spieler im gesamten Kader 2025/26 absolvierten alle 82 Saisonspiele: Cozens, Giroux und Zetterlund. Insbesondere in der Verteidigung brachen immer wieder wichtige Stützen weg, so etwa Chabot (57 Spiele), Sanderson (67 Spiele), Tyler Kleven (70 Spiele) oder Jordan Spence (73). Insgesamt setzte Ottawa 13 (!) verschiedene Abwehrspieler ein, was nicht gerade für Ruhe und Konstanz spricht. In 2026/27 wird die Belastung mit einer 84-Spiele-Saison (zwei mehr als zuletzt) noch einmal zunehmen. Umso wichtiger wird es für die Senators sein, so gesund wir möglich durch die reguläre Saison zu kommen.

5. Wie schwer wiegt der Verlust von Alfredsson?

Mit Daniel Alfredsson ging eine lebende Senators-Legende und ein geschätzter Assistenztrainer im Sommer von Bord. Schlimmer noch: Der langjährige Stürmer schloss sich auch noch dem Rivalen Toronto Maple Leafs als neuer Associate Coach an. Der 53-jährige Schwede war ein absoluter Publikumsliebling in Ottawa und hält bis heute Franchise-Rekorde in Sachen Punkte (1108), Tore (426), Assists (682), Powerplay-Treffer (131) und Unterzahl-Tore (25). Es ist also eine Personalie, die für eine Menge Aufregung sorgte. „Ich kann das total verstehen. Keine Frage“, sagte Alfredsson und wendete sich an die Senators-Fans: „Ich werde euch immer lieben. Für mich ist es ein spannendes Kapitel, da ich meine Trainer-Karriere weiter ausbaue.“ Das Trainer-Team in Ottawa setzt sich nun aus Headcoach Travis Green sowie seinen Assistenten Nolan Baumgartner, Ben Sexton und Mike Yeo sowie Torwarttrainer Justin Peters zusammen.

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