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Islanders lassen die Ära Tavares hinter sich

Das Team bezwingt seinen ehemaligen Kapitän und befindet sich auf Kurs in Richtung Stanley Cup Playoffs

von Axel Jeroma @NHLde / NHL.com/de Autor

Die New York Islanders haben ihrem ehemaligen Kapitän John Tavares die Wiedersehensfreude kräftig getrübt. Beim ersten Aufeinandertreffen seit seinem Wechsel zu den Toronto Maple Leafs im Sommer zeigte sich das Team aus Brooklyn am Samstagabend nicht gewillt, ein Gastgeschenk zu verteilen und gewann in der Scotiabank Arena souverän mit 4:0. Die Islanders gehören zu den Mannschaften der Stunde in der Liga. Der Sieg bei den zu den Mitfavoriten auf den Stanley Cup zählenden Kanadiern war der dritte in Folge und der sechste in den vergangenen sieben Spielen.

Zum Matchwinner avancierte Mathew Barzal, dem im mittleren Abschnitt der Begegnung ein lupenreiner Hattrick gelang. Der 21 Jahre alte Center benötigte dafür gerade einmal 7:44 Minuten. Tags zuvor hatte er beim 6:3 gegen die Ottawa Senators bereits einen Doppelpack geschnürt. Barzal lief in in allen 37 Hauptrunden-Partien der Islanders auf und sammelte 35 Punkte (10 Tore, 25 Vorlagen). Damit führt er die klubinterne Scorerwertung an. Bereits im Vorjahr war er mit 85 Zählern (22 Tore, 63 Assists) erfolgreichster Scorer seiner Mannschaft. Die imposanten Leistungsnachweise des jungen Angreifers machen deutlich, dass er alles mitbringt, um zum legitimen Nachfolger von Tavares aufzusteigen. Der genoss bei den Islanders nach neun Jahren Kultstatus.

Video: NYI@TOR: Barzal mit drei Toren im 2. zum Hattrick

Die Gäste aus New York präsentierten sich in Toronto motiviert bis in die Haarspitzen. "Wir wussten, was auf dem Spiel steht und waren bereit, es mit einem der besten Teams der Liga aufzunehmen", sagte Barzal im Anschluss an das Match. "Jeder von uns hat sich mächtig ins Zeug gelegt und wollte unbedingt gewinnen. Wenn wir so spielen, sind wir immer zu besonderen Taten fähig", zeigte sich der Dreifachtorschütze vom Auftritt bei den Maple Leafs begeistert.

Torontos Trainer Mike Babcock zog den Hut vor der Darbietung des Kontrahenten. "Die Islanders waren in jeder Hinsicht besser als wir und haben uns eine Lektion erteilt. Dabei wollten wir John (Tavares - d. Red.) unbedingt einen Sieg schenken", lautete sein Fazit.

Tavares selbst ließ ebenfalls keinen Zweifel daran, dass er sich einen anderen Ausgang gewünscht hätte. "Ich habe alles versucht. Natürlich wäre es schöner gewesen, wenn mir ein besseres Spiel gelungen und das Resultat anders ausgefallen wäre", gab er enttäuscht zu Protokoll.

 

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Islanders-Coach Barry Trotz wusste um die Besonderheit des Aufeinandertreffens. Zugleich machte er deutlich, dass die Causa Tavares für ihn endgültig abgeschlossen ist. "Einen Spieler seiner Klasse zu verlieren ist immer hart. Aber wir richten den Blick nicht zurück, sondern schauen nach vorne. Das verlange ich von jedem in unserer Organisation. Diese Ära ist vorbei und wir tun alles dafür, um eine neue ins Leben zu rufen", sagte er.

Die Zeichen, dass den Islanders in der traditionell umkämpften Metropolitan Division eine faustdicke Überraschung gelingen könnte, verdichten sich immer mehr. Nach 37 Spielen der Hauptrunde liegen sie mit 44 Punkten auf dem vierten Platz. Der Rückstand auf den Tabellenzweiten, die Columbus Blue Jackets, beträgt drei Punkte. Zu den Pittsburgh Penguins auf Rang 3 fehlen lediglich zwei Zähler. Beide Konkurrenten haben zudem ein Spiel mehr ausgetragen. Vor Saisonbeginn hatte niemand damit gerechnet, dass die Islanders bei der Vergabe der Tickets für die Stanley Cup Playoffs ein Wörtchen mitreden könnten. Stand heute wären sie über die erste Wildcard in der Eastern Conference bei der Endrunde dabei.

Nach Ansicht von Islanders-Stürmer Anthony Beauvillier ist der Kader völlig zu Unrecht unterschätzt worden. "Im Sommer hat uns jeder als Schlusslicht gesehen. Aber wir wussten, dass wir eine gute Gruppe beieinanderhaben, die sowohl vorne als auch hinten über die nötige Tiefe verfügt. Das hat sich jetzt bestätigt. Ich denke, dass wir die Hockey-Welt mit unserer Spielweise ziemlich überrascht haben. Wir werden alles dafür tun, um weiter Kurs zu halten", äußerte er sich selbstbewusst.

 

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Ihren Teil zum weiteren Mannschaftserfolg beitragen wollen auch die beiden Deutschen Thomas Greiss und Tom Kühnhackl sowie der Schweizer Luca Sbisa. Von den dreien hat allerdings lediglich Torhüter Greiss einen Stammplatz inne. Der Füssener bestritt 23 Einsätze und damit fünf mehr als Robin Lehner, sein Mitstreiter um den Posten der Nummer 1. Kühnhackl hatte mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. Gerade als er regelmäßig in der dritten Angriffsformation zum Einsatz kam, warf ihn eine Verletzung zurück. Für den Landshuter stehen 18 Spiele und sechs Punkte (drei Tore, drei Vorlagen) zu Buche. Der Zuger Verteidiger Sbisa stand achtmal auf dem Eis und verzeichnete einen Assist.

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