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Starkes Powerplay gegen starkes Penalty Killing

Die St. Louis Blues haben am Freitag bewiesen, dass man beides benötigt, um zu gewinnen

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

'Vier Mann sind genug, vier Mann sind genug...', wird in deutschen Eishockeystadien gerne von den Fans angestimmt, wenn die eigene Mannschaft sich bei Unterzahl glänzend aus der Affäre zieht und eine Strafzeit schadlos übersteht. Gute Special Teams bei Über- und Unterzahl werden häufig unisono als Schlüssel zum Mannschaftserfolg angeführt.

Doch ist ein gutes Penalty Killing genauso viel Wert wie ein starkes Powerplay? Und hat sich diesbezüglich in den vergangenen Jahren etwas verändert?

 

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Zunächst einmal fällt auf, dass die Teams mit den besten Penalty Killern mittlerweile in der Western Conference zu Hause sind. Angeführt von den Arizona Coyotes (90,1 Prozent) nehmen die ersten sechs Plätze im Penalty-Killing-Klassement Mannschaften aus dem Westen ein, ehe mit den Pittsburgh Penguins, Tampa Bay Lightning und den New Jersey Devils die ersten Ost-Teams folgen. Die Top-10 komplettieren die Winnipeg Jets aus dem Westen.

Diese Entwicklung deutete sich bereits in der Vorsaison an, als nur die Boston Bruins auf Platz 3 (83,7 Prozent) mit den stärksten Teams der Western Conference mithalten konnten, die die Ränge 1, 2, 4-7, 9 und 10 belegten. Zum ersten Mal seit der Umstrukturierung der Liga zur Saison 2013/14 standen mehr Mannschaften aus dem Westen als aus dem Osten unter den ersten Zehn.

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Hinsichtlich der Wertigkeit von Über- und Unterzahlspiel lässt diese Verschiebung selbstverständlich noch keine Rückschlüsse zu. Es sticht jedoch ins Auge, dass von den sechs Teams die beim Penalty Killing vorne liegen, die Coyotes, die Minnesota Wild (84,6 Prozent) und die St. Louis Blues (83,9 Prozent) auf keinem Playoffplatz liegen und von den drei Verfolgern nur die Tampa Bay Lightning einen belegen.

Im Vergleich: In der Saison 2017/18 befand sich mit den Calgary Flames nur eine Mannschaft unter den besten zehn Penalty Killern, die sich nicht für die Stanley Cup Playoffs qualifizierte. Selbst in den vier Jahren zuvor waren es maximal deren drei.

Ergibt sich bei der Powerplay-Erfolgsquote ein ähnlich deutliches Bild? Keineswegs!

Mit den Colorado Avalanche, Lightning, Jets, Bruins und Toronto Maple Leafs liegen fünf Teams unter den besten sechs, die sich berechtigte Hoffnungen auf eine Playoff-Qualifizierung machen dürfen. Nur der Tabellenvorletzte aus der Atlantic Division, die Florida Panthers, auf Platz fünf des Powerplay-Rankings konnte in diese Phalanx von Playoff-Kandidaten vorrücken. Die Panthers sind eine der wenigen Mannschaften, die es durch ein starkes Überzahlspiel nicht schafft, ihr schwaches Penalty Killing zu kompensieren. Und das, obwohl sie in der Summe aller ihrer Spiele deutlich länger in Überzahl als in Unterzahl auf dem Eis standen.

 

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Auffällig ist ebenfalls, dass von den acht Teams bei denen die absolute Differenz zwischen Powerplay- und Penalty-Killing-Zeit maximal fünf Minuten beträgt, also statistisch betrachtet kaum ins Gewicht fällt, nur die Maple Leafs und die Bruins auf einem Playoffplatz rangieren.

Von deren Powerplay-Qualitäten war schon weiter oben positiv die Rede gewesen, weniger dagegen von ihrem Unterzahlspiel, das im Falle der Maple Leafs nur Ligadurchschnitt und bei den Bruins unterdurchschnittlich gut ist.

Auf der Strafbank sitzend kann man keine Spiele gewinnen, lautet zu Recht eine alte Eishockeyweisheit. Ihren Wahrheitsgehalt zieht sie jedoch nicht aus dem Grund, weil man in Unterzahl zu viele Tore kassiert, sondern sich dadurch selbst die Chance verbaut, welche zu erzielen.

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Die Blues setzten am Freitag beim Auswärtsspiel all die Theorie in die Praxis um, gegen die deutlich stärker einzuschätzenden Winnipeg Jets, die auch noch über das zweitbeste Überzahlspiel der Liga verfügen: Sieben Strafzeiten kassierten die Gäste aus St. Louis, 10:09 Minuten standen sie mit einem Mann weniger auf dem Eis, nur 77 Sekunden hatten sie ein nummerisches Übergewicht, doch Colton Parayko nutzte dieses um das 'Goldene Tor' des Abends zu erzielen. Die Blues gewannen die Partie mit 1:0.

Ein wichtiger Sieg für uns. Ich halte nicht viel von Statistiken, aber vielleicht ist das ein Glückstag, den werde ich mir im Kalender anstreichen", verriet Blues Schlussmann Jake Allen, der am Tag genau vor einem Jahr ebenfalls zu einem Shutout gekommen war. 3:0 lautete damals der Endstand im Spiel gegen die Dallas Stars. Zwei Treffer fielen bei Überzahl.

Ein starkes Penalty Killing kann dich im Spiel halten, gewinnen kannst du aber nur, wenn du selbst Tore schießt!

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