021226 team switzerland olympics - jj moser

Der Auftakt ist geglückt. Die Schweiz gewann ihr erstes Spiel bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 in der Gruppe A am Donnerstag mit 4:0 gegen Frankreich. Zu den zentralen Figuren gehörte bei den Eidgenossen Verteidiger J.J. Moser, der sowohl in der Abwehr als auch im Angriff immer wieder auffällig war.

„Das war sicher ein guter Start für mich“, freute sich Moser über die gelungene Premiere. „Das frühe Tor gibt einem nochmal mehr Selbstvertrauen. Es ist wichtig, dass man am Anfang einfach spielt und die richtigen Entscheidungen trifft, um gut ins Turnier zu kommen.“

Moser reist mit starker Saison im Gepäck an

Es war zu erwarten, dass Moser einer der wichtigeren Spieler der Schweiz sein wird. Nicht umsonst verlängerten die Tampa Bay Lightning seinen Vertrag bereits vorzeitig um acht Jahre und geben ihm ab nächster Saison eine saftige Gehaltserhöhung von 3,38 Millionen auf 6,75 Millionen US-Dollar.

„Er ist ein großartiger Spieler“, lobte der Schweizer Verteidiger Jonas Siegenthaler. „Er ist nicht nur in der Nationalmannschaft, sondern auch in Tampa ein Schlüsselspieler. Er hat unterschätzte Qualitäten in der Offensive. Das hat er heute gezeigt. Er ist einfach ein sehr kompletter Spieler.“

Moser ist für die Lightning in der laufenden NHL-Saison eine wichtige Stütze. In 53 Spielen gelangen ihm bereits 19 Punkte (fünf Tore, 14 Assists). Das sind respektable Zahlen, besonders wenn man seine Defensive Rolle bedenkt. Er führt das Team mit 72 geblockten Schüssen an und hat die meisten Puckeroberungen (16) aller Lightning-Verteidiger. Außerdem hat er die zweitmeiste Eiszeit pro Spiel (22:10 Minuten) und die meiste Eiszeit in Unterzahl (insgesamt 150:23 Minuten).

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Offensive Akzente vom Verteidiger

Bei seinem Olympia-Debüt zeigte Moser sein Potenzial in der Offensive. In der vierten Minute tanzte er mit einem schönen Solo durch die französische Abwehr und überwand Torwart Antoine Keller mit einem Handgelenkschuss aus dem Slot zum 2:0 für die Schweiz.

„Er ist ein unglaublicher Spieler“, sagte Stürmer Nino Niederreiter. „Er zeigt in der NHL, wie effektiv er an beiden Enden der Eisfläche sein kann. Ein sehr intelligenter Spieler. Er hat etwas Raum gesehen und die Gelegenheit ergriffen und dann war das ein großartiger Schuss. Er hat auch im Angriff viele Stärken.“

Später bereitete er noch das 4:0 von Timo Meier in der 57. Minute vor. Moser fühlt sich im Trikot der Schweiz offensichtlich wohl. Er nahm bereits fünf Mal an der Weltmeisterschaft teil. 2025 holte er mit der Schweiz WM-Silber und erzielte dabei sechs Punkte (ein Tor, fünf Assists) in zehn Spielen.

„Ein super Spieler, läuferisch stark und spielt eine sehr gute Saison in Tampa“, schwärmte Kevin Fiala. „Er ist als Defensivspezialist bekannt, aber er hat heute gezeigt, dass er auch punkten kann. Was für eine Aktion und was für Schuss beim 2:0.“

Allrounder stützt die Unterzahl

Ganz chancenlos war Frankreich in diesem Spiel nicht, immerhin kam der Underdog auf 27 Torschüsse. Vier Mal waren die Franzosen sogar in Überzahl, doch sie bissen sich die Zähne an Torwart Leonardo Genoni und der Unterzahl aus, in der Moser eine wichtige Rolle spielt. Genau wie in Tampa, verlässt man sich auch bei der Schweiz auf die defensiven Qualitäten des 25-Jährigen, besonders mit einem Mann weniger auf dem Eis.

„Er ist super“, kam auch von Kapitän und Verteidigerkollege Roman Josi besonderes Lob. „Was für ein Tor das war. Er spielt schon das ganze Jahr so gut. So ein intelligenter Verteidiger. Er spielt in der Abwehr so schlau und kann beides, Defensive und Offensive. So einen Spieler zu haben, der so viele Minuten spielt, ist wichtig für uns.“

Vor allem die perfekte Bilanz in Unterzahl war wichtig. Die Schweiz kassierte alle vier Strafen beim Stand von 2:0. Wäre da ein Tor gefallen, hätte Frankreich womöglich nochmal ins Spiel gefunden und dem Favoriten Probleme bereiten können.

Moser ist für Trainer Patrick Fischer eine Allzweckwaffe und die Antwort auf viele Fragen. Ob in der Abwehr oder im Angriff, bei gleicher Spielerzahl oder in Unterzahl, der NHL-Verteidiger kommt in fast jeder Situation zurecht, ist zuverlässig und hat die nötigen Fähigkeiten, um auch wichtige Tore zu liefern. Im weiteren Turnierverlauf wird ein solcher Spieler vielleicht Gold wert sein.

Die Schweizer Mannschaft wird sich nicht lange ausruhen können. Bereits am Freitag steht das härteste Spiel der Vorrundengruppe an, denn die Eidgenossen treffen um 21:10 Uhr auf Top-Favorit Kanada.

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